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Im Schulungszentrum des ADAC in Sankt Augustin
Thema der hitec-Sendung "60 Minuten zwischen Leben und Tod"
Zeitersparnis und Effizienz - das sind die Schlüsselbegriffe der neuen Rettungsphilosophie. Auch im Schulungszentrum des ADAC in Sankt Augustin stehen sie im Mittelpunkt. Weltweit erstmals trainieren hier Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten unter einem Dach.
Einem Rettungspiloten im Flugsimulator hat der Ausbilder eine schwere Aufgabe gestellt: Bei starkem Wind muss er einen schwer zugänglichen Unfallort anfliegen. Der Landebereich liegt zwischen den Pfeilern der Moseltalbrücke. Der Pilot muss beweisen, dass er auch unter Zeitdruck jeden beliebigen Notfallort sicher anfliegen kann. Das Sichtfeld von 210 Grad ermöglicht ein Training unter Realbedingungen.

Rettungsteam muss sich blind verstehen
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Parallel dazu üben Notarzt und Rettungsassistent im Medizinsimulator. Auf dem Flug ins Krankenhaus treten bei ihrem Patienten lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auf. Die Kommunikation innerhalb des Rettungsteams muss funktionieren - auf engstem Raum, über Funk und bei ständigen Vibrationen. Die Trainer überwachen jeden Handgriff. Ein Rettungsteam muss sich blind verstehen - das ist das Ausbildungsziel. Nur so können die gefürchteten Kunstfehler vermieden werden.

Maria von Nathusius, Medizinische Leiterin, HEMS-Academy:
"Letztendlich basieren viele dieser Fehler nicht darauf, dass die Leute die damit umgehen - also Rettungsdienstpersonal, Krankenpflegepersonal, Ärzte - etwas nicht können, das ist nicht das Problem. Das Problem ist die Zusammenarbeit, die Kommunikation untereinander. Darauf liegt unser Fokus."

Die goldene Stunde optimal nutzen
Bei reibungslosem Ablauf können Rettungsteams mehr Einsätze pro Tag fliegen. Angesichts von Kostendruck und Notarztmangel ist dies das entscheidende Ziel des Trainings. Gerade heikle Phasen wie die Übergabe des Patienten an das Krankenhaus werden deshalb immer wieder simuliert. An dieser Schnittstelle geht in der Praxis häufig Zeit verloren. Es kann zu Reibungsverlusten und Missverständnissen kommen.

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Nur wenn Rettungsteam und Krankenhauspersonal harmonieren, kann die goldene Stunde optimal genutzt werden. Denn der Transport zum Krankenhaus dauert heute oftmals länger - eine Folge der neuen Rettungsphilosophie "Treat and Run". Es wird versucht, den Patienten in die für sein Krankheitsbild oder Verletzungsmuster am besten geeignete Klinik zu bringen.

Christian Wunder, Notarzt und Anästhesist:
"Früher hat man sich am Unfallort aufgehalten, hat den Patienten lange vor Ort versorgt, hat ihn dann auch in das nächstbeste Krankhaus verlegt. Das ist heute anders, heute versucht man bestimmte Krankheitsbilder wie z. B. den Schlaganfall oder penetrierende Thoraxverletzungen z. B. schnell vor Ort zu versorgen, aber dann auch schnell in eine Spezialklinik verlegen, die die Versorgung weiter betreibt."

Sendedaten
28.04.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 31.01.2011
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