Übersicht
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07080910
11
121314151617181920212223242526
27
28
29
30
31
© ZDF/Samuel Parkes Heinrichs Lupe
Szene aus Sarah Draths Kurzspielfilm "Telefon Santrali", der bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2016 den 3sat-Förderpreis erhalten hat.
3sat-Förderpreis 2016 für "Telefon Santrali"
Preisverleihung bei den Kurzfilmtagen Oberhausen
Die 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sind am 10. Mai 2016 mit der Preisverleihung zu Ende gegangen. Den mit 2500 Euro dotierten 3sat-Förderpreis gewann der Kurzspielfilm "Telefon Santrali" von Sarah Drath (Deutschland 2016) über eine junge Frau am Pult einer altmodischen Telefonzentrale.
Mit dem 3sat-Förderpreis wird seit 1999 im Rahmen der Medienpartnerschaft mit dem Festival jedes Jahr ein Film im Deutschen Wettbewerb ausgezeichnet, "der sich durch eine neue Sichtweise auszeichnet".

Und so begründete die Jury des Deutschen Wettbewerbs ihre Entscheidung für "Telefon Santrali": "Ein Raum, der wie eine Schaltstelle funktioniert: zwischen früher und jetzt, zwischen Fortschritt und Rückschritt. Wir zeichnen einen Film aus, der mit sparsamen Mitteln glamouröse Bilder schafft. Und eine Regisseurin, die das ihr fremde Land nicht aus einer bequemen Außensicht beleuchtet, sondern aus seiner Geschichte. Frei von Exotismus, doppelbödig im politischen Kommentar. Und sogar das Internet schaut für einen Witz vorbei."

Die Regisseurin Sarah Drath, geboren 1989, studiert seit 2012 Film und zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Die Jury des Deutschen Wettbewerbs bestand in diesem Jahr aus Athanasios Karanikolas, Filmemacher aus Berlin, Florian Keller, Journalist aus Zürich, und Doris Kuhn, Kinomacherin und Autorin aus München.

Beste Filme
Den Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs (dotiert mit 5000 Euro) vergab die Jury an "She Whose Blood Is Clotting in my Underwear" von Vika Kirchenbauer.

Die Begründung der Jury: "Dieser Film ist laut und intim. Er ist brutal und zärtlich. Ein theoretisch durchdachtes, ungemein sinnliches Konzeptvideo. Wir zeichnen einen Film aus, der die Gewalt der Lust nicht einfach vorführt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung förmlich auf das Publikum überträgt - eine Auseinandersetzung über Identität, die uns ganz unmittelbar in ihrer Körperlichkeit getroffen hat."

Das Video, in dem die Regisseurin selbst mitwirkt, gehört zum Musik-Performance-Projekt "Cool for You". Nach Recherchen über "Enhanced Vision" in der modernen Kriegsführung setzte Vika Kirchenbauer in ihrem Video eine Wärmebildkamera ein.

Die wichtigste Auszeichnung des Festivals, der mit 8000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Oberhausen, ging an den 34-minütigen Film "Venusia" von Louise Carrin (Schweiz 2015): Zwei Freundinnen, die Besitzerin eines Luxusbordells und eine Prostituierte, sprechen miteinander und telefonisch mit Kunden im Raucherzimmer ihres Unternehmens.

Die Begründung der Internationalen Jury: "Ein Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft. Ein statisches Doppelporträt entfaltet sich zu einer dynamischen Landschaft der menschlichen Verfassung."

mehr zum Thema
Oberhausen-Kurzfilme in 3sat
mehr zum Thema