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Von "Stay and Play" zu "Treat and Run"
Thema der hitec-Sendung "60 Minuten zwischen Leben und Tod"
Ist "Load and Go" ein Weg, um auch in Deutschland Notärzte einzusparen? Jahrzehntelang wurde hierzulande das Gegenteil der US-Strategie angewandt: "Stay and Play" ist eine umfassende ärztliche Versorgung am Notfallort. Häufig verstrich dabei viel Zeit, bevor der Rettungswagen losfuhr.
Prof. Dr. Christian K. Lackner:
"Diese Philosophie habe ich auch viele Jahre ganz offensiv nach außen vertreten. Dass man Patienten draußen an der Einsatzstelle stabilisieren sollte und keine instabilen Patienten transportieren sollte. Wir haben inzwischen harte Daten dafür, dass sich ein ganz erheblicher Anteil von den Patienten an der Einsatzstelle mit den Mitteln, die uns im Notarztdienst zur Verfügung stehen, nicht stabilisieren lassen."

Im Schritttempo zum Krankenhaus
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Das wohl prominenteste Beispiel dafür ist der Unfalltod von Prinzessin Diana am 31. August 1997. Die Rettungskräfte handelten strikt nach der in Frankreich geltenden Devise "Stay and Play". Sie investierten wertvolle Zeit in den Versuch, Diana transportfähig zu stabilisieren. Dann fuhr der Rettungswagen los - im Schritttempo, um Erschütterungen zu vermeiden. Für die sechs Kilometer bis zum Krankenhaus brauchte er 40 Minuten.

Prof. Dr. Christian K. Lackner:
"Aus diesem Beispiel kann man lernen, dass zum damaligen Zeitpunkt möglicherweise Erkenntnisse, die wir heute haben, noch nicht vorgelegen sind, dass wir heute wissen, dass Patienten, die sich prähospital nicht stabilisieren lassen, schnellstmöglich in eine geeignete Klinik zu bringen sind."

Maximal 20 Minuten
Diana aber lag erst eine Stunde und 40 Minuten nach dem Unfall auf dem Operationstisch. Doch da war sie bereits innerlich verblutet. Die goldene Stunde war verstrichen. Niemand weiß, ob Diana noch leben könnte, wenn sie nach amerikanischem Muster im Eiltempo ins Krankenhaus gebracht worden wäre. Doch eines steht fest: "Stay and Play" gilt inzwischen als überholt.

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Prof. Dr. Christian K. Lackner:
"Die neue Rettungsphilosophie ist jetzt "Treat and Run", das bedeutet dass wir die Zeit an der Einsatzstelle im gebotenen Maße kurz halten, wir sprechen im Moment von 15, maximal 20 Minuten, so dass wir heute nur die Maßnahmen etablieren, die tatsächlich zwingend lebensrettend sind an der Einsatzstelle, den Patienten dann in den Rettungshubschrauber oder ins Fahrzeug verbringen und alle anderen Maßnahmen dann während des Fluges oder während des Transportes etablieren."

Sendedaten
28.04.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 31.01.2011
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