© ZDF, Carolin Schmitz
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"Krise" von Carolin Schmitz
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen - Programm 2
Die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen (1.-6. Mai 2019), bei denen 3sat als Medienpartner seit 1999 den 3sat-Förderpreis vergibt, begleiten wir wieder mit zwei Kurzfilmprogrammen. Heute, im zweiten Oberhausen-Programm, zeigen wir sechs Kurzfilme, davon drei TV-Premieren.
Sendedaten
Mittwoch, 8. Mai 2019, 23.20 Uhr
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© Adnan Softic Filme der Kurzfilmtage Oberhausen - Programm 1
Dienstag, 7. Mai 2019, 23.50 Uhr
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Carlotta's Face
"Carlotta's Face" © ZDF, KurzFilm Agentur Hamburg, Frédéric Schuld
Carlotta blickt in den Spiegel und sieht darin jeden Tag das Gesicht einer anderen Frau. Als Kind denkt Carlotta, ihre Mitmenschen hätten gar keine Gesichter. Erst viele Jahre später erfährt Carlotta von einem seltenen, unheilbaren Defizit ihres Gehirns. Schließlich eröffnet ihr die Kunst den entscheidenden Zugang, sich endlich selbst zu erkennen. - Eine dokumentarische Erzählung, fantasievoll animiert.
Credits
Carlotta's Face
Kurzfilm, Deutschland 2018
5 Minuten
Regie: Valentin Ried

Erstausstrahlung

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In der Schule, in der Carlotta die Mitschüler nicht wiedererkennt, wird sie ausgegrenzt und gemobbt. Heute versteht sie sich darauf, ihr eigenes Gesicht zu ertasten und malerisch darzustellen. Der dokumentarische Animationsfilm gewann in Oberhausen 2018 den Preis der Ökumenischen Jury und von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat "besonders wertvoll".

Co-Regisseur Valentin Riedl: "In meinem wissenschaftlichen Alltag erforsche ich die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Carlotta hat mein Wissen über dieses faszinierende Organ um die immense Bedeutung persönlicher, nicht objektivierbarer Wahrnehmung erweitert. Denn ein jeder von uns sieht die Welt mit anderen Augen. Frédéric Schuld hat diese individuelle Sicht der Welt liebevoll in einen Zeichenstil übersetzt, der ganz von Carlottas lithografischen Selbstporträts inspiriert ist."

Die Komplexität des menschlichen Gehirns
"Carlotta's Face" © ZDF, KurzFilm Agentur Hamburg, Frédéric Schuld
Valentin Riedl erforscht als Arzt und Neurowissenschaftler die Komplexität des menschlichen Gehirns. Auf Vorschlag von Wim Wenders erhielt er für seine Bemühungen, abstrakte Wissenschaft mit der künstlerischen Form des Films zu vereinen, den Nachwuchspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland 2016. Gegenwärtig arbeitet er an seinem ersten dokumentarischen Langfilm "Lost in Face" (in Produktion), in dem die Sichtweise der gesichtsblinden Künstlerin Carlotta mit einer neurowissenschaftlichen Sphäre verschmelzen wird. Sein erster Kurzfilm "Bauernsterben" (2012) gewann 2012 bei den Los Angeles Movie Awards (LAMA) in den Kategorien "Best International Film" und "Best Editing".

Co-Regisseur Frédéric Schuld studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln und arbeitet vor allem als Regisseur und Animator von Kurz-, Animations- und Dokumentarfilmen. 2018 stellte er seinen ersten Animationsfilm als Regisseur fertig: "The Chimney".

Krise
"Krise" © ZDF, Carolin Schmitz
Vier gleich aussehende und identisch gekleidete Männer mittleren Alters sitzen nebeneinander auf einer Couch und erzählen mit verschiedenen Stimmen von Krisenmomenten aus ihrem Leben. Handelt es sich bei den vier Männern etwa um Vierlinge? Oder sitzen wir einem filmischen Trick auf? Mit seinem minimalistischen Setting und seinem subtilen Verfremdungseffekt gelingt es dem Film, innere Zwiespälte empathisch und humorvoll ins Bild zu setzen.
Credits
Krise
Kurzfilm, Deutschland 2018
8 Minuten
Regie: Caroline Schmitz

Erstausstrahlung

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Der Kurzfilm thematisiert sein Titelmotiv mit Zen-artiger Kargheit und Gewitztheit auf doppelte Weise: Während einer der vier Männer redet, sitzen die anderen stumm daneben. Mal scheinen sie zuzuhören, mal wirken sie abwesend.

Angesichts der offenen Identitätsfrage geraten auch wir ein wenig außer uns und erleben als Zuschauer eine Mini-Krise unserer eigenen Wahrnehmung. Selbst wenn wir die Lösung des filmischen Zaubertricks kennen - es handelt sich vier Mal um denselben Darsteller, aber unterschiedliche, nachsynchronisierte Stimmen -, fällt es schwer, daran zu glauben.

Zur Person: Carolin Schmitz
Filmemacherin Carolin Schmitz, Absolventin der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM), wurde mit ihren starken, konsequenten Arbeiten seit 2000 immer wieder zu den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen eingeladen.

Überführung
© ZDF Christophe Dalpé
Eines Nachts seilt sich der 17-jährige Mathieu an einer Autobahnüberführung ab, um eine Graffiti zu sprühen und flüchtet danach vor der Polizei, die ihn entdeckt hat. Dann geht sein Leben nur scheinbar ganz normal weiter. - Der sensible und intensive Coming-of-age-Film aus Kanada gewann in Oberhausen 2016 den Preis der Jugendjury und bekam eine Ankaufempfehlung der Ökumenischen Jury.
Credits
Überführung
(Viaduc)
Kurzfilm, Kanada 2015
19 Minuten
Regie: Patrice Laliberté

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Patrice Laliberté ist Drehbuchautor, Regisseur und Mitinhaber einer Produktionsfirma und dreht seit 2009 Kurzfilme. Er inszenierte außerdem die interaktive Webserie "La boîte à malle". Sein Kurzfilm "Überführung" (Viaduc) lief weltweit auf fast 50 Festivals und wurde unter anderem in Toronto als bester kanadischer Kurzfilm, bei Interfilm Berlin als bester Teenager-Kurzfilm und 2016 in Montréal gleich vierfach ausgezeichnet, darunter mit Preisen für die beste Regie und das beste Drehbuch.

Damenbartblick
"Damenbartblick" © Ulrike Göken
Eine junge Frau mit Granatapfelaugen oder mit Bart aus grünen Bohnen: Aus menschlichen Modellen werden auf animierten Collagen von Musik begleitet neue ästhetische Lebensformen. In dem deutsch-ukrainischen Musikvideo ergänzen sich Fotografien von Gesichtern und Körpern und elektronische Musik auf kongeniale Weise. Die Bilder-Collagen und die warmen Synthesizer-Klänge wirken dabei wie organische Synthesen von Natur und Technik.
Credits
Water Marks
Kurzfilm, Israel 2016
5 Minuten
Regie: Meshy Koplevitch

Erstausstrahlung

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"Damenbartblick" ist das visuell schöne und zauberhaft verspielte Ergebnis der Kooperation des deutschen Musikers Jo Zimmermann alias "Schlammpeitziger" mit dem ukrainischen Künstlerpaar "KotaUtka" ("KatzeEnte"): Menschen auf Fotos von KotaUtka verwandeln sich zur Musik Schlammpeitzigers durch den Einsatz von Stoff und allerlei künstlichen Accessoires und solche aus Naturmaterialien in märchenhafte Kreaturen. Die Oberhausener Jury des 20. MuVi-Preis für das Beste deutsche Musikvideo vergab an den Film den zweiten Preis.

Sato no Chihiro
"Sato no Chihiro" © ZDF, Super Milk Cow
Menschen und Alltagsgegenstände in Interaktion: Der japanische Animationsfilm im Stil eines Comics erzählt sieben kleine, miteinander verwobene Kurzgeschichten.
Credits
Sato no Chihiro
Kurzfilm, Japan 2014, 5 Minuten
Regie: Chihiro Sato

Das Leben ist hart
"Das Leben ist hart"  © ZDF Simon Schnellmann
Was kann ein Punkt schon ausrichten gegen die Übermacht der ganzen Buchstaben? In diesem grafisch einfallsreichen Animationsfilm verbindet ein schwarzer Punkt fünf kurze Episoden über das Leben. - Der grafisch einfallsreiche Film gewann den Förderpreis des NRW-Wettbewerbs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen 2016.
Credits
Das Leben ist hart
Kurzfilm, Deutschland 2015
3 Minuten
Regie: Simon Schnellmann