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Lupe
Zivile und militärische Nutzungsmöglichkeiten
Thema der hitec-Sendung "Ein Navi für Europa"
Nicht alle Galileo-Dienste haben die gleiche Qualität und sind von allen frei empfangbar. Auch verschlüsselte und kostenpflichtige, dafür aber genauere Dienste sind geplant. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielschichtig. Und die mobile Welt braucht Navigation in vielen Lebensbereichen.
Die Verkehrs- und Warenströme sind abhängig vom GPS der Amerikaner. Wenn die USA sich entscheidet, das System zu stören oder abzuschalten, herrscht Orientierungslosigkeit. Galileo - so die Forscher - soll neben besserer Technik vor allem Eigenständigkeit garantieren.

Johannes Weyer:
"Also ich denke Satellitennavigation ist eine typische dual-use-technology. Also eine Technologie, die für beide Zwecke, also für zivile und militärische Zwecke genutzt werden kann. Denken Sie nur an die Entstehungsgeschichte von GPS zurück. Es war ja ursprünglich ein militärisches System, was die Zielgenauigkeit von Cruise Missiles und Interkontinentalraketen verbessern sollte. Diese Technologie ist von den USA dann später für zivile Zwecke freigegeben worden."

Nicht ganz ehrlich
Lupe
Auch Galileo will hochgenaue, verschlüsselte Signale anbieten, die gegen Störungen gesichert sind. Dieser Dienst steht nur für staatliche Anwender zur Verfügung. Das schließt das Militär mit ein. Dabei wurde den europäischen Bürgern anfangs - nicht ganz ehrlich - ein System versprochen, das zivilen Zwecken dient und unter ziviler Kontrolle ist. Anders als das amerikanische GPS, das vom Militär kontrolliert wird.

Johannes Weyer:
"Die Amerikaner haben immer versucht, als globale Weltmacht, das Aufkommen eines Konkurrenten zu verhindern. Das war bei der Raketentechnik der 60er Jahre so, als die Europäer sich bemühten eine eigene Rakete zu bauen. Die Europarakete, die ein Flop war, später die Ariane-Rakete. Die Satelliten-Technik der 70er Jahre, die internationale Raumstation der 80er Jahre. Immer haben die Amerikaner versucht, Bestrebungen Europas eigenständig zur Weltraummacht zu werden zu verhindern, weil, wer die zivile Technologie der Raumfahrt beherrscht, hat immer auch die Technologie für die militärische Nutzung in der Hand. In den offiziellen Papieren wird mittlerweile dezidiert darauf hingewiesen, dass Galileo auch im Rahmen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik genutzt wird. Also das hat man anfangs so vor 10 Jahren etwa noch verschämt hinterm Berg gehalten, aber mittlerweile ist es offiziell, dass Galileo eben auch für solche hoheitlichen und militärischen Anwendungen genutzt werden kann. Und es wäre ja, sagen wir in der militärischen Logik denkend, auch völlig unsinnig, ein solches System nicht zu nutzen, wenn man Soldaten im Ausland hat."

Sendedaten
20.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 16.01.2012
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