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Oktober
Russland im Jahr 1917, von der Februarrevolution bis zum Oktober 1917. - Einsteins Stummfilm-Klassiker entstand im Auftrag des Exekutivkomitees zur Feier des 10. Jahrestags der Oktoberrevolution. Er unterläuft aber mit seinen ironischen Bildfindungen vordergründiges Revolutionspathos, was dazu führte, dass der Film nach seiner Uraufführung in den Archiven verschwand.
1917 brodelt es in Petrograd: Der Zar ist zwar gestürzt und die Übergangsregierung bereits an der Macht, doch für die breite Bevölkerung ändert sich nichts. Hunger und Elend treiben die wütenden Arbeiter auf die Straße. Lenins Rückkehr aus dem Exil befeuert die Rebellion der Arbeiter, die zunächst niedergeschlagen wird. Doch die Widerstandsbewegung lebt weiter fort. Der Stummfilm "Oktober" wurde zehn Jahre nach der Oktoberrevolution von dem sowjetischen Exekutivkomitee anlässlich des Jubiläums in Auftrag gegeben. Regisseur Sergej Eisenstein erzählt die Geschehnisse mit suggestiven Montagen und unterläuft mit ironischen Bildfindungen vordergründiges Revolutionspathos, was prompt dazu führte, dass der Film nach seiner Uraufführung am 14. März 1928 in den Archiven verschwand. Erst 40 Jahre später entstanden erste Ansätze zu einer systematischen Rekonstruktion. Für die Live-Aufführung mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Dirigent Frank Strobel auf der Berlinale 2012 wurde nach einer integralen Fassung aus dem Staatlichen Russischen Filmarchiv eine HD-Restaurierung mit Material aus Filmarchiven in Amsterdam, London und Berlin vorgenommen. Regisseur Eisenstein, berühmt geworden durch seinen Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" (1925), musste akzeptieren, dass die stalinistische Zensur unter anderem die Passagen verbot, in denen er dem in Ungnade gefallenen Leo Trotzki ein Denkmal setzte. Die eliminierten Szenen sind in der restaurierten Fassung wieder enthalten. Unter anderem diskutiert Trotzki da mit Lenin über den Umsturz und unterschreibt mit Widerwillen sein Votum für die Revolution.

Der Film "Oktober" entstand im Auftrag des Exekutivkomitees zur Feier des 10. Jahrestags der Oktoberrevolution. Gedreht an Originalschauplätzen und mit Veteranen der historischen Ereignisse, zeichnet der Film die geschichtlichen Prozesse von der Februarrevolution bis zum Oktober 1917 nach. Eisenstein kommentiert die historische Entwicklung durch suggestive Montagen und unterläuft mit seinen ironischen Bildfindungen vordergründiges Revolutionspathos, was prompt dazu führte, dass der Film nach seiner Uraufführung am 14. März 1928 in den Archiven verschwand.
Das Besondere der neuen Fassung ist die rekonstruierte Filmmusik von Edmund Meisel (1894-1930), der 1928 zur deutschen Fassung die innovative Filmmusik schrieb, die mit ihrem geräuschhaften Klang und ihren mechanischen Rhythmisierungen wie ein Vorbote der Punk- und Technomusik wirkt.

Credits
Oktober
(Oktjabr)
Stummfilm, Russland 1928,
120 Minuten
Regie: Segej M. Eisenstein, Grigori Aleksandrov
Mit Wasilij Nikandrow,Vladimir Popow, Boris Liwanow, Nikolaj Podwolskij