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46 Fotos und Infos zu den Filmen der Reihe "Die amerikanische Angst"
Die amerikanische Angst
Die USA 15 Jahre nach 9/11: zehn Spiel- und Dokumentarfilme
Wie haben sich US-Filmemacher mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und ihren Folgen, mit Krieg und Daten-Überwachung befasst? 15 Jahre nach 9/11 zeigt 3sat in der Reihe "Die amerikanische Angst" zehn Spiel- und Dokumentarfilme, die sich mit den Anschlägen und den Folgen auseinandersetzen. Darunter zwei TV-Premieren: "Kennwort Kino: Das US-Kino nach 9/11", die begleitende Dokumentation am 5. Oktober, 0.05 Uhr, und der Spielfilm "Nächster Halt: Fruitvale Station" am Donnerstag, 13. Oktober, 22.25 Uhr.
Sendedaten
5. bis 14. Oktober 2016
Flug 93
© dpa
Während am 11. September 2001 Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon rasen, stürzt ein viertes gekapertes Flugzeug mit Kurs auf Washington über freiem Feld in Pennsylvania ab. Die Maschine geht dort zu Boden, weil die Passagiere bis zuletzt Widerstand gegen die Entführer leisten. - Die beklemmende, fast dokumentarische Erzählweise macht den Film zu einem Paradebeispiel medialer Adaption von authentischen Ereignissen.
Sendedaten
Mittwoch, 5. Oktober, 22.25 Uhr

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Ein Datum, das zur Chiffre für die Katastrophe wurde: Der Terroranschlag des 11. September 2001 kostete Tausende das Leben, als vier Flugzeuge von ihren islamistischen Entführern zur tödlichen Waffe umfunktioniert wurden. Jeder kennt die Bilder von den beiden Maschinen, die nacheinander über New York in beide Türme des World Trade Centers rasten, während nahezu zeitgleich ein drittes Flugzeug in Washington auf das Pentagon stürzte.

Über das Schicksal der vierten Maschine, die wegen des Widerstands der Passagiere nicht in Washington, sondern in einem Waldstück in Pennsylvania zerschellte, drehte der britische Regisseur Paul Greengrass fünf Jahre später den Film "Flug 93", ein beklemmendes Doku-Drama, das die Ereignisse an Bord der United Airlines-Maschine und am Boden in der Flugsicherung rekonstruiert.

Über das genaue Ziel der vierten, auf ihrem Weg von New York nach San Francisco entführten Maschine, die (wie schon das auf das Pentagon gestürzte Flugzeug) ebenfalls Washington anflog, kann nur gemutmaßt werden. Fest steht, dass der Plan der Entführer am Widerstand der Passagiere scheiterte, die aufgrund der banalen Tatsache, dass ihre Maschine mit 40-minütiger Verspätung startete und deshalb nicht mehr gleichzeitig mit den anderen entführten Flugzeugen in ihr Unglück rasen konnte, über Handykontakte zur Außenwelt wussten, was auf sie zukam. Ganz normale Fluggäste wurden zu unfreiwilligen Helden, die zwar nicht ihr Leben, aber das unzähliger Anderer retteten, weil sie in einer ausweglosen Situation die Initiative ergriffen.

Ein Ensemblefilm ohne herkömmliche Protagonisten
Basis des Drehbuchs waren Interviews, die Regisseur Paul Greengrass mit Angehörigen der 40 Passagiere und der Crew, mit Fluglotsen, Militärs und Mitgliedern der 9/11-Untersuchungskommission führte sowie die Aufzeichnungen der Piloten-Gespräche - und natürlich die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung. Besetzt mit eher unbekannten Darstellern und etlichen Laien aus dem Bereich der Luftfahrt, ist "Flug 93" ein Ensemblefilm ohne herkömmliche Protagonisten.

Für die Rolle des Captain Jason Dahl verpflichtete man den ebenfalls für United Airlines arbeitenden Berufspiloten J. J. Johnson, zwei reale Stewardessen spielen die Stewardessen der Maschine. Ein Fluglotse, ein Militärexperte, zwei Mitglieder einer militärischen Kommandozentrale der Luftverteidigung und Ben Sliney von der Flugsicherungsbehörde, alles Männer, die an diesem Tag Dienst hatten, spielen sich selbst, die Dialoge werden entlang der bekannten Tatsachen improvisiert.

Mit den Mitteln sorgfältigster Recherche ein Maximum an Authentizität herzustellen, war in diesem Fall ein unerreichbares Ziel, also definierte Greengrass seinen inhaltlich-ästhetischen Anspruch über den Begriff der "glaubhaften Wahrheit". Denn was sich an Bord des Flugzeugs wirklich abspielte, wird man nie genau erfahren: "Flug 93" ist eine auf Fakten aufbauende Spekulation.

Paul Greengrass: Mit den Mitteln des Dokumentarfilms
"40 ganz gewöhnliche Menschen haben nur 30 Minuten Zeit, die neuen Realitäten zu begreifen und darauf zu reagieren. Während wir alle noch ohnmächtig die Ereignisse im Fernsehen betrachteten, waren diese Leute zu schnellem Handeln gezwungen. Die Menschen an Bord wussten, was vor sich ging, und sie standen vor einer schwierigen Entscheidung. Bleiben sie einfach ruhig sitzen und hoffen auf ein gutes Ende? Unternehmen sie etwas? Und wenn, was können sie unternehmen?" (Paul Greengrass)

Der Brite Paul Greengrass ("Die Bourne Verschwörung", "Das Bourne Ultimatum"), der mit "Bloody Sunday" bereits bewiesen hatte, wie überzeugend er mit den Mitteln des Dokumentarfilms chaotische Ereignisse zu einer dramatischen Handlung bündeln kann, hat das nahezu Unmögliche vollbracht: Eine glaubhafte Rekonstruktion des Flugs, der 78 Minuten nach dem Aufprall der ersten Maschine auf das World Trade Center in Pennsylvania tödlich endete.

Tragödie in Realzeit
Die Tragödie entfaltet sich in Realzeit, so dass man als Zuschauer, der den Fortgang der Ereignisse ja kennt, von den Start-Vorbereitungen der Crew bis zur Ankunft der Passagiere auf dem Flughafen genügend Zeit hat, jede noch so kleine Routinehandlung mit emotionaler Bedeutung aufzuladen. Dabei entsteht eine Spannung, die sich bis zum schrecklichen Ende steigert. Gleichzeitig wird man bei Flugsicherung und Behörden mit einer Hilflosigkeit konfrontiert, die jede Vorstellung von souveränem staatlichem Handeln in Krisensituationen als frommen Wunsch entlarvt.

Die extrem bewegliche Handkamera des Ken-Loach-Stamm-Kameramanns Barry Akroyd (u.a. "Sweet Sixteen", "Mein Name ist Joe"), der für einen Oscar nominierte Schnitt und die ausgetüftelte Tonspur erzeugen auf sehr kunstvolle Weise ein Gefühl von Realismus, das weder durch Pathos noch durch Sentimentalität versüßt wird. Stattdessen treffen die Ereignisse den Zuschauer - quasi ungefiltert - in ihrer ganzen unverdaulichen Wucht: als "Glaubhafte Wahrheit", nicht als Tatsachenbericht, nicht als Analyse.

"'Flug 93' ist Kino pur, er zeigt etwas, bei dem es keine Zuschauer, keine Zeugen gab - nur Beteiligte, von denen keiner überlebte. Er zeigt es als eine Möglichkeit, 9/11 nicht nur als hilflose Opfer einer Attacke zu erleben, eine Art Alamo-Effekt - zum Helden zu werden, gerade in auswegloser Situation, in der Niederlage, im Tod. Einem Geschehen, einer Handlung einen Sinn verleihen, die im Grunde ins Absurde driftet." (Süddeutsche Zeitung)

Credits:Flug 93 (United 93), Spielfilm, USA/Großbritannien/Frankreich 2006, 101 Minuten, Regie: Paul Greengrass, mit JJ Johnson (Captain Jason M. Dahl), Gary Commock (Erster Offizier LeRoy Homer), Polly Adams (Deborah Welsh), Opar Alladin (CeeCee Lyles), Khalid Abdalla (Ziad Jarrah)

Kennwort Kino: Das US-Kino nach 9/11
© AP
Von 9/11 zu Edward Snowden - "Kennwort Kino" zieht Bilanz: Wie haben sich US-Filmemacher mit den Terroranschlägen und ihren Folgen, mit Krieg und Daten-Überwachung befasst? Wie gehen sie mit den prägenden Bildern dieser Zeit um? Mit welchen künstlerischen Mitteln gewinnen sie die Aufmerksamkeit des Publikums und reflektieren gleichzeitig kritisch eine (Medien-)Realität, die immer schnelllebiger erscheint?
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Sendedaten
Mittwoch, 5. Oktober, 0.05 Uhr

Erstausstrahlung
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Die Terror-Anschläge vom 11. September jähren sich 2016 zum 15. Mal, außerdem wird mit den US-Wahlen im November eine neue politische Ära eingeläutet. Zugleich läuft Oliver Stones mit Spannung erwarteter neuer Spielfilm "Snowden" über den ehemaligen NSA-Mitarbeiter und Whistleblower in den Kinos. "Kennwort Kino" vertieft und veranschaulicht thematische und ästhetische Zusammenhänge der 3sat-Filmreihe über das US-Kino in den Jahren nach 9/11. Mit Statements von Filmemachern wie Oliver Stone, Paul Greengrass, Brian De Palma und Alex Gibney, Schauspielerin Charlize Theron sowie dem Leiter des New Yorker Filmfestivals, Kent Jones, dem deutschen Co-Produzenten von "Snwoden" und anderen.

Credits:Kennwort Kino: Das US-Kino nach 9/11, Film von Maik Platzen, Deutschland 2016, 32 Minuten

Die Zeit ohne Grace
In der tiefsten amerikanischen Provinz, irgendwo in Minnesota, lebt Ex-Soldat Stanley mit seinen beiden Töchtern und seiner Ehefrau Grace, die derzeit als Soldatin im Irak dient. Die lange Abwesenheit seiner Frau nagt an Stanley. - Kriegsfilm einmal anders - es geht nicht um Feuergefechte unter sengender Wüstensonne, sondern um die emotionalen Verwüstungen, die der Irak-Krieg in den Familien der Soldaten anrichtet.
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Donnerstag, 6. Oktober, 22.25 Uhr

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Mehr schlecht als recht versucht der Manager eines Heimwerker-Marktes, seinen Kindern ein Gefühl von Normalität zu vermitteln. Doch seine hängenden Schultern und schlurfenden Schritte verraten die Wahrheit über seinen Seelenzustand. Eines Morgens stehen zwei Abgesandte der US-Army vor der Tür: Grace wurde während eines Einsatzes getötet. Für den konservativen Patrioten Stanley, der an das Soldatentum und die Notwendigkeit des Irak-Kriegs glaubt, bricht eine Welt zusammen.

Er bringt es nicht übers Herz, seinen Töchtern die Wahrheit zu sagen. Stattdessen unternimmt er mit der achtjährigen Dawn und der zwölf Jahre alten Heidi spontan eine Reise nach Florida, zu einem Vergnügungspark. Mit dem Trip will er sich selbst ablenken und den unausweichlichen Augenblick der Wahrheit gegenüber den Mädchen hinauszögern. Während die kleine Dawn sich riesig über den Ausflug freut, reagiert Heidi irritiert auf den Vorschlag, einfach die Schule zu schwänzen und nach Florida zu fahren. Und je länger die Reise dauert, desto mehr beginnt sie zu ahnen, dass Daddy etwas verbirgt.

Credits:Die Zeit ohne Grace (Grace is Gone), Spielfilm, USA 2007, 79 Minuten, Regie: James C. Strouse, mit John Cusack (Stanley Phillips), Shélan O'Keefe (Heidi Phillips), Gracie Bednarczyk (Dawn Phillips), Alessandro Nivola (John Phillips), Doug Dearth (Captain Riggs), Dana Lynne Gilhooley (Grace)

Redacted
© ZDF/Jonathon Cliff
US-Soldaten im Irak vergewaltigen eine Schülerin und ermorden sie und ihre Familie. - Der nach einer wahren Begebenheit inszenierte Film mischt die Spielhandlung mit (fiktiven) Fernseh- und Dokumentaraufnahmen. Brian De Palma prangert nicht nur ein Kriegsverbrechen an, sondern fragt auch nach der Wahrheit der Bilder.
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Donnerstag, 6. Oktober, 23.45 Uhr Back to the Roots - Brian De Palma und sein Doku-Thriller "Redacted"

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Der Alltag einer amerikanischen Einheit im stark umkämpften Samara gleicht einer zermürbenden Geduldsprobe. Lange passiert nichts, aber der Feind kann überall lauern. Auf die Einheimischen wird keine Rücksicht genommen. Die Situation eskaliert, als eine Gruppe von US-Soldaten auf einem Kontrollgang in ein Wohnhaus eindringt, ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt und in der Folge die ganze Familie tötet.

Brian De Palmas verstörender Spielfilm, zu dem er nach dem wahren Massaker von Mahmudija selbst das Drehbuch schrieb, konfrontiert den Zuschauer mit schonungslosen, knallharten Bildern, die sowohl die Rolle des US-Militärs als auch die moderne Kriegsberichterstattung mehr als in Frage stellen. Den Film, der Web-Videos, Blogs und Chats zu einem Media-Mix verbindet, drehte De Palma in Jordanien.

Credits:Redacted (Redacted), Spielfilm, USA/Kanada 2007, 88 Minuten, Regie: Brian De Palma, mit Ty Jones, Zahra Zubaidi, Kel O'Neill, Daniel Sherman

Im Tal von Elah
© ZDF/Lorey Sebastian
Ein Ex-Militärpolizist macht sich auf die Suche nach seinem Sohn, der nach einem Irak-Einsatz spurlos verschwunden ist. Im Militärcamp stößt der Vater auf eine Mauer des Schweigens. Der Oscar-preisgekrönte Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis ("L.A. Crash") wagt einen beklemmenden Blick in die Seelen der Heimkehrer aus dem Irakkrieg. Ein aufrüttelndes Antikriegsdrama mit den Stars Tommy Lee Jones und Charlize Theron in den Hauptrollen.
Sendedaten
Freitag, 7. Oktober, 22.35 Uhr

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Vietnamveteran Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) erhält eines Morgens einen beunruhigenden Anruf: Die Militärbasis Fort Rudd meldet, sein Sohn Mike (Jonathan Tucker) sei dem Stützpunkt unerlaubt ferngeblieben. Deerfield ist überrascht, da er Mike noch immer als Soldat im Irak wähnt. Als er aufgeklärt wird, dass sein Sohn vor einigen Tagen in die USA zurückkehren durfte und kurz darauf als vermisst gemeldet wurde, macht sich der ehemalige Militärpolizist auf den Weg zum Stützpunkt, um nach Mike zu suchen.

Zunächst finden sich außer seinem Handy keine Spuren des Verlorenen, und Vorgesetzte wie Kameraden spielen sein Verschwinden als Abenteuer herunter. Doch bald wird eine zerstückelte und verbrannte Leiche abseits des Militärgeländes gefunden - und als Mike identifiziert. Mit Hilfe der jungen Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron) geht Deerfield dem Mordfall nach, um herauszufinden, was seinem Sohn widerfahren ist. Gleichzeitig lässt der betroffene Vater beschädigte Foto- und Videodateien auf Mikes Handy von einem Computerexperten restaurieren.

Auf diese Weise erfährt er nach und nach und lediglich in Bruchstücken, wie Mikes Alltag im Irak ausgesehen hat. Deerfields Bild von seinem Sohn und auch sein bislang unverwüstlicher Glaube an die Vereinigten Staaten und die US Army geraten ins Wanken.

Vom Kampf des jungen David gegen Goliath
Der Titel "Im Tal von Elah" verweist auf die Bibelgeschichte vom Kampf des jungen David gegen den Riesen Goliath, die sich in jenem Tal von Elah im heutigen Israel abgespielt haben soll. Mit dem Kampf David gegen Goliath, den im Film der Schwächere nicht gewinnen kann, vergleicht Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis den Weg junger Soldaten in den Irakkrieg. Ihre Entsendung durch die USA beschreibt er als verantwortungslos, das Ausmaß der psychischen Schädigungen und Traumata als unabsehbar. Damit traut sich der Filmemacher an eines der sensibelsten Themen der amerikanischen Gegenwart heran.

Mit Tommy Lee Jones, Susan Sarandon (als Hanks Ehefrau Joan) und Charlize Theron ist das Antikriegsdrama hochkarätig besetzt. Vor allem Tommy Lee Jones brilliert als alter Militärhaudegen, der seinen Patriotismus über Jahrzehnte erhalten hat, bis er feststellen muss, dass die Armee nicht mehr die ist, der er einmal gedient hat, und nicht einmal der Krieg noch vergleichbar ist mit dem Krieg, den Deerfield selbst erlebte.

Paul Haggis gelang mit "Im Tal von Elah" erneut ein nachdenklicher, intensiver und kritischer Film. Bereits in seinem Regiedebüt "L.A. Crash" begeisterte der gebürtige Kanadier sein Publikum mit einer fast erschreckend direkten Sicht auf die häufig aus den Rudern laufende amerikanische Realität. Auch für den Erfolgsfilm "Million Dollar Baby" und die beiden letzten 007-Abenteuer "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" schrieb Haggis mit an den Drehbüchern.

Für die Rolle des Hank Deerfield war ursprünglich Clint Eastwood vorgesehen, mit dem Haggis bereits bei "Million Dollar Baby" sowie den beiden Kriegsdramen "Flags of Our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" zusammenarbeitete. Eastwood lehnte die Rolle ab, die daraufhin an Tommy Lee Jones vergeben wurde. Jones wurde für seine überzeugende Darstellung schließlich mit einer Oscar-Nominierung bedacht.

Credits: Im Tal von Elah (In the Valley of Elah), Spielfilm, USA 2007, 111 Minuten, Regie: Paul Haggis, mit Tommy Lee Jones (Hank Deerfield), Charlize Theron (Detective Emily Sanders), Josh Brolin (Chief Buchwald), Susan Sarandon (Joan Deerfield), James Franco (Sergeant Carnelli), Jonathan Tucker (Mike Deerfield)

Unthinkable - Der Preis der Wahrheit
In einem Bekenner-Video nennt Steven Arthur Younger sich nun "Yusuf Atta Mohammed". Der zum Islam konvertierte Fanatiker erklärt, er habe drei atomare Sprengsätze in den USA deponiert. Seine Forderung: Abzug aller amerikanischen Truppen aus arabischen Ländern. Andernfalls würden Zeitzünder-Bomben ein Inferno auslösen. Da Younger als Nuklearexperte gilt und in Russland kürzlich spaltbares Material verschwunden ist, nimmt man seine Drohung ernst.
Sendedaten
Sonntag, 9. Oktober, 0.25 Uhr

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Eine Anti-Terror-Taskforce verhaftet Arthur Younger schon nach kurzer Zeit in einer Shopping Mall, doch damit ist das Problem noch lange nicht gelöst. Younger gibt die Verstecke der Sprengsätze nicht preis - um ein Märtyrer zu werden, ist er bereit, Höllenqualen zu erleiden. Die fügt ihm der zwielichtige Verhörspezialist Henry Harold "H" Humphries zu. Der Fachmann für verdeckte Operationen jenseits aller gesetzlicher Beschränkungen ist in seinen Methoden nicht zimperlich. Doch selbst er kann Younger nicht zum Reden bringen. Als er sich anschickt, Youngers Kindern Gewalt anzutun, protestiert die FBI-Agentin Helen Brody: Sollen die Grundsätze, für die ein freies Land wie Amerika steht, plötzlich über den Haufen geworfen werden?

Credits:Unthinkable - Der Preis der Wahrheit (Unthinkable), Spielfilm, USA 2010, 88 Minuten, Regie: Gregor Jordan, mit Samuel L. Jackson (Henry Harold Humphries "H"), Carrie-Anne Moss (Agent Helen Brody), Michael Sheen (Steven Arthur Younger), Stephen Root (Charles Thompson)

Citizenfour
Als Edward Snowden im Januar 2013 die erste verschlüsselte Mail unter dem Namen "Citizenfour" an Regisseurin Laura Poitras schickt, beginnt eine der größten Enthüllungen des Jahrzehnts. "Citizenfour" gibt sich als hochrangiger Computerspezialist im Dienst US-amerikanischer Nachrichtendienste zu erkennen. - Der Oscar-prämierte authentische Dokumentarfilm mit den Schlüsselszenen der ersten Begegnungen mit dem berühmtesten Whistleblower.
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Sendedaten
Montag, 10. Oktober, 22.25 Uhr

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Die Dokumentarfilmerin arbeitet zu der Zeit bereits an einem Film über die Praxis der Massenüberwachung, dem dritten Teil ihrer Trilogie über die USA nach 9/11. Snowden hatte Poitras auch deshalb als Kontaktperson gewählt, weil sie seit Jahren selbst eine Zielperson der Geheimdienste war, die bei der Einreise oder Ausreise in den USA regelmäßig aufgehalten und verhört wurde.

Nach monatelangem Austausch verschlüsselter E-Mails vereinbaren Laura Poitras und "Citizenfour" ein persönliches Treffen, zu dem der Journalist Glenn Greenwald hinzugezogen werden soll. Poitras erhält die Erlaubnis, während des Treffens zu filmen. Poitras und Greenwald sind in New York, als die Nachricht von "Citizenfour" eintrifft, dass das Treffen in Hongkong stattfinden soll.

Der Dokumentarfilm begleitet diese ersten Begegnungen von Poitras und Greenwald mit Snowden - eine Situation, in der die Beteiligten auf Gedeih und Verderb auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen sind. Laura Poitras filmt die acht Tage der verdeckten Zusammenkünfte im Hotelzimmer, in denen Snowden über die vorgelegten Dokumente Auskunft gibt. Der Medienwirbel, der nach den ersten Artikeln über die Snowden-Dokumente über die vier Anwesenden in diesem gesichtslosen Hotelzimmer hereinbricht, verstärkt den Druck zu schnellen Entscheidungen, die ihr Leben für immer verändern werden.

Der Mensch Edward Snowden
"Citizenfour" zeigt nicht nur die Gefahren geheimdienstlicher Überwachungen auf - der Film lässt sie miterleben. Wer diesen Film gesehen hat, wird anders über den Umgang mit seinem Telefon, seiner Kreditkarte, seinem Webbrowser oder seinem Internet-Profil nachdenken. Gezeigt wird der Mensch Edward Snowden, wie er noch nie zu sehen war. Seine Beweggründe für eine der folgenreichsten Enthüllungen der letzten Jahrzehnte werden so deutlich.

Der Dokumentarfilm wurde mit dem Oscar, der Lola und dem Emmy ausgezeichnet. In der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" erhielt "Citizenfour" den Deutschen Filmpreis 2015 und viele weitere regionale Auszeichnungen in derselben Kategorie 2014 in den USA.

Credits: Citizenfour, Dokumentarfilm von Laura Poitras, USA/Deutschland 2014, 107 Minuten

We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte
Filmausschnitt anschauen © ZDF/Maryse Alberti
Dokumentarfilm über die Enthüllungsplattform WikiLeaks, ihren Gründer Julian Assange und den US-Soldaten Bradley Manning (seit 2014 Chelsea Manning), der ihr wichtigster Informant wurde. Nachdem Bradley Manning 2010 mehr als eine Million Dokumente über die amerikanische Kriegsführung im Irak an WikiLeaks weitergeleitet hatte, wurde er - je nach Perspektive entweder Held oder Verräter - zu einem der berühmtesten Häftlinge der Vereinigten Staaten.
Sendedaten
Dienstag, 11. Oktober, 22.40 Uhr
(neue Anfangszeit wegen Sondersendung zum Tod Andzej Wajdas)

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Der mit vielen Interviews angereicherte Dokumentarfilm von Alex Gibney erzählt nicht nur die Geschichte von WikiLeaks, ihrem charismatischen australischen Gründer Julian Assange und seiner berühmten Informationsquelle Bradley Manning, sondern auch die Geschichte der Reaktion auf diese neue Form des Whistleblowing.

Zu Wort kommen dabei unter anderen ehemalige Weggefährten wie Daniel Domscheit-Berg, der englische Journalist James Ball, der isländische Internetaktivist Smári McCarthy, der Guardian-Reporter Nick Davies oder der frühere NSA- und CIA-Direktor General Michael Hayden.

Assange selbst tritt nur in Archiv-Aufnahmen in Erscheinung, da er sich einem Interview für diesen Film verweigerte. Dabei wird der exzentrische Australier nicht unkritisch präsentiert: Egomanie, eine Neigung, überall Verschwörung zu wittern und der berechnende Umgang mit allen, die ihm nützlich sein können, gehören genauso zu dieser Geschichte wie Mut und der ungebrochene Wille, gegen die Unterminierung des Rechtsstaats durch staatliche Geheimnisträger zu kämpfen - und gegen einen Staat, der immer offensiver um die Kontrolle der öffentlichen Meinung ringt. Und daran, dass sich dieser Kontrollwunsch des Staates allmählich zu einem Kontrollwahn über den stets als potenzielles Risiko betrachteten Bürger entwickelt, lässt der Film nur wenig Zweifel.

Die Methode WikiLeaks
Die britische und amerikanische Totalüberwachung des Internets kommt dabei genauso zur Sprache wie die sorgfältige Vertuschung von militärischen Kriegsverbrechen im Irak: eindrucksvoll dargelegt am Beispiel der berühmten, immer wieder erschütternden Videoaufnahmen vom Beschuss und der Tötung irakischer Zivilisten und Reuters-Journalisten durch die Besatzung eines amerikanischen Hubschraubers 2007.

Der bekannte Dokumentarfilmer Alex Gibney ("Enron - The Smartest Guys in the Room", 2005) setzt sein Mosaik aus vielen Steinchen zusammen, so dass sich ein breites Bild der "Methode WikiLeaks" ergibt: "Die beunruhigende Pointe von 'We Steal Secrets' lautet daher nicht, dass uns finstere Mächte bedrohen, sondern dass wir alle so unbekümmert wie freiwillig an der eigenen Unterwerfung arbeiten" (Christian Schlüter, Berliner Zeitung).

Credits: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte, Dokumentarfilm von Alex Gibney, USA 2013, 125 Minuten

Night Moves
Drei Umwelt-Aktivisten planen im US-Bundesstaat Oregon einen Staudamm in die Luft zu sprengen. Dafür besorgen sie ein Motorboot und Düngemittel zur Herstellung von Sprengstoff. Der Film der Regisseurin Kelly Reichardt lief im Wettbewerb der Festivals von Venedig und Toronto 2013, beim Festival des amerikanischen Films in Deauville gewann er den Hauptpreis. Sie interessiert sich besonders für die Vorbereitung einer Tat und ihre Folgen.
Sendedaten
Mittwoch, 12. Oktober, 22.25 Uhr

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Die Aktivisten platzieren das Boot mit der selbstgebastelten Bombe nachts direkt am Staudamm und bringen es zur Detonation. Ihr Plan geht auf und der Staudamm bricht. Einige Tage darauf wird allerdings bekannt, dass ein Camper durch den Dammbruch ums Leben kam. Wie wird die Gruppe mit der Schuld umgehen, die sie auf sich geladen hat?

Credits:Night Moves, Spielfilm, USA 2013, 109 Minuten, Regie: Kelly Reichardt, mit Jesse Eisenberg (Josh Stamos), Dakota Fanning (Dena Brauer), Peter Sarsgaard (Harmon), Alia Shawkat (Surprise), Logan Miller (Dylan)

Nächster Halt: Fruitvale Station
© ZDF_Rachel Morrison
Ein junger Afroamerikaner wird nach einer Auseinandersetzung in der S-Bahn von der Polizei aufgegriffen. Die Situation eskaliert zu einem Fall tödlicher Polizeigewalt. - Der Film basiert auf einem realen Fall und läuft in 3sat als deutsche Free-TV-Premiere. Glänzend inszeniert und gespielt, erzählt Ryan Cooglers Debütfilm von einer militarisierten und nervösen Polizei im Dienste der Homeland Security und den daraus resultierenden tragischen Folgen.
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Sendedaten
Donnerstag, 13. Oktober, 22.25 Uhr

Erstausstrahlung

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Nach Jahren in Haft möchte der junge Afroamerikaner Oscar Grant ein treuer Partner und ein besserer Vater sein. In der Silvesternacht 2008 wird Oscar in der S-Bahn von einem alten Rivalen angegangen und von der Polizei festgehalten. Passagiere filmen mit ihren Handys, wie ein Polizist Oscar auf dem Bahnsteig der "Fruitvale Station" erschießt.

Credits: Nächster Halt: Fruitvale Station (Fruitvale Station), Spielfilm, USA 2013, 84 Minuten, Regie: Ryan Coogler, mit Kevin Durand (Officer Caruso), Chad Michael Murray (Officer Ingram), Ahna O'Reilly (Katie), Ariana Neal (Tatiana), Keenan Coogler (Cato)

Good Kill - Tod aus der Luft
© ZDF/Lorey Sebastian
Clip (20-6 Uhr)Clip (20-6 Uhr)
Tagsüber den Feind töten, abends die Ehefrau küssen und die Kinder ins Bett bringen: Das Leben des Drohnenpiloten Thomas Egan (Ethan Hawke) spielt sich zwischen extremen Gegensätzen ab. Gerade die eigene Sicherheit, während er wie in einem Videospiel das todbringende Knöpfchen drückt, macht dem Ex-Kampfpiloten schwer zu schaffen. Immer stärker nagen die Zweifel am Sinn seines Jobs an ihm. - Spannendes Polit-Drama mit Ethan Hawke in der Hauptrolle.
Sendedaten
Freitag, 14. Oktober, 22.35 Uhr


Der wortkarge Thomas, der nach Aussagen seiner Frau Molly (January Jones) stiller wird, wenn er wütend ist, zieht sich immer weiter zurück. Die Grenzen zwischen Kriegseinsatz und Privatleben verschwimmen.

Sein Vorgesetzter, Lieutenant Colonel Jack Johns (Bruce Greenwood), sieht die Nöte, in denen Egan steckt, aber er kann nicht helfen. Dessen Bitten, ihn endlich wieder einen Jet fliegen zu lassen, muss er regelmäßig ablehnen. Auch die neue Kollegin, Vera Suarez (Zoë Kravitz), versteht Thomas' Skrupel.

Dann ändert die CIA die Spielregeln: Menschen werden getötet, weil ihr Verhalten einem errechneten Schema entspricht, und nicht, weil man klare Beweise hat, dass sie Terroristen sind. Kollateralschäden? Bedauerlich, aber manchmal unvermeidbar. Und Major Thomas Egan wird immer stiller.

Credits:Good Kill - Tod aus der Luft (Good Kill), Spielfilm, USA 2014, 99 Minuten, Regie: Andrew Niccol, mit Ethan Hawke (Thomas Egan), January Jones (Molly Egan), Bruce Greenwood (Jack Johns), Zoë Kravitz (Vera Suarez)