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Lupe
Das große Schmelzen
Die Temperaturen steigen, der Meeresspiegel ebenfalls: Durch den Klimawandel ändert die Erde ihr Gesicht. Pro Jahr verliert Grönland das Eisvolumen der gesamten Alpen. In Bangladesch werden die Zeitabstände zwischen den großen Fluten immer kürzer. Salzwasser dringt über die Flussarme des Ganges ins Landesinnere vor und macht das Ackerland unfruchtbar.
In den peruanischen Hochanden untersucht der Paläoklimatologe Lonnie Thompson seit 30 Jahren anhand von Eisbohrkernen aus dem 5.700 Meter hohen Quelccaya-Gletscher die Klimadaten vergangener Jahrtausende. Seine schockierende Bilanz: Binnen eines Jahres hat sich das Gletschereis bereits um 60 Meter zurückgezogen.

An den Brennpunkten des Klimawandels

Alarmierende Daten vom schmelzenden Riesen
Lupe
Der Jacobshavn Gletscher an der Westküste Grönlands ist der schnellste Gletscher der Welt. Um bis zu 40 Meter pro Tag bewegt sich das Eis vorwärts. Die Eisberge gleiten hinab ins Meer, um auf ihrem Weg nach Süden langsam abzutauen. Doch dieser Prozess scheint sich zu beschleunigen.
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Eine unterschätzte Klimazone
Lupe
Wie funktioniert der Klimawandel in den Tropen? Dieser Frage widmet sich Lonnie Thompson seit mehr als dreißig Jahren. Jährlich ist Peru das Ziel einer Expedition des Gletscherforschers. Er sammelt Informationen aus der Klimageschichte, um das Klima der Zukunft zu errechnen.
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Die Substanz schwindet schneller als in den Alpen
Lupe
Auf dem Gipfel des Quelccaya messen Lonnie Thompson und seine Mitarbeiter Temperatur und Niederschlagsmenge. Die Erwärmung macht ihnen am meisten Sorge. Wenn das Eis null Grad erreicht, beginnt es zu schmelzen. Viel zu häufig sind diese Wärmeperioden in den letzten Jahrzehnten aufgetreten.
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Lebensnotwendiges Schmelzwasser wird versiegen
Lupe
Die Bauern im Andenhochland klagen über Trockenheit. In der warmen Jahreszeit gibt es genügend Wasser: Eis des schmelzenden Gletschers, das auf die Weiden strömt. Doch im Winter fällt seit einigen Jahren kaum noch Regen. Ein ungekanntes Phänomen, das den Bauern Angst macht.
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Der Lebensraum schrumpft, die Bevölkerung wächst
Lupe
Bangladesch ist der am dichtesten bevölkerte Flächenstaat der Erde. Und zugleich nur wenig über dem Meeresspiegel gelegen. Das Team der Hilfsorganisation NETZ ist dort unterwegs, um Menschen zu helfen, die von der jüngsten Überflutung am Brahmaputra betroffen sind.
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Uns bleibt keine Wahl:
Wir müssen Zug um Zug den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Sind wir Menschen stark genug zu dieser großen, gemeinsamen Kraftanstrengung?

Lonnie Thompson, Glaziologe, Ohio State Universität:
"Ich bin zuversichtlich, so weit es um die Menschen als Individuen geht. Regierungen mögen Stellung beziehen für oder gegen irgendetwas - aber auf die Menschen kommt es an. Und da geschieht einiges auf der Welt, in vielen verschiedenen Ländern, das ich ermutigend finde."

Hans Joachim Schellnhuber, Physiker, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung:
"Es ist im Grunde genommen jetzt die Probe darauf, ob eine globalisierte Gesellschaft in der Lage ist, sich neu zu erfinden, wenn sie die Zeichen an der Wand richtig deutet. Und die Zeichen sind sehr deutlich geschrieben."


Sendedaten
26.08.2012, 15.30 Uhr

Erstsendung: 23.08.2010
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