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Was will ich mehr
Eine Frau und ein Mann beginnen eine Affäre, die mit ihren bisherigen Lebensentwürfen kollidiert. Da sie ihre jeweiligen Partner aber nicht verlassen wollen, setzt ein von Lügen gezeichneter "Passionsweg" ein. Mehr als auf die Liebe fokussiert der Film auf die privaten wie beruflichen Rahmenbedingungen sowie auf die "Kollateralschäden", die ihre Leidenschaft hinterlässt. Eine genaue Studie, die ihre Figuren durch einen zunehmend destabilisierten Alltag begleitet.
Annas Leben verläuft in geregelten Bahnen. Sie hat einen guten Job, sie liebt ihre Familie, ihre Freunde und Alessio, ihren Lebenspartner. Langsam gewöhnt sie sich sogar an den Gedanken, mit Alessio Kinder zu haben. Und dann tritt aus heiterem Himmel Domenico in ihr Leben, und schon bald können beide nicht mehr voneinander lassen. Zum ersten Mal gibt es sowohl für ihn als auch für sie nichts anderes mehr als Verlangen und Leidenschaft. Aber Annas neu entfachte Lebenslust stößt an eine Grenze: Domenico ist verheiratet, hat zwei Kinder und muss jeden Monat aufs Neue schauen, ob das Geld für die Miete reicht. Die gemeinsamen Momente der Freiheit müssen mit Lügen und schlechtem Gewissen erkauft werden. Bis Anna den Entschluss fasst, dass sie von dieser Liebe mehr erwartet.

Nach "Brot und Tulpen" und "Tage und Wolken" erweist sich Regisseur Silvio Soldini in "Was will ich mehr" erneut als sensibler Beobachter zwischenmenschlicher Beziehungen. "Mir war es wichtig, die Geschichte einer Leidenschaft so direkt wie möglich zu erzählen und die Liebenden in jedem Moment ihrer emotionalen Reise zu begleiten", sagt Soldini über seinen Film. Dabei ergreift er nicht Partei, sondern stellt Leidenschaft und Alltag einander mit beinahe dokumentarischem Auge gegenüber. Der italienische Shooting Star Alba Rohrwacher ("Die Einsamkeit der Primzahlen") verkörpert als Anna das allzu menschliche Ringen zwischen den beiden Polen genauso eindrücklich wie Pierfrancesco Favino ("Illuminati") an ihrer Seite. Als Annas Freund Alessio ist Giuseppe Battiston zu sehen, der auch bereits in "Brot und Tulpen" und, wie Alba Rohrwacher, in "Tage und Wolken" zu Soldinis Ensemble gehörte.

Credits
Was will ich mehr
Spielfilm, Italien/Schweiz 2010, 120 Minuten
Regie: Silvio Soldini
Mit Alba Rohrwacher,Pierfrancesco Favino,Teresa Saponangelo, Giuseppe Battiston, Fabio Froiano
Filmreihe
LiebesSpiele
vom 14. bis 31. August