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Urban Priol: Tilt! - Tschüssikowski 2018
Der etwas andere Jahresrückblick
Ganz ohne Tränen oder Sensationen präsentiert der Kabarettist Urban Prioleine satirische Abrechnung des Jahres 2018.
In gewohnt süffisanter Manier verschont er weder Politik noch Gesellschaft - pointiert, differenziert und sehr lustig. Polit-Entertainment der Spitzenklasse - und er macht dabei vor keinem gesellschaftspolitischen Thema halt. Auch 2018 sorgt für einigen Redebedarf. Im seinem Jahresrückblick präsentiert Urban Priol Brandaktuelles, Pointiertes und Bissiges. Da bleibt nichts ausgespart, was Medien und Menschen im vergangenen Jahr bewegte. Mit seiner rasanten Vernetzung der Themen fordert er höchste Aufmerksamkeit von seinem Publikum, um es im gleichen Atemzug perfekt zu unterhalten.

Es gab nicht unbedingt viele Gründe zum Lachen - wäre da nicht Urban Priol, der einen satirischen Blick auf die Geschehnisse 2018 möglich macht. Stets mit einem Augenzwinkern und gern auch mal ein wenig vorlaut, knüpft er sich all diejenigen vor, die 2018 für Aufsehen sorgten.

Interview mit Urban Priol

Wie behält man die Übersicht, was in einen Jahresrückblick hinein darf?

Man behält sie gar nicht! Außer man ist sehr fleißig, was ich, glaube ich, doch bin, und ich schreibe eigentlich vom 1. Januar an in meine kleinen Bücher, was mir auffällt. Und dann wird irgendwann mal ausgewertet. Es ist wie eine Soße, die man soweit reduzieren muss, dass etwas Schmackhaftes übrig bleibt.

Es herrschen verrückte Zeiten. Machen diese Kabarett schwieriger oder leichter?

Das macht es arbeitsintensiver. Auch der Tatsache geschuldet, dass man immer gucken muss: Was geht in den neuen Medien ab, was geht im Netz ab - abseits von den analogen Informationsquellen. Es ist spannend, es geht alles sehr schnell. Früher hieß es: „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern.“ Heute muss man schon sagen: „Nichts ist älter als die Meldung von vor 10 Minuten.“

Ist der „Parlamentskreis Pferd“ von Andrea Nahles eine gute Alternative zum Diesel?

Ja, ich vermute mal, um Land und Stadt zusammenzuführen, wird man bald einfach aufsatteln und in die Stadt reiten. Es ist eine tolle Idee, und das Wichtigste, womit sich eine Partei wie die SPD momentan zu beschäftigen hat.

Ein Blick in die Zukunft: Wie geht es weiter mit der Sozialdemokratie?

Na ja, eine Volkspartei, die immerhin 14 Prozent des Volkes um sich schart, darf sich ein bisschen anstrengen. Sie wird gebraucht, aber sie sollte uns auch mal erklären, warum.

In punkto Bavaria One: Wieviel Bayern benötigt das Weltall?

Ich vermute mal, um die Ideen der CSU all den Menschen nahezubringen, die noch hinterm Mond leben, braucht es viele Raketen.

Was hilft gegen eine akute Politikverdrossenheitsentzündung?

Spaß am zivilen Ungehorsam – und Spaß an der Möglichkeit, vielleicht doch etwas zu ändern, wenn man sich einmischt.

Wenn es jemals eine GroKo-Gedenkmünze geben würde – wessen Haupt wäre darauf verewigt?

Nur eins natürlich, für andere Häupter wäre keinen Platz, denn es gab ja nur ein Haupt. Die Machterhaltungsmaschine Merkel.

Wie kann sich die Bundeswehr besser gegen Moore verteidigen?

Wenn gar keine Raketentests mehr durchgeführt werden können, weil die Raketen vielleicht ähnlich einsatzbereit sind wie der Restbestand an technischem Material der Bundeswehr, dann blieben uns Moorbrände vielleicht erspart.

Was sollte sich 2019 auf keinen Fall wiederholen?

Verbale Ausfälle, die bei der CSU vorherrschen. Das war über mehrere Wochen doch wirklich sehr, sehr beschämend.

Abschließend: Wer wird die nächste Kanzlerin oder der nächste Kanzler?

Ich denke, das entscheidet die CDU. Die stärkste Partei bestimmt den Kanzler, bei dieser Eigenmachtmaschine CDU, die keine Programmpartei ist, sondern eine Erhaltungsmaschine, denke ich mal, wird das auf ewige Zeit immer die CDU bestimmen.


Sendedaten
20. Januar 2019, 20.15 Uhr
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