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Zwei Galileo-Satelliten heben ab
Thema der hitec-Sendung "Ein Navi für Europa"
In Kourou in Französisch-Guayana steht der Weltraumbahnhof der Europäer. Für den Start der ersten Galileo-Satelliten musste der Weltraumbahnhof für rund 470 Millionen Euro speziell ausgebaut werden. Die europäische Ariane-Rakete ist für die Galileo-Zwecke derzeit nicht geeignet.
Zum ersten Mal startet deshalb eine russische Sojus-Rakete von Kourou. Für ihre kostbare Fracht gehen die Europäer damit allerdings ein Risiko ein. Die Sojus-Rakete gilt zwar als extrem zuverlässig, aber es gibt noch keine Erfahrungswerte vom Startplatz Kourou.

Der Startplatz in Französisch-Guayana, dem Nachbarland von Brasilien, ist ideal. Das Land gehört zur EU und liegt geografisch günstig, um Lasten auf eine bestimmte Bahnhöhe zu befördern. Wegen der Nähe zum Äquator benötigen die Raketen viel weniger Treibstoff als wenn man sie aus dem kasachischen Baikonur starten ließe.

Start nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters
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Oktober 2011: Nach jahrelangen Verzögerungen ist es endlich so weit. Die Vorbereitungen für den Start der ersten beiden Galileo-Satelliten laufen nach Plan. Auch im Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen haben sich Experten und Journalisten versammelt. Die Arbeit der vergangenen Jahre soll mit einem gelungenen Start am 20. Oktober gefeiert werden.

Während in Oberpfaffenhofen die Experten die Steuerung der Satelliten erwarten, bereiten sich Fachleute in einem zweiten Kontrollzentrum in Italien auf die Verarbeitung der Navigationssignale vor. Exakt um 12.34 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll die Rakete in Kourou abheben. Der Zeitplan ist extrem wichtig.

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Thomas Reiter:
"Das hat was mit der Orbit-Mechanik zu tun. Diese Satelliten werden ja auf zwei verschiedene Orbits, die gegenüber dem Äquator um 53 Grad geneigt sind, platziert. Und um diese beiden Satelliten dann in die richtige Position zu bringen, hat man nur ein bestimmtes Startfenster. Und in dieser Zeit muss ich die Rakete in den Weltraum bringen, sonst kann ich die Satelliten nicht an die dafür vorgesehenen Stellen auf diesen beiden Orbits bringen."

Doch kurz vor 11 Uhr kommt die Meldung: kein Start.

Günter Hein:
"Beim Betanken der dritten Stufe wurde festgestellt, dass da ein kleiner technischer Defekt ist, bei einem der Verbindungsstecker."

Wieder mal ein Rückschlag für das europäische Satelliten-Navigationssystem. Auch nach Jahrzehnten der Praxis ist die Raumfahrt eine schwer zu beherrschende Technologie.Doch Galileo wird kommen. Und sei es mit noch mehr Verzögerungen und noch höheren Kosten.

Große Erleichterung
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Einen Tag nach dem missglückten Startversuch gelingt der lang ersehnte Raketenstart. Wenn die ersten beiden Galileo-Satelliten freigesetzt sind, kann die eigentliche Arbeit im Kontrollzentrum beginnen.

Walter Päffgen:
"Die Erleichterung ist groß. Aber perfekt wird sie erst, wenn wir die ersten Signale auch von den Satelliten bekommen."

Wenige Stunden später werden die Signale empfangen. 2018 sollen alle 30 Satelliten im Orbit und alle Anwendungen möglich sein. Dann wird sich entscheiden, ob Galileo ein Erfolg sein wird - oder ein Milliardengrab von Steuergeldern.

Sendedaten
20.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 16.01.2012
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