Eine Landarzt-Tochter im Frankreich des 19. Jahrhunderts wird von einer Art Waldjunge hypnotisch in seinen Bann gezogen. Er vergewaltigt sie, und sie folgt ihm in den Wald. Eine ziellose Reise beginnt, auf der sich die Machtverhältnisse umkehren. - Benoît Jacquot inszenierte nach einem Gerichtsfall ein erotisch-psychologisches Drama.
Benôit Jacquot ("Leb wohl, meine Königin!") hat mit "Tief in den Wäldern" nach einem authentischen Gerichtsfall einen beeindruckenden Film über Sex, Macht und Begehren gedreht. Isild Le Besco ("Sade") als Joséphine und Nahuel Pérez Biscayart als Timothée zeigen ein Wechselbad der Gefühle zwischen psychischer Abhängigkeit und körperlicher Anziehung. Während Timothée im Verlauf der Reise auch wegen einer Krankheit immer passiver wird, beginnt sie geradezu aufzublühen. Der Missbrauchende verliert zunehmend die Kontrolle über sein Opfer. Seine Weltpremiere feierte "Tief in den Wäldern" als Eröffnungsfilm des Filmfestivals in Locarno 2010. Benôit Jacquot, 1947 in Paris geboren, begann seine Karriere schon in den 60er Jahren als Regieassistent unter anderem von Marcel Carné, Roger Vadim und Marguerite Duras. Außer seinen fast zwanzig Kinofilmen drehte er zahlreiche Fernseh- und Dokumentarfilme, zum Beispiel über den Psychoanalytiker Jacques Lacan. In vielen seiner Filme ging es um die Themen von "Tief in den Wäldern" - um "Amours fous", die Paradoxien des sexuellen Begehrens, Psychoanalyse und manchmal auch um Hypnose ("Der siebte Himmel", 1997).
Credits
Tief in den Wäldern (Au fond des bois) Spielfilm, Frankreich 2010, 98 Minuten Regie: Benoît Jacquot Mit Isild Le Besco, Pérez Biscayart, Jérôme Kircher, Bernard Rouquette,Mathieu Simonet