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© ZDF Angelina Maccarone Lupe
Charlotte Ramplings atemberaubender „Look“: Diese Augen haben die Welt gesehen und ihr Aussehen hat die Blicke der Welt auf sich gezogen.
The Look - Charlotte Rampling
A Self Portrait Through Others
Charlotte Rampling: Tabubrecherin, Stilikone, Weltstar und furchtlose Avantgardistin. Oft als  Objekt der Begierde  inszeniert, gehört in diesem Dokumentarfilm der Blick ihr: Sie ist das Subjekt des Films. Mit Weggefährten wie Peter Lindbergh und Paul Auster lotet Rampling in neun Kapiteln jenseits des anekdotischen und chronologischen Sich-Erinnerns die großen Lebensthemen aus.
Charlotte Rampling ist für die einen eine Tabubrecherin, für die anderen eine Stilikone. Zweifelsohne ist sie ein Weltstar und - weil sie lieber ihrem Gefühl folgt statt einem Karrierekalkül - immer furchtlos da, wo es gerade einen Umbruch und Aufbruch in etwas Unbekanntes gibt. Sie war das Chelsea Girl im Swinging London der 1960er Jahre und inspirierte Helmut Newton zu seinem ersten Aktfoto. Dann entdeckte Luchino Visconti sie für sein umstrittenes NS-Sittengemälde "Die Verdammten" und holte sie nach Italien, wo sie wenig später mit ihrer Rolle in Liliana Cavanis Drama "Der Nachtportier" für einen Skandal sorgte, indem sie eine Holocaust-Überlebende spielte, die sich auf eine sadomasochistische Amour fou mit ihrem ehemaligen KZ-Wärter und Peiniger einlässt. In Hollywood stand sie mit Paul Newman für den Sidney-Lumet-Film "The Verdict" vor der Kamera, und für Woody Allen war sie die perfekte Frau. Zumindest für seinen Film "Stardust Memories", der Charlotte Rampling zu einer kühl-lasziven Männerfantasie stilisierte. Immer wieder sollte Rampling in ihren zahlreichen Rollen als Projektionsfläche dienen, wurde als "Objekt der Begierde" inszeniert, und hat sich dem doch jedes Mal entzogen.

Intime Innenansichten
© ZDF/Angelina Maccarone Lupe
Zwischen Verheißung und Versagung. Die Zweideutigkeit ihres Blicks machte Charlotte Rampling weltberühmt.
Der Dokumentarfilm "The Look - Charlotte Rampling" hat sich ihrem Blick verschrieben. Charlotte Rampling ist das Subjekt des Films, sein Zentrum, sein Herz, während sie mit Weggefährten wie dem Fotografen Peter Lindbergh und dem Schriftsteller Paul Auster in neun Kapiteln jenseits des anekdotischen und chronologischen Sich-Erinnerns die großen Lebensthemen auslotet. Was man über sie erfährt ist intim, eine Innenansicht, die - wie sie selbst sagt - die einzige Möglichkeit eines wahrhaftigen Abbilds birgt.
Angelina Maccarone, geboren 1965 bei Köln, begann ihre Karriere als Liedtexterin, bevor sie 1994 ins Drehbuch- und Regiefach wechselte. Ihre Filme für Kino und Fernsehen wurden mehrfach preisgekrönt, für "Verfolgt" erhielt sie 2006 in Locarno den Goldenen Leoparden. In "The Look - Charlotte Rampling" gelingt ihr eine sehr persönliche Annäherung an eine der größten lebenden Schauspielerinnen unserer Zeit.


Credits
The Look - Charlotte Rampling
A Self Portrait Through Others
Dokumentarfilm von Angelina Maccarone
Deutschland/Frankreich 2011
94 Minuten
Filmreihe
Charlotte Rampling
vom 25. bis 30. November 2012