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Das Stroke Angel System
Thema der hitec-Sendung "60 Minuten zwischen Leben und Tod"
Die Klinik Bad Neustadt ist ein Krankenhaus, das sich auf akute Schlaganfälle spezialisiert hat. Durch den Einsatz mobiler Computer-Systeme wurde die Versorgung erheblich verbessert. Im Mittelpunkt steht das "Stroke-Angel-Pad" zur Datenübermittlung vom Rettungsteam ans Krankenhaus.
Notarzt Christian Wunder ist auf dem Weg zu einem mutmaßlichen Schlaganfall-Patienten. Ein Rentner ist beim Spazierengehen in einem abgelegenen Gebiet der Rhön zusammengebrochen. Der Hubschrauber kommt zum Einsatz, weil ein Rettungswagen bis zur Klinik mehr als 30 Minuten benötigen würde. Bei einem Schlaganfall stirbt mit jeder Minute mehr Gewebe im Gehirn ab. Je später die Hilfe kommt, desto schlimmer sind die Folgen.

Diagnose und Therapie können ohne Zeitverlust beginnen
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Auf dem Stroke-Angel-Pad läuft ab jetzt die Stoppuhr. So verliert das Team die goldene Stunde niemals aus den Augen. Der Rettungsassistent erfasst die Vitaldaten des Patienten und wichtige Informationen zum Vorfall. Vor Einführung des Systems wurde das Notfallprotokoll per Hand geschrieben. Erst in der Klinik bekam es der weiterbehandelnde Arzt zu lesen.

Heute kann sich der diensthabende Neurologe frühzeitig auf den Fall vorbereiten. Wenn der Patient eintrifft, können Diagnose und Therapie ohne Zeitverlust beginnen. Der Schlaganfall ist in Europa die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache von bleibenden Behinderungen. Entscheidend für die Behandlung ist die Frage: Um welche Form von Schlaganfall handelt es sich?

Schnelle Kommunikation entlastet das System
Um das zu klären, muss der Patient so schnell wie möglich in einem Computertomographen untersucht werden. Dank der Datenübertragung mit dem Stroke-Angel läuft die Versorgung in der Klinik doppelt so schnell ab wie früher. In 85 Prozent der Fälle hat ein verstopfendes Blutgerinnsel den Schlaganfall ausgelöst. Dann kann eine Lysetherapie das Gerinnsel medikamentös auflösen. Das Gehirn wird wieder mit Blut versorgt. Ist dagegen eine Hirnblutung der Auslöser, muss operiert werden.

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In diesem Fall ist ein Blutgerinnsel auf dem CT-Bild zu erkennen. Je schneller der Patient nun lysiert wird, also ein blutverdünnendes Medikament erhält, umso mehr Gehirngewebe kann gerettet werden.

Bernd Griewing, Neurologische Klinik, Bad Neustadt:
"Dadurch, dass wir viel mehr Patienten lysieren, ist der Behinderungsgrad dieser Patienten im Durchschnitt geringer und dadurch sparen wir auf die Dauer der Behandlung eines Patienten, einschließlich der Reha, einschließlich der häuslichen Nachversorgung, einen Menge an Folgekosten, die diese Verfahrensweise rechtfertigen."

Seit 2008 bewährt sich das Stroke Angel System in Bad Neustadt im Regelbetrieb. Es hat sich gezeigt: Schnellere Kommunikation zwischen Rettungsteam und Krankenhaus entlastet unser Gesundheitssystem.

Sendedaten
25.08.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 31.01.2011
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