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Das Mädchen Rosemarie
Die Geschichte der stadtbekannten Frankfurter Luxus-Prostituierten Rosemarie Nitribitt, die zur Blütezeit des Wirtschaftswunders angeblich intimen Zugang zu maßgeblichen Industriellenkreisen hatte. 1957 wurde sie ermordet. Rolf Thiele glossiert in seinem Film die Doppelmoral der bundesdeutschen Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit.
Die junge und attraktive Rosemarie, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, lernt in Frankfurt eine Gruppe Industrieller kennen und beginnt ein Verhältnis mit Konrad Hartog aus Essen. Hartog finanziert Rosemarie eine teure Wohnung und schickt ihr regelmäßig Geld. Bei einer Feier des exklusiven Industriellenclubs wird Rosemarie von den Mächtigen umschwärmt. Die Industriellen, die Rosemarie bald regelmäßig besuchen, werden mit einem Tonbandgerät ausspioniert. Als Rosemarie den Bogen überspannt, wird sie Opfer einer Tragödie. Regisseur Rolf Thiele und sein Drehbuchautor Erich Kuby machten den authentischen, nie aufgeklärten Mord an der Frankfurter Lebedame Rosemarie Nitribitt, die am 1. November 1957 tot in ihrer Wohnung in Frankfurt aufgefunden wurde, zum Ausgangspunkt ihrer Satire auf die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft.

In einer Mischung aus Persiflage, Kabarett und Moritat wird mit großem Aufwand und glanzvoller Besetzung die Doppelmoral der bundesdeutschen Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit glossiert. In dem Film aus dem Jahr 1958 stehen neben Nadja Tiller in der Titelrolle auch Carl Raddatz, Gert Fröbe, Mario Adorf, Karin Baal und weitere Schauspielgrößen vor der Kamera.

3sat setzt die Themenwoche "Sex & Macht" um 22.25 Uhr mit dem zweiten Teil von "Der Schattenmann" fort.

Credits
Das Mädchen Rosemarie
Spielfilm, BRD 1958, 95 Minuten
Regie: Rolf Thiele
Mit Nadja Tiller, Peter van Eyck, Mario Adorf, Carl Raddatz, Gert Fröbe, Hanne Wieder