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Kulturzeit heute
20. Mai 2013
  • Pfingstmontag
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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Lupe
Bedruckter Jutebeutel, überdimensionale Nerdbrille und hautenge Röhrenjeans - an diesen Accessoires erkennt man den modebewussten Hipster.
Individuelles Massenphänomen
Was ist ein Hipster?
Der Hipster ist eine ungeheuer trendbewusste Erscheinung. Falls Sie heute morgen einen Mittzwanziger mit überdimensionaler Nerdbrille, hautenger Röhrenjeans und bedrucktem Jutebeutel getroffen haben, dann hatten Sie es ganz sicher mit einem Hipster zu tun. Der Hipster bestimmt das globale Stadtbild.
Der Hipster lebt in den selbsternannten In-Vierteln von London, New York, Barcelona, Berlin etc. und treibt die Gentrifizierungsdebatte munter voran. Selbst Promis sind von dem Phänomen befallen, haben Attitüden und das äußere Erscheinungsbild des Hipsters übernommen. Der Hipster weiß, was hip ist, und ist dank seiner Online-Affinität immer auf dem neuesten Stand. Was wo und wann abgeht, der Hipster weiß es auf jeden Fall. Warum ist der Hipster plötzlich so omnipräsent? Ist der Hipster eine ernstzunehmende Sub- beziehungsweise Jugendkultur oder nur eine Modeerscheinung, die morgen schon wieder out ist?

Jugendbewegung ohne Rebellion
Der US-amerikanische Soziologe Mark Greif, Mitbegründer der Occupy-Bewegung New York, hat sich mit dem Phänomen Hipster beschäftigt, dazu ein Symposium veranstaltet und ein Buch veröffentlicht. Darin warnt er vor einer Jugendkultur, die gegen nichts mehr rebelliert, sondern sich in der kapitalistischen Konsumwelt eingerichtet hat und mit Scheuklappen, so genannten Hipsterbrillen, durch die Welt geht.

Denn das Interesse des Hipsters gilt vorrangig seinem eigenen Ego. Er shoppt sich sein Ich zusammen und ist der auffälligste Ausdruck einer zutiefst krankhaften Konsumgesellschaft. Doch dabei wird der Hipster zum Massenphänomen, wo er doch eigentlich einzigartig sein wollte, ein Möchtegern-Avantgardist. Der Hipster ist mehr als eine Feuilletondebatte, er ist mittlerweile Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und ein nicht mehr zu ignorierender Zeitgenosse.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
© SuhrkampLupeMark Greif
"Hipster: Eine transatlantische Diskussion"
Übersetzer: Tobias Moorstedt, Niklas Hofmann
Suhrkamp Verlag 2012
ISBN-13: 978-3518061732
ZDF-Mediathek
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