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Kiran ist ein aufgeweckter Junge, der die Herausforderung sucht und seine Grenzen austesten will.
Fremde Kinder: Kiran
Kiran ist zehn und lebt gemeinsam mit seiner Mutter in einer Jurte in den französischen Pyrenäen. Er weiß, wie man Salat anbaut und welche Pflanzen auf der Wiese besonders gut schmecken. Dafür hat er keine Ahnung, was abends im Fernsehen läuft und kann nicht mit dem Computer umgehen.
Kiran und seine aus Belgien stammenden Mutter sind Selbstversorger. Kiran weiß, welche Mondphasen beim Gemüseanbau berücksichtigt werden müssen und wo es die besten Pilze und Heilkräuter im Wald gibt. Mit Fernsehen und Computer hat er nichts zu tun. Er führt ein Leben in Geborgenheit, im Eins-Sein mit der Natur, voller Liebe und Freiraum. Keine bösen Worte, kein Junkfood. In der anthroposophischen Schule, die Kiran besucht, beten die Kinder die Elemente an und spielen Flöte. Kiran aber sehnt sich nach Dissonanz statt Gleichklang, nach ein bisschen Zoff statt immerwährender Harmonie. Er will Wurst mit Ketchup und eine Schule, in der Pokémon-Karten erlaubt sind und man lesen lernt - auch wenn seine Mutter das für überbewertet hält.

Mit sanftem Humor Loriotscher Prägung
© ZDF/Philip Vogt Kiran hilft beim Gemüseanbau.
Kiran hilft beim Gemüseanbau.
Die Dokumentarfilmer Alexander Riedel und Bettina Timm, beide Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film München, porträtieren für die 3sat-Dokumentarfilmreihe "Fremde Kinder" ein charismatisches Aussteigerkind, das einen für europäische Verhältnisse ungewöhnlich archaischen Alltag lebt und sich der Frage stellen muss, wie es sein weiteres Leben gestalten möchte: Bleibt Kiran einem von der Mutter vorgelebten radikal alternativen Lebensstil treu oder zieht es ihn doch in die "Zivilisation"?

"Bettina Timm und Alexander Riedel erzählen voll sanftem Humor Loriotscher Prägung, der nie diskreditiert. Sie erschaffen magische Momente, in denen der Junge eins zu sein scheint mit seiner Umwelt. Sie finden aber auch Bilder dafür, wie er sich aus dieser Welt löst und seinen eigenen Weg zu gehen beginnt", schreibt Grit Lemke, Leiterin des Dokumentarfilmprogramms von DokLeipzig. Dort hatte der Film 2012 seine Festivalpremiere.

"Kiran" ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Fremde Kinder", die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen widmet, für sie Partei ergreift und ihnen eine Stimme verleiht.

Sendedaten
Donnerstag, 20. September 2018, 4.00 Uhr
(Nacht Do/Fr)
Credits
Fremde Kinder: Kiran
Dokumentarfilm von Alexander Riedel und Bettina Timm
Deutschland 2012
29 Minuten
Redaktion: Katya Mader
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