

"An dem Tag, an dem das Mädchen erdrosselt werden sollte, war der Maler schon morgens in die Stadt gegangen. Wo die Rozengracht die Prinsengracht kreuzte, fiel ihm auf, wie voll es war. Alles zog in Richtung der Brücke über den Nieuwezijds Achterburgwal. Was wollten die alle dahinten, beim Rathaus. Denn wer hier ging, war in Richtung Dam unterwegs. "Was geht hier vor?" Die Dienerin blickte über die Schulter. Sie sah einen älteren Herrn mit durchdringendem Blick. Heute sei Gerichtstag. Er reagierte nicht. Es gebe eine Hinrichtung auf dem Dam. Aha, sagte er mit einem Kopfnicken und wollte schon weitergehen, doch die Frau starrte ihn immer noch eindringlich an. 'Eine Frau', sagte sie. 'Ein Mädchen. Erst achtzehn.'"
(Margriet de Moor: "Der Maler und das Mädchen")