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Abiotische Theorie vs. gängige Öl-Theorie
Thema zu der hitec-Sendung "Öl - und doch kein Ende?"
Also Öl - und doch kein Ende? Auch tief auf dem Meeresgrund tauchen Fragen auf. Aus den schwarzen Rauchern in 3000 Metern Tiefe strömt Methan. Dort wo Kontinentalplatten auseinander driften, sind tiefer liegende biologische Ablagerungen eigentlich unwahrscheinlich. Dass es dort so viel Methan gibt, zeigt, dass es auch ohne biologische Aktivität entstehen kann.

Methan auf dem Mars
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Gibt es ein Interesse die abiotische Öltheorie zu verhindern? Solange die Ölindustrie Rekordgewinne gerade bei drohender Verknappung einstreicht, muss man wohl skeptisch bleiben. Ein weiteres Argument für die russische Theorie wurde im All gefunden. Im Jahr 2009 stellt die NASA plötzlich Methan auf dem Mars fest - aber nicht komplexere Kohlenwasserstoffe wie Öl.



Frisches Öl aus dem Romashkino-Feld
In Russland stellten Wissenschaftler etwas Außergewöhnliches fest. Zwischen Volga und Ural liegt das Elefanten-Feld Romashkino in einer brüchigen Erdmantelzone. In den 80er Jahren brach nach jahrzehntelanger Ausbeutung die Förderung einiger Quellen vollständig zusammen. Dann tauchte plötzlich neues Öl auf. Was hatte sich dort unten abgespielt?


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In Tatarstan wurden bis heute 3 Billionen Liter gefördert. Das sind vier mal mehr, als nach biologischer Erklärung im tiefer liegenden Ölgestein hätten sein dürfen. Ein weiterer Beweis für die abiotische Theorie? Zur kritischen Begutachtung wird eine Probe an das Institut für Meeresforschung nach Oldenburg gesandt.

Prof. Rullkötter, Institut für Meeresforschung, Oldenburg:
"Hier ist das angeblich abiogene Öl aus Russland. Es riecht ganz normal, sehr intensiv nach sehr schwefelartigem Erdöl. Es ist ein sehr zähes Erdöl."

Der Leiter des Instituts, Jürgen Rullkötter, übernimmt selbst die Untersuchung. Es fehlt noch der wissenschaftliche Standard, um abiogenes Öl identifizieren zu können. So arbeitet er mit einer Umkehranalyse, und sucht nach biologischen Spuren, die im abiotischen Öl nicht auftauchen dürften. Der Chromatograph soll dieses Mal fossile Algenreste aufspüren.

Biomarker im Romashkino-Öl
Algen entwickelten bereits vor hunderten Millionen Jahren komplizierte Membranen. Die darin eingebettete Kohlenstoffmoleküle sind zu komplex, als dass sie außerhalb lebender Zellen vorkommen könnten. Ein paar dieser so genannten Biomarker tauchen auf.

Prof. Rullkötter, Institut für Meeresforschung, Oldenburg:
"Organismen produzieren sehr spezifische Inhaltsstoffe, besonders wenn es um Membranen geht. Sie machen ringförmige Strukturen, die man durch rein thermische chemische Synthese nicht erzeugen kann. Ich kann es nicht glauben, dass das abiogenes Öl ist. Alles was wir analysiert haben deutet darauf hin, dass es ein völlig normales Öl ist."

Die Biomarker sprechen gegen die abiologische Erdöl-Entstehung. Ist der Traum vom nie endenden Rohstoff ausgeträumt?

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Dudley Herschbach, Nobelpreisträger, Chemie:
"Es gab bereits sorgfältige Untersuchungen aller Moleküle, die im kommerziell geförderten Erdöl vorkommen. Da gibt’s Moleküle, die eindeutig biologischen Ursprungs sind, aber auch welche, die mit Sicherheit nicht biologischer Natur sind. Solche Analysen beantworten die Frage nicht. Außerdem - Wenn das Öl in der Tiefe ohne biologische Prozesse entsteht - auf dem Weg nach oben gibt es Bakterien, die sich vom Öl ernähren. Wir wissen, dass Bakterien in vielen Kilometern Tiefe vorkommen. So könnten biologische Spuren so oder so ins Öl gelangen."

Bei allen Zweifeln an dieser Methode, auch im Westen liegen viele Ölfelder nahe brüchiger Gebirgszonen. Wenn es bereits offiziell heißt, dass die Weltreserven zurückgehen und Ölkonzerne weiter Milliarden für immer geringere Mengen Öl investieren - weshalb geht bis heute kein westlicher Ölkonzern zumindest eine Forschungs-Kollaboration mit den russischen Forschern ein?

Sendedaten
26.07.2010, 21.30 Uhr

Erstsendung: 15.03.2010
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