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Süßwasserdepot Grönland
Thema zur hitec-Sendung "Eisberg im Schlepptau"
George Mougin hat beobachtet, wie Eisberge in Grönland aus Gletschern geboren werden und gen Süden driften. Sie tauchen vor der Kanadischen Küste, vor Neufundland, auf und schmelzen, sobald sie die moderaten Regionen des nordatlantischen Ozeans erreichen. Der Ingenieur hat eine kühne Vision: Er möchte einen Eisberg nehmen und ihn dorthin schleppen, wo Menschen Trinkwasser dringend benötigen.
Jedes Jahr brechen 350 Milliarden Tonnen Eis von Grönland ab und treiben davon. Einen einzigen Eisberg zu nutzen, würde Millionen Kubikmeter Frischwasser für eine ganze Region verfügbar machen. Einen Eisberg ins Schlepptau zu nehmen, bedeutet letztlich nichts anderes als den Ort zu verändern, an dem er schmelzen wird, meint Georges Mougin. Irgendwann nämlich schmelzen alle Eisberge.

Expertenteam will Nachweis erbringen
Lupe
Georges Mougin hat in den Räumen von Dassault Systèmes, einem internationalen Planungsbüro, ein Team von Experten zusammengestellt. Gletscherforscher, Meteorologen und Meeresforscher sollen ihn bei den ersten konkreten Schritten zur Verwirklichung seiner Idee begleiten. Allen voran sein Projektleiter, der Ingenieur François Mauviel.

François Mauviel:
"Wir möchten den Nachweis erbringen, dass es möglich ist, einen mehrere Millionen Tonnen schweren Eisberg abzuschleppen."

Ist es möglich einen Eisberg im Nordatlantischen Ozean einzufangen und ihn bis zu den kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas zu schleppen? Seit mehr als 4 Millionen Jahren sammelt sich Wasser in Form von Schnee auf Grönland an und wird langsam zu Eis. Der gigantische Eismantel bedeckt 95% des Grönländischen Territoriums und ist stellenweise mehr als 3 Kilometer dick.

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Der Gletscher in der Nähe von Ilulissat an der Ostküste Grönlands eilt mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Tag zur Küste. Dieses gewaltige Süsswasser-Depot bringt pro Jahr 35 Milliarden Tonnen Eis hervor. Einige Tausend Eisberge brechen ab und treiben davon. Vor der Küste Afrikas hat man sie noch nie gesehen.

Vor 40 Jahren nicht ernst genommen
Mittlerweile gibt es eine Karte der wichtigsten Meeresströmungen. Ähnlich wie Wetterbedingungen die Luftfahrt beeinflussen, sind jetzt auch die Schiffsrouten viel besser auf die Meeresströmungen abgestimmt. Für Mougins Plan macht das einen Riesenunterschied.

Vor 40 Jahren, als Georges Mougin begann, über seine Idee zu sprechen, nahmen ihn wenige Menschen ernst. Heute können Spezialisten mit Hilfe der Virtuellen Realität selbst die verrücktesten Ideen testen. Der Test beginnt mit der Wahl eines geeigneten Eisberges.

Sendedaten
13.01.2013, 15.30 Uhr

Erstsendung: 17.01.2011
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