© ZDF/Stephen M
Zurückgezogen lebt der legendäre, aber dennoch in Vergessenheit geratene "Frankenstein"-Regisseur James Whale (Ian McKellen) auf seinem Anwesen und wird immer wieder von schrecklichen Erinnerungen heimgesucht.
Zurückgezogen lebt der legendäre, aber dennoch in Vergessenheit geratene "Frankenstein"-Regisseur James Whale (Ian McKellen) auf seinem Anwesen und wird immer wieder von schrecklichen Erinnerungen heimgesucht.
Gods and Monsters
Nach einem Schlaganfall wird James Whale, Regisseur des Films "Frankenstein", von peinigenden Erinnerungsfetzen heimgesucht. Gleichzeitig sucht der alte Mann die Nähe zu einem jungen Gärtner, in dem er den im Krieg auf tragische Weise verlorenen Geliebten wiederzuerkennen glaubt. - Eine vielschichtige Charakterstudie, feinsinnig und beziehungsreich inszeniert, in der Hauptrolle herausragend gespielt.
Hollywood, 1957. Die großen Tage des Regisseurs James Whale, der Filme wie "Frankenstein" und "Der Unsichtbare" inszeniert hat, liegen hinter ihm. Nur mit einer Haushälterin lebend, gesundheitlich angeschlagen und wegen seiner Homosexualität von der Gesellschaft angefeindet, durchlebt er seine Tage in melancholischer Erinnerung an die Vergangenheit: seine traumatischen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg, sein Erfolg beim Film, seine verlorene Liebe.

© ZDF/Stephen M Ein ungleiches Paar: James Whale (Ian McKellen, links) und sein viriler Gärtner Clayton Boone (Brendan Fraser)
Ein ungleiches Paar: James Whale (Ian McKellen, links) und sein viriler Gärtner Clayton Boone (Brendan Fraser)
Die Gegenwart wird für ihn erst wieder interessant, als sich Whale mit seinem jungen Gärtner Clayton anfreundet, der ihm für seine Skizzen Modell steht. Als der alternde Regisseur jedoch beginnt, Clayton sexuelle Avancen zu machen, wird er hart zurückgewiesen.

Für seinen gefeierten Film "Gods and Monsters" mischte Bill Condon verbürgte Fakten aus dem Leben von James Whale (1889-1957) mit einer frei erfundenen zwischenmenschlichen Geschichte, basierend auf Christopher Brams Roman "Father of Frankenstein". In der Hauptrolle brilliert der britische Theatermime Ian McKellen ("Der Herr der Ringe"), der sich auch abseits seiner Filmrollen seit Jahren weltweit für queere Rechte stark macht. Für seine Darstellung Whales wurde McKellen ebenso für den Academy Award nominiert wie Lynn Redgrave für ihre Rolle als Haushälterin Hanna. Am Ende gewann jedoch nur Regisseur Bill Condon einen Oscar für sein Drehbuch, Redgrave erhielt einen Golden Globe.

Condon, der abwechselnd für Kino und Fernsehen arbeitet und ebenfalls offen zu seinem Schwulsein steht, inszenierte zuletzt 2011 und 2012 zwei Teile der "Twilight"-Saga für die große Leinwand. 2013 folgte "Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" (The Fifth Estate) über Wikileaks-Gründer Julian Assange, und 2017 kam sein Film "Die Schöne und das Biest" (Beauty and the Beast) ins Kino.

Sendedaten
Donnerstag, 12. Oktober 2017, 23.55 Uhr
Credits
Gods and Monsters
Spielfilm, USA 1998
101 Minuten
Regie: Bill Condon
Mit Ian McKellen (James Whale), Brendan Fraser (Clayton Boone), Lynn Redgrave (Hanna), Lolita Davidovich (Betty), David Dukes (David Lewis), Kevin O'Connor (Harry), Mark Kiely (Dwight)