Es ist Joachim Gaucks Abend: Freitag, 17. Februar 2012. Wenige Stunden zuvor ist Christian Wulff als Bundespräsident zurückgetreten. Das Publikum in Koblenz macht klar, wen es sich als Nachfolger wünscht: ihn. Dass er es wirklich werden wird, ist an diesem Tag längst nicht ausgemacht. Und eigentlich will er auch gar nicht darüber sprechen. Er war nur gekommen, um aus seiner Autobiografie zu lesen. Dann aber sagt er uns doch, wie er glaubt, dass man dem Amt wieder Ansehen verschaffen kann: "Bei der Institution Bundespräsident, wo kaum Macht existiert, erwarten wir Glaubwürdigkeit. Wie erlangt man sie? Man sollte bei sich sein", sagt Gauck. "Man sollte keine Show abziehen. Und man darf zeigen, dass man die Werte, auf denen unser Land beruht, ernst nimmt."