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Anton und sein Freund machen eine Pause beim Metallsammeln.
Fremde Kinder: Happy End
Anton ist zwölf Jahre alt, lebt in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und liebt Schokolade über alles. Mit seiner Mutter und seiner Schwester wohnt er in einem Sozialbau in einem Raum. Seine Familie ist eine der vielen Problemfamilien der Millionenmetropole - arbeitslos, tief verschuldet und ohne Perspektive. Der Junge gehört zu den "Metallkindern" in Kiew, die schweres Altmetall sammeln und an Schrotthändler verkaufen.
Trotz der schwierigen Situation ist Anton unbekümmert. Bis ein Mann vom Jugendamt kommt und ankündigt, dass er seiner Mutter weggenommen und in ein Erziehungsheim gesteckt werden soll. In Kiew halten sich viele "Schrottkids" mit dem Sammeln und Weiterverkaufen von recyclebaren Altmetallen, Glas und Papier über Wasser. Der Konkurrenzkampf unter den Straßenkindern ist groß, der Alltag hart. Auf den Straßen Kiews zu leben, bedeutet schnell erwachsen zu werden. Die Schrottkids leben unterhalb der Armutsgrenze und sind doch voller Tatendrang. Von ihren Eltern, die meisten alkohol- oder drogenabhängig, können sie nichts erwarten. Und vom verheißungsvollen Glanz, den Kiew als ein Veranstaltungsort der Fußball-EM 2012 anstrebt, bekommen sie nichts ab.

Empathie mit hintergründigem Blick
© ZDF/Stanislaw Mucha Anton beim Computerspiel im Internetcafe
Anton beim Computerspiel im Internetcafe
Der renommierte Autor Stanislaw Mucha, der mit "Businessman" einen der originellsten Filme der "Fremde Kinder"-Reihe realisierte, hat mit Gespür für seine Protagonisten wieder einen Dokumentarfilm gedreht, der von Empathie und einem hintergründigen Blick geprägt ist. Mucha nennt sein neues Projekt einen "Dokumentarfilm über einen verzweifelten und aussichtslosen Kampf eines Kindes ums Überleben, Überleben in einer deindustrialisierten Zone, in der jedes Mittel zum Überleben gut genug ist. Auch das Metall." Vor seinen "Fremde Kinder"-Beiträgen realisierte Stanislaw Mucha für 3sat bereits den Dokumentarfilm "Absolut Warhola", der zahlreiche Preise erhielt und vom Verband der deutschen Filmkritik als bester Dokumentarfilm des Jahres 2001 ausgezeichnet wurde.

"Happy End" ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Fremde Kinder", die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen widmet, für sie Partei ergreift und ihnen eine Stimme verleiht.

Sendedaten
Dienstag, 19. September 2017,
5.00 Uhr
(Nacht Di/Mi)
Credits
Fremde Kinder: Happy End
Dokumentarfilm von Stanislaw Mucha
Deutschland 2012
28 Minuten
Redaktion: Udo Bremer
Dokumentarfilmreihe
Zum Weltkindertag am 20. September zeigen wir aus der Reihe "Fremde Kinder" in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19./20.9., auch: