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Trott-Èlec - Die Kraft der Straße
Thema der hitec-Sendung "Energiespender Mensch"
Toulouse: Die Stadt an der Garonne ist der Technologiestandort in Frankreich. Alexandre Marciel ist der stellvertretende Bürgermeister. Wenn er von der "Kraft der Straße" spricht, meint er nicht revoltierende Bürger, sondern er spricht davon, menschliche Energie einzufangen.
Sein Projekt "Trott-Èlec" - oder der "elektrische Bürgersteig" könnte eine kleine Revolution auslösen, zumindest eine technologische.

Lupe
Alexandre Marciel, stellvertretender Bürgermeister Toulouse:
"Wir stehen am Anfang eines Paradigmenwechsels. Die Gesellschaft hatte bisher die Vorstellung, dass die Stadt eine Energieverbraucherin ist. Wir glauben, dass die Stadt eine Stromerzeugerin sein kann. Man kann das Projekt "Trott-Élec" einfach zusammenfassen: Ich verbrauche, was ich produziere dort, wo ich es produziere. Ich verbrauche, was ich produziere - das bedeutet unbegrenzte Energie. Solange es Menschen gibt, wird es auch Energie geben. Das muss man verstehen."

Die Idee stammt aus einer Discothek
Jeder Schritt eines Menschen erzeugt nur sechs Watt. Damit könnte man eine herkömmliche Glühbirne für eine Sekunde aufflackern lassen. Nutzt man aber die Energie von vielen Schritten, könnte man schon die Weihnachtsbeleuchtung einer Fußgängerzone für eine Weile mit Strom versorgen.

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Die Idee dahinter stammt ursprünglich aus einer holländischen Discothek. Hier wird die Kraft der Tanzenden genutzt. In der Tanzfläche sind elektromechanische Platten eingebaut.

In Toulouse leuchten nachts fast 70.000 Straßenlampen. Die Hälfte der städtischen Stromrechnung im Jahr geht allein auf Kosten der Straßenbeleuchtung. Schon deshalb wird hier versucht, Strom und Geld zu sparen - ohne die Sicherheit einzuschränken.

Eine der schwierigsten Aufgaben ist es, die Energie der Menschen richtig zu "sammeln". Kernstück ist ein im Boden versenkter Miniaturgenerator, der die Bewegungsenergie eines Schritts direkt in elektrische Energie umwandelt.

Funktionsweise eines Kinderkreisels
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Die Forscher sind noch in der Entwicklungsphase. Weil es zu wenige Prototypen gibt, wird im Moment pro Bodenplatte nur ein einziger Generator verbaut, der einen Speicherakku versorgt. Zukünftig sollen es fünf pro Patte sein. Es gilt herausfinden, welche Anordnung die höchste Effizienz verspricht.

Das Toulouser Trott-Èlec Programm produziert und verbraucht die Energie lokal, direkt an Ort und Stelle: Es ist vom Stromnetz abgekoppelt. Das verhindert Streuverluste. Einige Technologien hat man sich von der Luftfahrt abgeschaut.

Bertrand Nogarède, Physiker, Technische Universität Toulouse:
"Die Technologie stammt aus der Steuerungskontrolle eines Flugzeugs. Besonders an den Stellen wo hydraulische Systeme durch elektromechanische ersetzt wurden. Wir benutzen ein System das im Flugzeug eine rotierende Bewegung in eine lineare umsetzt. Nur in umgekehrter Reihenfolge. Nicht, um eine mechanische Bewegung herzustellen, sondern um mit dieser Bewegung Elektrizität zu produzieren."

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Das Prinzip gleicht der Funktionsweise eines Kinderkreisels. Nur haben sich die Bauteile bereits alle in der Industrie bewährt. Während die Wissenschaftler in Toulouse versuchen die mechanische Energie der Menschen bestmöglich in elektrische Energie umzuwandeln, zapfen andere Menschen an anderen Orten das Kraftwerk in uns auf andere Weise an.

Sendedaten
26.05.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 09.05.2011
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