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Die Energie von 250.000 Menschen
Thema der hitec-Sendung "Energiespender Mensch"
In Stockholm sind die Winter lang, kalt und dunkel. Energie- effizienz ist hier besonders wichtig. Der Bahnhof in Stockholm ist der größte Skandinaviens. Rund 250.000 Pendler strömen täglich durch die Hallen. Die Körperenergie, die sie verbrauchen, wird zum großen Teil in Wärme umgesetzt.
Kann man diese Energie nutzen? Gerade Menschenmengen wie in Bahnhöfen bieten große Möglichkeiten. Hier läuft ein Energieproduzent neben dem anderen. Bei großer Anstrengung erzeugt ein einzelner Mensch bis zu 900 Watt. Die Kalorien, die wir beim Essen zu uns nehmen, geben wir im Laufe des Tages wieder ab - wir "verlieren" permanent etwa die Energie einer 100 Watt Glühbirne.

Von der Haut zum Wärmetauscher
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Die Energie schwindet über die Haut als Infrarot-Strahlung - also Wärme - und über den Schweiß - also Wasserdampf. Klas Johansson, Umweltbeauftragter der staatlichen Immobiliengesellschaft, sieht in der menschlichen Wärme eine große Chance.

Klas Johansson, Umweltbeauftragter Jernhusen AB, Stockholm:
"Die Menschen im Stockholmer Hauptbahnhof geben - wie alle Menschen - ständig freiwillig Energie an ihre Umgebung ab. Wir versuchen diese Energie auf die bestmögliche Art und Weise abzuernten. Wir tun dies indem wir Wärmetauscher in die Klimaanlage integrieren, die wir brauchen, um den Bahnhof auf einer angenehmen Temperatur zu halten."

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Bei 250.000 Menschen am Tag wird eine gigantische Menge Körperenergie freigesetzt. Die resultierende Wärme zwingt die Betreiber, den Bahnhof permanent zu kühlen - auch im Winter. Und das Kühlsystem im Keller produziert dabei selbst eine enorme Hitze. Wärmetauscher nutzen die Abwärme der Klimaanlage, um Wasser aufzuheizen - für ein nahe gelegenes Bürogebäude.

Klas Johansson, Umweltbeauftragter Jernhusen AB, Stockholm:
"Es ist wichtig Gebäude so effizient wie nur möglich zu bauen. In unserer urbanen Umgebung gibt es viele unterschiedliche Gebäude mit den unterschiedlichsten energetischen Bedürfnissen und Emissionen. Wir versuchen Gebäude nicht isoliert zu sehen, sondern wollen sie miteinander kommunizieren lassen. Wir haben also überschüssige Wärme im Stockholmer Hauptbahnhof und diese können wir in einem unserer Bürogebäude auf der anderen Straßenseite nutzen. Warum also nicht?"

Kommunikation zwischen Gebäuden
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Das "Kungsbrohuset" gilt als vorbildlich in Sachen Energieeffizienz. Es ist gut isoliert und gehört - wie der Bahnhof - der staatlichen Immobiliengesellschaft. Die kostenlose menschliche Abwärme im Bahnhof senkt die Energiekosten des gegenüberliegenden Bürogebäudes um ein Viertel.

Klas Johansson, Umweltbeauftragter Jernhusen AB, Stockholm:
"Das einzige was man braucht ist die Kooperation zwischen Gebäudebesitzern. Ich habe ein Bürohaus und du hast diesen Wohnkomplex, wir haben zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Energiebedürfnisse - können unsere Gebäude miteinander kommunizieren? Das kann an vielen unterschiedlichen Orten funktionieren. Vielleicht nicht in genau der gleichen Konfiguration wie bei uns, aber sicher auf ähnliche Weise."

Die menschliche Energie wird hier also sehr indirekt genutzt - aber sie wird genutzt. Ist das Abzapfen von Menschenenergie auch direkter und im größeren Maßstab möglich?

Sendedaten
26.05.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 09.05.2011
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