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© ZDF/Jowan LeBerco Lupe
Joséphine (Isild Le Besco) wird Opfer des primitiv wirkenden Timothée (Nahuel Pérez Biscayart), der sie in seinen Bann schlägt und vergewaltigt.
Tief in den Wäldern
Erotisch-psychologisches Drama
Eine Landarzt-Tochter im Frankreich des 19. Jahrhunderts wird von einer Art Waldjunge hypnotisch in seinen Bann gezogen. Er vergewaltigt sie, und sie folgt ihm in den Wald. Eine ziellose Reise beginnt, auf der sich die Machtverhältnisse umkehren. - Benoît Jacquot inszenierte nach einem Gerichtsfall ein erotisch-psychologisches Drama.
Ein Dorf in Südfrankreich, 1865: Indem er sich taubstumm stellt, findet der junge Landstreicher Timothée Obdach bei der Landarzt-Familie der schönen Josephine. Beim Abendessen lösen seine seltsamen Tricks verstörende Gefühle bei ihr aus. Am nächsten Tag, als Josephine allein zu Hause ist, kehrt Timothée zurück, versetzt sie in hypnotische Trance und vergeht sich an ihr.

Überwältigt von seiner hypnotischen Macht folgt sie ihm in die Wälder. Obwohl Timothée sie verängstigt und abstößt und wiederholt missbraucht, entwickelt Josephine ein merkwürdiges Begehren und eine widersprüchliche Faszination für den wilden Fremden, der ihr immer vertrauter wird. Schließlich gelingt es Josephine zu fliehen; Timothée wird gefangen genommen und verurteilt. Doch vorher schließen die Beiden noch eine Vereinbarung.

© ZDF/Jowan LeBesco Lupe
Timothée (Nahuel Pérez Biscayart) und Joséphine (Isild Le Besco): Das Täter-Opfer-Verhältnis wandelt sich.
Benôit Jacquot ("Leb wohl, meine Königin!") hat mit "Tief in den Wäldern" nach einem authentischen Gerichtsfall einen beeindruckenden Film über Sex, Macht und Begehren gedreht. Isild Le Besco ("Sade") als Joséphine und Nahuel Pérez Biscayart als Timothée zeigen ein Wechselbad der Gefühle zwischen psychischer Abhängigkeit und körperlicher Anziehung. Während Timothée im Verlauf der Reise auch wegen einer Krankheit immer passiver wird, beginnt sie geradezu aufzublühen. Der Missbrauchende verliert zunehmend die Kontrolle über sein Opfer.

Seine Weltpremiere feierte "Tief in den Wäldern" als Eröffnungsfilm des Filmfestivals in Locarno 2010. Benôit Jacquot, 1947 in Paris geboren, begann seine Karriere schon in den 60er Jahren als Regieassistent unter anderem von Marcel Carné, Roger Vadim und Marguerite Duras. Außer seinen fast zwanzig Kinofilmen drehte er zahlreiche Fernseh- und Dokumentarfilme, zum Beispiel über den Psychoanalytiker Jacques Lacan. In vielen seiner Filme ging es um die Themen von "Tief in den Wäldern" - um "Amours fous", die Paradoxien des sexuellen Begehrens, Psychoanalyse und manchmal auch um Hypnose ("Der siebte Himmel", 1997).

Sendedaten
Donnerstag, 14. Mai, 23.30 Uhr
Credits
Tief in den Wäldern
(Au fond des bois)
Spielfilm, Frankreich 2010
98 Minuten
Regie: Benoît Jacquot
Mit Isild Le Besco, Pérez Biscayart, Jérôme Kircher, Bernard Rouquette, Mathieu Simonet
Thementag
Ab ins Grüne
14. Mai 2015, ab 5.45 Uhr