Sich selbst zu rechtfertigen, ein Anliegen zu vertreten und daraus die eigene Seinsberechtigung zu ziehen, das hat Martin Walser nach seinen eigenen Worten hinter sich gelassen. Ihm geht es um die letzten Dinge, um das Hadern mit Gott. Um Religion, die er als Literatur liest. Das Elend des Menschen, das ist für Martin Walser die Unfähigkeit, sich selbst rechtfertigen zu können. Ohne Religion wird Rechtfertigung zur Rechthaberei. "Bei uns gilt es, Recht zu haben", sagt der Schriftsteller. "Und dann habe ich mich daran erinnert, erinnern müssen, dass ich mein Leben im Reizklima des Rechthabenmüssens verbracht habe. Da ich mein Leben in solchem Klima verbracht habe - ich konnte mich nie beherrschen, ich wollte auch immer Recht haben - da merke ich jetzt: Mit dem Satz, 'nichts ist ohne sein Gegenteil wahr' - und ich habe doch versucht, da im Recht zu sein - jetzt merke ich: Das hätte ich nicht versuchen sollen, das hätte ich sein lassen können. Aber so viel Selbstbeherrschung habe ich nicht gehabt."