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Simulation des Schleppvorgangs
Thema zur hitec-Sendung "Eisberg im Schlepptau"
Eingepackt und gut isoliert kann der Eisberg nun abgeschleppt werden. Doch weiß irgendjemand, wie man einen 7 Millionen Tonnen schweren Eisberg abschleppt? Jedes Jahr werden vor der Küste Neufundlands Millionen Dollar ausgegeben, um Ölplattformen vor Eisbergen zu beschützen.
Die Eisbergsaison dauert von April bis Juni. Ölfördergesellschaften setzen starke Schlepper ein, die die Richtung von Eisbergen um ein paar Grad verändern, und wenden so die Gefahr einer Kollision ab. Die Schlepptechnik für Eisberge ist von Freeman Ralph bestens untersucht worden. Er wird der Expertenrunde zugeschaltet.

Freeman Ralph:
"Um die Widerstände gegen das Abschleppen zu minimieren, müsste der Eisberg in Richtung des Abschleppseils ausgerichtet werden. Aber um einen Pendeleffekt zu verhindern, bei dem der Eisberg hinter dem Schlepper stark schwingt, ist es am besten, den Eisberg rechtwinklig zu seiner längsten Seite abzuschleppen."

Lediglich lenken, nicht abschleppen
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Welches Schiff kann einen 7 Millionen Tonnen Eisberg abschleppen? 7 Millionen Tonnen entsprechen 25 Supertankern. Die Argonaute ist ein französisches Schiff, das in der Seenotrettung eingesetzt wird. Die Seilwinde hat eine Zugkraft von 350 Tonnen. Das Schiff selbst kann aber nur 170 Tonnen schleppen. Aber die Schleppkraft des Schiffes muss nicht dem Gewicht des Eisbergs entsprechen. Das Schiff soll den Eisberg lediglich lenken, statt ihn wirklich abzuschleppen.

Mit Hilfe der Simulation überprüft Francois Mauviel die letzten Schritte der Operation. Ein gigantisches Netz wird vor seinen Augen ausgeworfen. Es ist ein kompliziertes System, das er mit Georges Mougin entwickelt hat, um den Eisberg zu schützen und abzuschleppen. Das Netz, das auch im Thunfisch-Fang eingesetzt wird, wickelt sich um den Eisberg, schließt sich langsam und hält dabei den Schutzmantel des Eisbergs am Platz.

Komplexe physikalische und meteorologische Bedingungen
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Der Eisberg kann sich nun auf seine lange Reise über den Nordatlantik machen. Jetzt muss die Simulation noch die Parameter des Schmelzprozesses und die Navigationsdaten integrieren, um jeden Schritt der Reise analysieren zu können, Stunde um Stunde.

Cédric Simard:
"Wir können die Überquerung simulieren als würde sie tatsächlich stattfinden. Wir beziehen komplexe physikalische und meteorologische Bedingungen ein und überwachen eine Reihe von Daten, wie etwa die tatsächliche Geschwindigkeit des Konvois, den Verlust an Masse des Eisbergs und wie viel Treibstoff der Schlepper braucht."

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Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Normalerweise würde es mehr als 5 Schlepper brauchen, um 7 Millionen Tonnen Eis abzuschleppen. Aber das hätte verheerende Auswirkungen auf die Energiebilanz der gesamten Unternehmung. Doch kann man es mit nur einem Schlepper zu wagen? Die Natur soll einen großen Teil der Arbeit machen.

François Mauviel:
"Kontrolliertes Treiben nutzt die Strömungen, den Wind und die Wellen aus soweit als möglich statt gegen sie anzukämpfen. Der Schlepper lenkt nur die natürliche Drift in die richtige Richtung."

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 1,5 Stundenkilometern treibt der Eisberg Richtung Teneriffa.

Sendedaten
13.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 17.01.2011
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