Das Geschwür des wirtschaftlichen Zerfalls greift mittlerweile auch auf diegesellschaftliche Ebene über. "Die griechische Gesellschaft ist zerstückelt, es existiert kein soziales Netz, es gibt keinen gemeinsamen Nenner", sagt Markaris. "Im Gegenteil: Jede gesellschaftliche Gruppe macht ihre Ansprüche geltend, um jeden Preis und gegen alle anderen. Diese Situation in Kombination mit Armut und Verzicht lässt eine Stimmung aufkommen, die an Vorboten von Bürgerkrieg erinnert. Das ist äußerst beunruhigend." Der Alltag des Komissars Kostas Charitos weist Parallelen zur Realität auf: Lohnkürzungen, Demonstrationen und ein chronisch verstopfes Stadtzentrum. Seine Ermittlungen führen ihn ins Milieu der illegalen Einwanderer, in die Gassen um die Sofokleous-Straße, einem zentralen Stadtteil, der fast komplett von Ausländern kontrolliert wird. Diese waren in den vermeintlichen Boomjahren als billige Arbeitskräfte willkommen, doch in der Krise könnten sie zum Problem werden.