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20. Mai 2013
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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© Marco Flammang Lupe
2005 gewinnt Geiger als erster den neugeschaffenen Deutschen Buchpreis.
Vater und Sohn
Arno Geigers "Der alte König in seinem Exil"
Es geht um das Vergessen und um das, was nach dem Vergessen bleibt. Arno Geiger erzählt in seinem Buch "Der alte König in seinem Exil" von einem Neuanfang zwischen Vater und Sohn, der nur möglich ist, weil die Erinnerungen nicht mehr da sind, weil die beiden unbelastet von ihrer eigenen privaten Vergangenheit gewissermaßen neu anfangen können.
Der Ort dafür ist das Dorf Wolfut unweit von Bregenz, wo der Vater immer zuhause war und wo er nach dem Krieg ein Haus gebaut hat - ein Haus, aus dem der Sohn erst weggegangen ist, um lange Zeit nur zurückzukehren,wenn er als junger noch erfolgloser Schriftsteller sein Geld als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen verdienen musste.

Mitte der 1990er Jahre hat Arno Geiger drei Manuskripte in der Schublade, aber noch nichts veröffentlicht. Er schreibt hochgelobte, aber wenig gelesene, überbordende Gechichten und verlässt sich dabei vor allem auf seine eigene Erfindungskraft."Ich liebe freies Erfinden und habe dann alle Möglichkeiten", so Geiger. "Wenn der Ort vorgegeben ist, muss ich mich nach dem Ort richten. Wenn ich den Ort erfinde, richtet sich der Schauplatz nach mir. Ein knappes Jahrzehnt später gehört dem österreichischen Schriftsteller mit einem Mal die ganz große Bühne.

Sujet Familienroman
2005 gewinnt er als erster den neugeschaffenen Deutschen Buchpreis und wird zum Bestsellerautor. Sein literarisches Programm aber hat sich gewandelt. Er ist mit "Es geht uns gut" zum Sujet des breit angelegten Familienromans gewechselt und das Publikum gibt ihm Recht. Es sei "ein großer Stoff", sagt der Autor und findet es "schon toll, wenn man über etwas schreiben kann, wovon man wirklich etwas versteht, wofür man Leidenschaft hat."

"Es heißt, jede Erzählung sei eine Generalprobe für den Tod", hat Arno Geiger irgendwann einmal aufgeschnappt, aber muss so eine Erzählung deswegen gleich auch zu einer Totenfeier werden? Muss sie nicht. Auch dann nicht, wenn ein altes Haus zuletzt entrümpelt wird und ein alter Mann im Heim untergebracht werden muss. "Mein Vater hatte seine Erinnerungen in Charakter umgemünzt, und der Charakter war ihm geblieben", schreibt er - und schildert den alten Herrn als sehr lebendige Person in einem Exil aus reiner Gegenwart.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buchtipp
Arno Geiger
"Der alte König in seinem Exil"
Hanser 2011
ISBN-13: 978-3446236349
Lesung
Arno Geiger liest aus ...
"Der alte König in seinem Exil":

15.02.2011:
Literaturhaus, Hamburg

16.02.2011:
Akademie der Künste, Berlin

17.02.2011:
Literaturhaus, München

Weitere Termine folgen.
Mediathek
VideoDas Gespräch mit dem Literaturkritiker Hubert Winkels (03.02.2011)