Übersicht
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Lupe
Infrastruktur-System für die Weltmacht Europa
Thema der hitec-Sendung "Ein Navi für Europa"
Jedes Land will beim Aufbau des Projektes mitreden und mitarbeiten. Schließlich geht es um lukrative Aufträge und Jobs. In Noordwijk in den Niederlanden sitzt das technische Herz der Europäischen Weltraumorganisation. Dort wird auch für die Präzision des Systems gesorgt.
Günter Hein ist hier Chef der Galileo Operations- und Entwicklungsabteilung. Er lässt die genauesten Atomuhren, die es derzeit gibt, in die Galileo-Satelliten einbauen. Sie verlieren in drei Millionen Jahren nur eine Sekunde.

Günter Hein:
"Das Herz eines jeden Navigationssatelliten ist eigentlich die Atomuhr. Also eine hochpräzise Uhr, die in dem Bereich 10 hoch minus 14, 10 hoch minus 15 arbeitet d.h. also diese Uhr muss im Raum fliegen, die muss robust sein, die muss eigentlich für lange Zeit arbeiten, weil unsere Satelliten haben ja eine Lebensdauer von mindestens 12 Jahren."

Warum vier verschiedene Systeme?
Navigationssatelliten arbeiten mit Zeitsignalen. Sie messen die Zeit, die das Signal vom Satelliten bis zum Nutzer braucht. Durch vier unterschiedliche Werte, von vier unterschiedlichen Satelliten lässt sich eine Position auf der Erde dann genau bestimmen. Die Funktionsweise ist bei allen Satelliten-Navigationssystemen ähnlich. Wozu dann vier verschiedene Systeme aufbauen?

Lupe
Günter Hein:
"Wir bräuchten in der Tat eigentlich nicht vier globale Satelliten-Navigationssysteme, aber es hat damit zu tun, dass die verschiedenen Staaten autonom sein wollen, dass hat damit zu tun, dass auf allen Systemen ein verschlüsselter Dienst ist, entweder für bestimmte Regierungsaufgaben oder für militärische Operationen."

Deshalb besitzen die Russen mit GLONASS ein eigenes System, das dem amerikanischen GPS ähnelt. Die Chinesen - die an Galileo beteiligt sind - entwickeln parallel Compass und wollen die gleichen Frequenzen nutzen wie die Europäer mit Galileo. Der Partner wird zum Konkurrenten.

Johannes Weyer:
"Als Soziologe versuche ich immer die politische Logik des Projektes nachzuvollziehen. Es ist immer gesagt worden: Es ist wirtschaftlich unsinnig, weil die Industrie sich nicht daran beteiligt hat. Weil die Industrie auch nicht bereit ist, das zu finanzieren, usw. Es ist kein ökonomisches Projekt, es ist kein wirtschaftliches Projekt, es ist ein politisches Projekt. Es dient dazu, praktisch die Infrastruktur-Systeme der Zukunft aufzubauen, die eine Weltmacht haben will und Europa möchte Weltmacht werden, ist auf dem Sprung dahin. Und das zu diskutieren ist eine politische Frage aber keine technische Frage. Wenn man sich politisch entscheidet Weltmacht sein zu wollen, dann braucht man die Technik."

Sendedaten
20.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 16.01.2012
Navigation
Mediathek