Wenn mal etwas passiert, sieht man es zuerst im Fernsehen. Doch die Gewalt, die man sieht, ist mehr als ein Gefühl. Bedrohung gehört in Israel zum Alltag und formt die Gesellschaft. Am besten wehrt man sich, indem man sich ein eigenes Bild von der Lage macht. Mit Comics kann man die Realität einfangen - und das mit klaren Strichen. Guy Delise zeichnet sich selbst in den Mittelpunkt seines Reiseberichts. In Israel ist jeder erst zunächst orientierungslos. Es ist kaum möglich seine Vorurteile außen vor zu lassen. Jeder will nur leben, doch im Handumdrehen wird alles zu Politik -ein schwieriges Land, komplexe Erfahrungen. Guy Delisle liebt komplexe Reisereportagen. Zuerst verschlug es ihn nach China. Aus Begegnungen entsteht das eigene Bild. Seitdem treibt es Delisle immer wieder in Regionen des alltäglichen Wahnsinns. Ein Land weiter: Nordkorea. Wie fremd ist die Fremde? Als Comiczeichner in Pjöngjang erkundete er die Diktatur mit dem Zeichenstift. Dann fuhr er nach Birma. Dort lebt er ein Jahr mit Frau und Kind, zeichnet Alltagsberichte aus Ländern, die man eigentlich nur aus den Nachrichten kennt.