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Testgebiet im Berchtesgadener Land
Thema der hitec-Sendung "Ein Navi für Europa"
Im Berchtesgadener Land kann man bereits Galileo-Signale empfangen. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben dort Galileo-Sender in Höhen zwischen 700 und 1900 Metern installiert. So entstand "GATE". Das steht für "Galileo Test- und Entwicklungsumgebung".
Erwin Löhnert:
"Berchtesgaden ist ein ideales Testgebiet, weil hier hohe Berge um einen Talkessel, der relativ flach ist, angesiedelt sind, auf den man die Sendestationen installieren kann."

Störsignale gehören dazu
Acht Sender simulieren das fertige Satellitensystem im Weltall. Das Testsystem gaukelt dem Empfänger im Tal Signale von vorüberfliegenden Satelliten vor, obwohl sie von fest installierten Sendestationen stammen. Eine hochkomplexe Rechentechnik macht das möglich. Ein spezielles Problem ist, dass ein militärisches Radar aus Österreich ins Testgebiet strahlt und die Galileo-Signale stört.

Lupe
Erwin Löhnert:
"Störsignale auf den Galileo-Frequenzen können dazu führen, dass der Empfänger das eigentliche Galileo-Signal nicht mehr richtig empfangen kann, d.h. sie können sich das so vorstellen, wie wenn sie mit einem Partner leise flüstern und auf einmal schreit jemand im Hintergrund ganz laut oder die Musik wird ganz laut aufgedreht, dann verstehen sie ihrem Partner einfach sehr, sehr schlecht. Und es gibt aber Mittel und Wege dieses sehr laute Hintergrundgeräusch auszublenden, damit sie ihren Gesprächspartner wieder per Flüstern verstehen und das macht der Empfänger mit entsprechenden Implementierungen."

Erwin Löhnert will während einer Testfahrt überprüfen, wie gut die Signalqualität auf den Straßen im Tal ist. Alle ein bis zwei Monate unternimmt er derartige Fahrten. Wenn Bäume und auch Häuser im Testgebiet im Weg sind, kommen die Signale schwächer bei Löhnert an - oder gar nicht.

Erwin Löhnert:
"Die eigentliche Galileo-Genauigkeit liegt im Meterbereich, allerdings gibt’s natürlich Möglichkeiten, Fehler, dass man die heraus korrigiert und dann wird die Genauigkeit natürlich deutlich besser. Und das, was wir hier im Testgebiet erfahren, ist die echte Welt, d.h. auch an anderen Orten in Deutschland, in ganz Europa gibt es diese Störsignale, mit denen zukünftige Navigationsempfänger zurechtkommen müssen."

Präzision ermöglicht zahlreiche Anwendungen
Lupe
Berchtesgaden ist somit eine nahezu ideale Spielwiese für die Forscher. Hier kann alles getestet werden, was künftig mit Galileo seinen Weg finden soll. Denn das System soll zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten haben. Die EU will den Nutzern verschiedene Signale mit unterschiedlicher Qualität zur Verfügung stellen: Ein sogenannter „Offener Dienst“ wird dabei freiempfangbar sein. Ähnlich wie GPS könnte dieser die Navigation im Straßenverkehr erleichtern. Ohnehin sind die Strukturen der großen Navigationssysteme sehr ähnlich. Die große Stärken von Galileo wird die Genauigkeit des Systems sein.

Johannes Weyer:
"Ja, wir haben ja momentan die Situation, dass mein Navigationsgerät im Auto, das rät ja eher, wo ich bin. GPS sagt, der ist irgendwie auf der Wiese 30 Meter neben der Autobahn. Und dann sagt mein Navigationssystem: Das kann nicht sein, dass der mit 130 Kilometer über die Wiese fährt, der ist wahrscheinlich auf der Autobahn. Mit Galileo können sie präzise sagen, dass sie auf der Autobahn sind, sie können sagen, auf welcher Spur sie sind und der Unterschied wird dann sein, dass diese hochpräzisen Signale Anwendungen ermöglichen, die bis hin zur Verkehrssteuerung gehen. Ein Beispiel: Kollisionsvermeidung von Fahrzeugen: Wir haben 2 Fahrzeuge, die jeweils auf der rechten Spur auf einander zufahren und mit Galileo können sie genau orten, dass sie auf der richtigen Spur sind. D.h. eines Tages wird es möglich sein 2 Fahrzeuge sicher an einander vorbei zuleiten mit den Signalen von Galileo und ich brauche keinen Sicherheitsgurt mehr, keinen Airbag und nichts mehr."

Sendedaten
20.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 16.01.2012
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