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© SRF Lupe
Der Begründer des Roten Kreuzes als Filmheld: Thomas Jouannet als Henry Dunant
Henry Dunant
Rot auf dem Kreuz
Henry Dunant wird 1859 in Solferino in der Lombardei mit den Schrecken des Krieges konfrontiert. Der junge Genfer unternimmt fortan alles, um seine Vision einer neutralen Organisation zum Schutz der Kriegsverletzten in die Tat umzusetzen - ein bahnbrechendes und politisch äußerst heikles Unterfangen.
Der Genfer Kaufmann Henry Dunant verwaltet in Algerien die Mühlen des befreundeten Investors Bourg-Thibourg. Wegen anhaltender Dürren entschließt sich der mitfühlende Dunant, für die geplagte Bevölkerung einen Staudamm bauen zu lassen. Weil die Kolonialbehörde nicht handelt, reist Dunant kurz entschlossen nach Frankreich, um direkt bei Kaiser Napoléon III zu intervenieren. Da der Kaiser in Norditalien Krieg gegen die Österreicher führt, folgt Dunant den kämpfenden Truppen.

In der Nähe des Städtchens Solferino gerät er unvermittelt auf ein Schlachtfeld und erlebt unter Schock, wie Tausende verwundeter Soldaten beider Lager hilflos zurückgelassen werden. Er vergisst seine Pläne und versucht, gemeinsam mit dem Genfer Arzt Louis Appia, so viele Verletzte wie möglich zu bergen und sie in Kirchen und Schulen zu betreuen. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen Freund und Feind, ganz im Gegenteil: Mit dem Satz "Wir sind alle Brüder" erobert er die Herzen und gewinnt die Mithilfe der italienischen Bevölkerung.

In seinen Briefen an die Genfer Krankenschwester Cécile Thuiller (Emilie Dequenne) schildert er das Grauen und die Hilflosigkeit angesichts der katastrophalen Situation. Während Cécile einen Hilfskonvoi mit Ärzten und Pflegerinnen organisiert, veröffentlicht sein Freund, der Journalist Samuel Lowenthal, die Briefe in anonymisierter Form. Doch die französischen Offiziere haben wenig Verständnis für Dunants Aktivitäten. Sie verbrennen sein Tagebuch und zwingen ihn, innert Tagesfrist Italien zu verlassen.

Verzweifelt sucht Dunant nach einem Weg, die verletzten Österreicher zu evakuieren, bevor sie den Franzosen in die Hände fallen. Mit Blut malt er riesige rote Kreuze auf Verbandstoff und Leintücher und führt die Verwundeten sowie die Helfer dank dieser Fahnen mitten durch ein Schlachtfeld in Sicherheit. Von nun an wird Dunant nicht aufgeben, seine Vision einer effizienten Hilfsorganisation in die Tat umzusetzen, getreu seinem Motto: "Seuls ceux qui sont assez fous pour penser qu'ils peuvent changer le monde y parviennent!" (Nur wer genügend verrückt ist, zu meinen, er könne die Welt verändern, erreicht das auch).

Sendedaten
17. Oktober 2012, 22.25 Uhr
Credits
(Henry Dunant - Du rouge sur la croix)
Spielfilm Schweiz, Frankreich, Österreich, Algerien 2006
Länge: 98 Minuten

Regie: Dominique Othenin-Girard

Mit Thomas Jouannet, Vania Vilers, Tom Novembre, Vincent Winterhalter, Emilie Dequenne, Pascal Vincent u. a.
Die Schlacht von Solferino
Die Entscheidungsschlacht im Sardinischen Krieg 1859 war extrem grauenvoll. Durch diesen Kampf, in dem etwa 150.000 österreichische Soldaten gegen ungefähr 130.000 Franzosen und Italiener antraten und eine vernichtende Niederlage hinnehmen mussten, wurde der Schweizer Henry Dunant motiviert, das Rote Kreuz als internationale Hilfsorganisation zu gründen.