Die Adenauer-Ära in einer deutschen Stadt: Lola führt ein Doppelleben als zärtliche Mutter Marie-Louise und verruchte Tänzerin und Mätresse eines korrupten Baulöwen. Als der gewissenhafte neue Baudezernent von Bohm sich in sie verliebt, bringt er damit das Geschäftsleben der Stadt aus dem Gleichgewicht. – 3sat zeigt Rainer Werner Fassbinders grell-stilisierte Wirtschaftswunder-Satire zum 30. Todestag des großen Regisseurs.
Lola" beginnt da, wo "Die Ehe der Maria Braun" (1978) endete. Der Film ist der zweite Teil von Rainer Werner Fassbinders Wirtschaftswunder-Trilogie. Der dritte Film ist "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (1982). In seiner gleichzeitig kolportagehaft wie stilisiert erzählten Geschichte aus den 1950er Jahren entlarvt Fassbinder satirisch die perfekt im Kapitalismus operierende bürgerliche Doppelmoral der Adenauer-Ära und scheut dabei nicht vor Kitsch und Klischees zurück. Die weibliche Hauptrolle gab Fassbinder Barbara Sukowa, die er für seine TV-Serie "Berlin Alexanderplatz" entdeckt hatte und die anschließend Kinokarriere machte ("Rosa Luxemburg", "Homo Faber", "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen"). Neben Mario Adorf gab der DDR-Schauspieler Armin Mueller-Stahl sein beeindruckendes West-Kino-Debüt.
Der große deutsche Regisseur Rainer Werner Fassbinder starb am 10. Juni 1982 im Alter von 37 Jahren, 2012 jährt sich sein Todestag zum 30. Mal. Fassbinder inszenierte nach seinem Debütspielfilm "Katzelmacher" (1969) innerhalb von nur 13 Jahren 38 Filme, darunter Meisterwerke wie "Händler der vier Jahreszeiten", "Effi Briest", "Angst essen Seele auf" und "Die Ehe der Maria Braun".
Credits
Lola Spielfilm, BRD 1981, 112 Minuten Regie: Rainer Werner Fassbinder Mit Barbara Sukowa, Armin Müller-Stahl,Mario Adorf, Matthias Fuchs, Ivan Desny,Helga Feddersen