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© ZDF/Thomas Frickel Lupe
Auf der Suche nach dem Führer: US-Reporter Dennis Mascarenas hat es in die Antarktis verschlagen, wo sich rechten Mythen zufolge die Führungselite des Dritten Reiches versteckt.
Die Mondverschwörung
Eine satirisch-dokumentarische Reise
Eine satirisch-dokumentarische Reise in die Untiefen deutscher Mondverehrung: Der vermeintliche US-amerikanische Reporter Dennis Mascarenas sondiert den breiten Markt an Mondprodukten und lässt in entlarvenden Interviews mit Mondlandbesitzern, UFO-Gläubigen und Vertretern von fragwürdigen esoterischen bis antizionistischen Theorien Deutschlands finsterste Vergangenheit lebendig werden.
Wo es den Mainstream-Medien zu heiss wird, ist Dennis R. D. Mascarenas in seinem Element. Als Chefreporter des deutschsprachigen US-Senders DDC-TV hat er schon manches heisse Eisen angepackt. Doch sein neuester Auftrag treibt ihn an den Rand der Verzweiflung: Ein deutscher Rentner hat Besitzansprüche auf den Mond angemeldet. Dennis soll herausfinden, was es damit auf sich hat. Schritt für Schritt deckt seine Recherchereise durch Deutschland verborgene Ebenen auf und fördert ein Beziehungsgeflecht zu Tage, in das offenbar auch führende deutsche Politiker verstrickt sind. Wieso protegiert der Außenminister eine Mondscheinfriseuse? Warum werden obszöne Bilder auf den deutschen Personalausweis gedruckt? Wozu wurde die Bundeskanzlerin mit Plutonium abgefüllt? Weshalb lässt ein Finanzminister Euro-Scheine vergiften? Und vor allem: Wer steckt hinter diesen Anschlägen? Klar wird dabei zunächst eines: In diesem Land gehen Dinge vor, von denen wir keine Ahnung haben.

Das Verhältnis der Deutschen zum Mond
© ZDF/Thomas Frickel Lupe
Bei Guido Westerwelle (Mitte) gerät Reporter Dennis Mascarenas (rechst) an die Grenzen seiner investigativen Fähigkeiten.
Dennis Mascarenas Versuch, das Verhältnis der Deutschen zum Mond auszuloten, gerät unversehens in einen Strudel irrwitziger Erklärungsmuster, die auf absurde Weise Deutschlands finsterste Vergangenheit lebendig werden lassen. Rund ein Jahrzehnt nach seiner ersten Deutschland-Recherche in der Film-Satire "Deckname Dennis“ ist der amerikanische Journalist wieder unterwegs, um das Wesen der Deutschen zu erforschen – diesmal nicht mehr hemdsärmelig mit Base-Cap, sondern seriös, in weißem Hemd und mit Krawatte.

Zwischen Staunen, Lachen und Empörung
Formal kommt „Die Mondverschwörung“ als Persiflage auf das Genre fernsehgängiger Enthüllungs-Reportagen daher. Und doch ist der Film mehr als eine Nummern-Revue aus dem Kuriositäten-Kabinett der Spinner und Sektierer. Wie schon sein Vorgängerfilm "Deckname Dennis", stürzt er sein Publikum zwischen ungläubigem Staunen, Lachen und Empörung in immer neue emotionale Wechselbäder. Dabei hat der Irrsinn einen ernsten Hintergrund: Die wachsende Akzeptanz irrationalen Denkens auch in Teilen der Jugendkultur wird von rechten Ideologen gezielt zu Propagandazwecken genutzt. Kenner der Szene halten Esoterik derzeit für "das gefährlichste Einfallstor des Rechtsextremismus", und der Weg des Protagonisten in eine immer absurder werdende Gedanken-Welt lässt erahnen, wie schnell sich scheinbar harmlose mit gefährlichen Versatzstücken zu einer menschenverachtenden Ideologie verbinden können.

Sendedaten
Sonntag, 23. September 2012
21.45 Uhr

Erstausstrahlung
Credits
Die Mondverschwörung
Dokumentarfilm von Thomas Frickel
Deutschland 2010
Redaktion: Katya Mader
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