Der Hikikomori hat seit fast zwei Jahren sein Zimmer nicht mehr verlassen. Eines Tages wagt er jedoch den Schritt nach draußen und trifft im Park den Mann mit der Krawatte. So wie der Zigarettenrauch von einer Bank zur anderen weht, so zögerlich entsteht allmählich eine Freundschaft zwischen beiden. "Bei den beiden Hauptfiguren ist es so, dass sie sehr lange nicht gesprochen haben", so die Autorin. "Ihr Sprechen ist naturgemäß ein stockendes Sprechen, ein gehemmtes Sprechen, eines, das viel verbirgt, viel auslässt, nur andeutet. Das ist deshalb möglich, weil die beiden einander sehr ähnlich sind." Es sind zunächst zwei Fremde, die sich nach und nach ihre Geschichten erzählen. Und indem sie das tun, fassen sie Vertrauen, nicht nur zueinander, sondern auch in sich selbst. Das könnte sentimental wirken - tut es aber nicht. Knapp und lakonisch erzählt Milena Michiko Flašar vom Ringen um Verständnis und Verständigung und verwebt dabei kunstvoll, ohne plakativ zu werden, Probleme uns Sehnsüchte der japanischen Gesellschaft.