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© ZDF/Dieter Lück Lupe
Ob solo oder nicht: Ingrid "Sunny" Sommer (Renate Krößner) weiß eines ganz genau: Dass sie singen will.
70 Jahre DEFA
Vier Meisterwerke der DDR-Produktionsfirma
Sie war die staatliche Filmproduktionsfirma der DDR und produzierte in mehr als vier Jahrzehnten Meisterwerke der Filmgeschichte, Filme, der wegen ihrer allzu kritischen Inhalte gleich ins Archivregal wanderten, aber auch linientreue Propaganda-Spielfilme. - Anlässlich des 70jährigen Geburtstags der Deutschen Film Aktiengesellschaft - kurz DEFA - zeigt 3sat zeigt vier DEFA-Klassiker sowie eine Dokumentation über den bedeutendsten DEFA-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhase, der seine Karriere auch im wiedervereinigten Deutschland fortsetzte.
Sendedaten
10. bis 16. Februar 2016
Schwerpunkt
66. Berlinale 2016
3sat auf den Filmfestspielen Berlin
Spielfilmreihe
Bärenstarkes Kino
zur 66. Berlinale 2016
10. bis 21. Februar
Info
mehr zum Thema
Die Legende von Paul und Paula
In einem Ost-Berliner Beatschuppen begegnen sich zwei junge Leute. Die beiden scheinen wie geschaffen füreinander. In das große Glück drängt sich jedoch bald die nüchterne Wirklichkeit. - Regisseur Heiner Carow schuf mit "Die Legende von Paul und Paula" eine der schönsten Liebesgeschichten der 1970er Jahre und einen der größten Kinoerfolge der DEFA.
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Sendedaten
Mittwoch, 10. Februar, 22.25 Uhr

Berlin - Ecke Schönhauser
Lupe
Die 1950er Jahre in Berlin, die Zeit von Petticoat und Rock 'n' Roll: Noch sind die Sektorengrenzen offen, doch der Kalte Krieg wirft bereits seine Schatten auf die Millionenstadt. Auch auf die beiden Freunde Dieter und Kohle, die nach einem Unfall aus der Schönhauser Allee in den Westen fliehen. In einem Auffanglager erleben sie dort eine zweifelhafte Fürsorge, die einen der beiden das Leben kostet.

Der dritte gemeinsame Berlin-Film von Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase ist im Stil des italienischen Neorealismus gedreht. Er zählt laut Deutscher Kinemathek zu den 100 wichtigsten deutschen Filmen, nicht nur für Berlin-Fans. 2005 wurde er in der Retrospektive "Rebels with a cause" im Museum of Modern Art in New York präsentiert. "Heute gilt 'Berlin - Ecke Schönhauser' als eine der besten DEFA-Arbeiten der 1950er Jahre, vielleicht als wichtigster Gegenwartsfilm dieser Zeit" (Filmdienst, 2007).
"Berlin - Ecke Schönhauser" war die Antwort der DEFA auf Jugend- und Straßenfilme aus den USA ("... denn sie wissen nicht was sie tun") und der BRD ("Die Halbstarken"): Lakonisch im Gestus, genau in der Beschreibung des Lebensgefühls einer Generation zwischen den Fronten, kritisch gegenüber gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in der DDR. Die staatliche Filmkritik reagierte prompt: Sie bemängelte eine "zu große Konzession" an den italienischen Neorealismus. Dieser brächte die Menschen in Opposition zum Staat, sei also unbrauchbar im Sozialismus, der nur "lösbare Widersprüche vorübergehender Art" kenne. Gerade die "Konzession" macht diesen und die anderen sogenannten Berlin-Filme von Klein und Kohlhaase auch heute noch zu einem filmischen Ereignis. Sie zeigen auf, welchen Weg die DEFA hätte gehen können.
Sendedaten
Sonntag, 14. Februar, 10.05 Uhr
Credits
Berlin - Ecke Schönhauser
Spielfilm, DDR 1957, 80 Minuten
Regie: Gerhard Klein
Mit Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Harry Engel, Ernst-Georg Schwill, Helga Göring

Jahrgang 45
© ZDF/ARD/DEGETO Lupe
Alfred (Rolf Römer) und Lisa (Monika Hildebrand)
Ostberlin, 1965: Alfred, genannt Al, und Lisa, genannt Li, beide Anfang 20, leben in einer winzigen Wohnung am Prenzlauer Berg. Nach zweijähriger Ehe wollen sie die Scheidung, die Papiere sind schon eingereicht. Während die Krankenschwester Li wie gewohnt zur Arbeit geht, hat sich der Automechaniker Al einige Tage Urlaub genommen. Er will mit sich selbst ins Reine kommen und die bevorstehende Trennung verarbeiten. So verbummelt Al die Tage, zieht mit Freunden durch die Stadt und versucht sein Glück bei schönen jungen Frauen. Nach dem ersten Termin beim Scheidungsgericht, das dem jungen Paar eine "Probezeit" auferlegt, zieht Al zu seinem Großvater, der der Trennung seines Enkels mit Unverständnis gegenübersteht.

Al und Li lieben sich, wollen sich aber dennoch scheiden lassen, um der Enge ihres Lebens zu entfliehen. Die Suche nach Freiheit in der Unfreiheit ist das große Thema des Films "Jahrgang 45" – ein Autorenfilm von humorvoller Zartheit und politischem Nonkonformismus, wie es ihn so in Ost und West kaum ein zweites Mal gegeben hat. Auch deshalb blieb er der einzige Spielfilm des Dokumentarfilmers Jürgen Böttcher, der unter seinem Künstlernamen Strawalde im wiedervereinigten Deutschland als Maler bekannt wurde. "Jahrgang 45" war der letzte und ungewöhnlichste in der Reihe der sogenannten "Plenumsfilme" der DEFA. Das elfte Plenum des Zentralkomitees der SED führte zum umfassendsten Filmverbot der deutschen Kinogeschichte: 1965/66 wurden zwölf DEFA-Spielfilme und damit fast eine ganze Jahresproduktion verboten. Böttchers Film blieb bis zum Ende der DDR verboten und ist 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer ein Geheimtipp, der jetzt als deutscher Nouvelle-Vague-Klassiker wiederentdeckt wird.
Sendedaten
Sonntag, 14. Februar, 11.25 Uhr
Credits
Jahrgang 45
Spielfilm, DDR 1966. 91 Minuten
Regie: Jürgen Böttcher
Mit Rolf Römer, Monika Hildebrand, Paul Eichmann, Holger Mahlich, Renate Reinecke, Walter Stolp

Solo Sunny
© ZDF/Dieter Lück
Ingrid Sommer, genannt "Sunny" (Renate Krößner)
Die Sängerin Sunny aus Berlin, Prenzlauer Berg, tingelt mit ihrer Band durch die Provinz. Trotz beruflicher und privater Rückschläge versucht sie unbeirrt, in der Lebensrealität der DDR ihre Träume nicht zu vergessen. - Unterhaltsames, realistisches Gegenwartsdrama über die Grenzen der künstlerischen Selbstverwirklichung und letzter Film des bedeutenden DDR-Regisseurs Konrad Wolf.
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Sendedaten
Dienstag, 16. Februar, 22.25 Uhr

Wolfgang Kohlhaase - Leben in Geschichten
© ZDF/RBB/ARTE Lupe
Wolfgang Kohlhaase
Die Lebensorte des deutschen Drehbuchautors, Regisseurs und Schriftstellers WolfgangKohlhaase kreuzen und verbinden sich immer wieder mit seinen Filmgeschichten.

Berlin ist der Stoff seines Lebens und seiner Filme: Wolfgang Kohlhaase ist 14, als der Krieg vor seiner Haustür, im Berliner Vorort Adlershof, endet. Für den Sohn eines Maschinenschlossers und einer Hausfrau beginnt eine ungewohnt neue Zeit.Mit 16 ist er Journalist bei einer Ostberliner Jugendzeitschrift. Mit 21 schreibt er sein erstes Drehbuch. Gemeinsam mit Regisseur Gerhard Klein dreht er in den 1950er Jahren Filme über Berlin - über die Befindlichkeiten junger Menschen in der geteilten, aber noch offenen Stadt."Berlin - Ecke Schönhauser" (1957) ist der Bekannteste.

Regisseur Konrad Wolf bietet Kohlhaase die Mitarbeit an seinem Film "Ich war 19" an. Nach Gerhard Klein wird Konrad Wolf sein nächster wichtiger Partner und Freund. 15 Jahre arbeiten sie gemeinsam. Ihr Film "Solo Sunny" über eine Schlagersängerin Anfang der 1980er Jahre ist längst ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte. "Ist ohne Frühstück!", sagt Sunny, als sie morgens einen Mann wegschickt. Und als der sich kurz sträubt, setzt sie nach: "Ist auch ohne Diskussion!" Kohlhaase braucht nur wenige Worte, um eine Figur in einen Charakter zu verwandeln. Soziale Präzision kennzeichnet fast alle seine Geschichten. Nach der Wende mangelt es dem Filmautor nicht an Angeboten. Er arbeitet lange an einem Drehbuch über RAF-Terroristen, die in der DDR untertauchten. "Die Stille nach dem Schuss", Regie: Volker Schlöndorff, hatte auf der Berlinale 2000 Premiere.
Sendedaten
Dienstag, 16. Februar, 0.05 Uhr
Credits
Wolfgang Kohlhaase - Leben in Geschichten
Dokumentation von Lutz Pehnert
Deutschland 2006, 44 Minuten