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Die Wahl des geeigneten Objektes
Thema zur hitec-Sendung "Eisberg im Schlepptau"
Georges Mougin sucht das perfekte Exemplar für eine Atlantiküberquerung. Kegel, Keil, Block oder Kuppel - Eisberge gibt es in allen möglichen Formen. Zum Abschleppen eignet vor allem einer: der Tafeleisberg, benannt nach seiner flachen Oberfläche.
Chris Woodworth soll die physikalischen Bedingungen eines Eisberges exakt bestimmen, die ideal für einen Transport wären. Der Meereswissenschaftler aus St. John’s, Neufundland, kennt Eisberge besser als jeder andere hier.

Chris Woodworth:
"Man muss sich das Profil des Eisbergs über und unter Wasser anschauen. Um ein Unterwasserprofil des Eisbergs zu erstellen, sollten wir den Tauchgleiter vom hiesigen Institut für Meerestechnologie ausprobieren. Wir haben ein nach oben gerichtetes Sonar in den Gleiter eingebaut."

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Der Unterwasserroboter soll Informationen über einen transportfähigen Eisberg sammeln. Wählen Mougin und sein Team den falschen Eisberg, könnte das sehr gefährlich werden. Das Sonar des Unterwasserroboters funktioniert wie ein Navigationssystem. Der Gleiter folgt den Formen des Eisbergs unter Wasser. Sobald das Sonar kein Echo mehr empfängt, sind keine Hindernisse im Weg. Wenn alles glatt läuft, taucht der Gleiter am Ende des Eisbergs wieder auf.

Risse, Spalten und Masse - Untersuchung eines 3D-Eisbergs
Risse, Spalten und eine Einschätzung seiner gesamten Masse: all das sind Daten, die für Georges Mougin und sein Eisberg-Transport-Projekt entscheidend sind. Die Wissenschaftler vom Institut für Meeresforschung auf Neufundland können den verborgenen Teil eines Eisbergs heute exakt untersuchen und haben diese Angaben geliefert. Und Cédric Simard, der 3D-Spezialist, baut aus diesen Daten nun einen virtuellen Eisberg.

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Georges Mougin und sein Team betreten die dritte Dimension. In dem riesigen Projektionsfeld können sich die Wissenschaftler frei um den Eisberg bewegen. Ein tiefenwirksames 3D Display mit Raumakustik perfektioniert die Illusion. Doch die 3D-Cave ist mehr als eine Highend-Spielekonsole für Wissenschaftler. Jeder einzelne Schritt des Eisberg-Projekts wird anhand der in der realen Welt gesammelten Daten in der virtuellen Welt simuliert und bis ins letzte Detail hinein untersucht.

Die virtuelle Realität ist das Werkzeug, mit dem sich die unsichtbare Seite der schwimmenden Berge untersuchen lässt. Wie hängt die Form eines Eisbergs mit der Meeresströmung zusammen und welche Auswirkungen hat sie auf sein Abschmelzen? Wie verändert sich seine Form mit der Zeit? Für altgediente Wissenschaftler ist der virtuelle Raum eine gewöhnungsbedürftige Erfahrung.

Warten auf den geigneten Giganten
In Grönland scheinen diese Eisberge, diese Gebirge aus Eis, bewegungslos, als seien sie für immer festgefroren in den Weiten des Nordpolarmeeres. In Wirklichkeit aber ist diese grandiose Szenerie vergänglich. Eisberge schmelzen langsam und gehen auf eine lange Wanderschaft. Eisberge driften in der nördlichen Hemisphäre mehr als 3000 Kilometer weit, getragen erst vom Baffinstrom und dann vom Labradorstrom bis vor die Küste Neufundlands. Diese natürliche Strömung ist von Vorteil für die Wissenschaftler: Sie müssen den Eisberg nicht weit oben im Norden einfangen. Sie warten einfach auf ihn an der richtigen Stelle.

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Nun müssen Georges Mougin und sein Team nur noch den perfekten Eisberg vor der Küste Neufundlands finden. Dafür brauchen sie Hilfe vor Ort. Die Männer und Frauen der International Ice Patrol, werden keine Probleme haben den richtigen Eisberg zu finden, wenn es soweit ist. Die International Ice Patrol ist eine Gesellschaft, die für die Überwachung von Eisbergen im Nordatlantik zuständig ist. Gegründet wurde sie 1914 nach dem Unglück der Titanic.

Die Luftaufklärung der Ice Patrols kann weit mehr als die exakte Lage eines Eisberges bestimmen. Größe, Form und Zustand des Eisberges geben Hinweise, wie er sich in nächster Zeit verhalten wird. Ober er zerbrechen oder schon bald schmelzen könnte, spielt bei der Suche nach einem geeigneten Eisberg für die Atlantik-Überquerung eine wichtige Rolle.

Sendedaten
13.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 17.01.2011
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