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Lupe
Sterben auf Probe
Thema der hitec-Sendung "Löcher im Netz"
Wie lange der geborgte Tod der Bärtierchen dauern kann, wissen die Forscher nicht. Etwa 30 Jahre sind als sicher verbürgt. Vielleicht können die Moosbewohner aber auch viel länger überdauern. Aus ihrer Sicht spielt Zeit ohnehin keine Rolle. Der Tod kann ihnen nichts anhaben.

Es passiert die Grenze zwischen Leben und Tod
Lupe
Es scheint, nach dem Stand der Wissenschaft, keinen unsichtbaren Faden zu geben, der die Lebensphasen des Bärtierchens verbindet. Ein getrocknetes und in Gel eingelegtes Bärtierchen ist nach allen Regeln der Biologie tot. Und doch wird es wieder lebendig. Es passiert die Grenze zwischen Leben und Tod ohne größere Schwierigkeiten.



Große Fragen zerfallen in viele kleine Einzelfragen
Doch selbst wenn die Wissenschaftler das Geheimnis der Bärtierchen tatsächlich enträtseln, hätten wir das Geheimnis des Lebens damit wirklich gefunden?

Lupe
Thomas Metzinger, Philosoph:
"Interessant ist, dass wir auf der einen Seite das Gefühl haben, das Problem des Lebens ist gelöst und auf der anderen Seite immer noch nicht in der Lage sind, eine wasserdichte Definition des Begriffs Lebendigseins oder Totseins anbieten zu können. Das ist aber immer so. Das ist ein Beispiel für wissenschaftlichen Fortschritt. Wissenschaftlicher Fortschritt besteht immer darin, dass es, vielleicht für Jahrhunderte, eine große Frage gibt. Und die Lösung kündigt sich dadurch an, dass diese große Frage in viele kleine Einzelfragen auseinander fällt. Und wenn man dann diese Frage wieder stellt: Was ist denn nun eigentlich Leben, dann schütteln die Experten den Kopf und sagen: Das kann man so eindeutig nicht sagen."

Sendedaten
19.08.2012, 15.30 Uhr

Erstsendung: 08.11.2010
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