© LaBanda Film
Flavio Marchettis Film "Tiere und andere Menschen" hat den 3sat-Dokumentarfilmpreis 2017 erhalten.
Flavio Marchettis Film "Tiere und andere Menschen" hat den 3sat-Dokumentarfilmpreis 2017 erhalten.
Die Preisträger des 3sat-Dokumentarfilmpreises
Seit 1996 vergibt 3sat alljährlich auf der Duisburger Filmwoche den mit 6000 Euro dotierten 3sat-Dokumentarfilmpreis für den besten Dokumentarfilm und zeigt preisgekrönte und aktuelle Filme im Programm. Der Preis wird von den vier Partnersendern - ZDF, ORF, SRF und ARD - gestiftet. In der Jury sitzen namhafte Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier finden Sie alle Preisträger der vergangenen Jahre.

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2017: "Tiere und andere Menschen" von Flavio Marchetti
© LaBanda Film
Nacken kraulen und Hals fixieren, Nähe und Notwendigkeit: Im Wiener Tierschutzhaus werden verletzte und verstoßene Tiere versorgt, verarztet und vermittelt. Das Personal erwidert durch Käfiggitter geworfene Blicke, die zur Einfühlung einladen, und verwaltet die Ungeduld, die ihre Schützlinge erdulden müssen.
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2016: "Brüder der Nacht" von Patric Chiha
© WILDart FILM
Not und Sehnsucht hat die bulgarischen Roma nach Wien gebracht, wo sie sich prostituieren und dem fragilen Rollenspiel des Nachtlebens hingeben. Sie arrangieren sich in einem zärtlichen, eitlen, manchmal aggressiven Zusammenhalt. "'Brüder der Nacht' hat die Jury überzeugt, weil er es vollbringt, Schattengestalten ins Licht zu setzen, ohne sie völlig auszustellen."
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2015: "Über die Jahre" von Nikolaus Geyrhalter
© Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Die Zeit formt die Menschen und umgekehrt. Eine Textilfabrik im ländlichen Niederösterreich schließt und eröffnet für die letzten Angestellten neue Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Beschäftigung. Fragen nach dem Alltag. Beredte Pausenund unverblümte Selbstverständlichkeiten. - Aus der Preisbegründung der Jury: "'Über die Jahre' ist ein Film, der den Menschen auf respektvolle Weise begegnet und der seine Bilder in einem beeindruckenden Gespür für Rhythmus fragen und schweigen lässt. Ein Film, der keinesfalls beschönigt, aber im besten Sinn optimistisch ist."
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2014: "Portrait of a Lone Farmer" von Jide Tom Akinleminu
"Kinder aus Mischehen sind wie Vögel mit zwei Paar Flügeln. Wird das eine Paar schwächer, werden sie mit dem stärkeren fliegen." Das Bild der Vögel mit den zwei Flügelpaaren stammt vom Großvater des Filmemachers. Er richtete die Worte an seinen Sohn, der in den 1970er Jahren in Dänemark seine zukünftige Frau kennenlernte. Das Paar zog nach Nigeria, bekam zwei Töchter, einen Sohn. Doch seine Wege gingen auseinander. Jahre später bricht Jide Tom, der Sohn, inzwischen in Berlin zum Filmemacher ausgebildet, auf, um bei seinem Vater in Nigeria etwas zu suchen, von dem er nicht weiß, was es ist. Man könnte dieses Etwas bezeichnen als eine Suche nach den eigenen Wurzeln, die Suche auch nach dem eigenen Platz auf der Welt.
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2013: "Betongold - Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam" von Katrin Rothe
© Katrin Rothe
Für ihren Film beobachtete Katrin Rothe fast zwei Jahre lang mit der Kamera den Modernisierungssprozess des Berliner Altbaus, in dem sie selbst wohnt, nachdem dieser an ein dynamisches Immobilienunternehmen verkauft wurde. Dabei behält sie die Perspektive der Hausbewohner bei. "Während atemloser 52 Minuten lässt uns die Filmemacherin teilhaben an ihrem Kampf gegen ein Monster", heißt es in der Jurybegründung. "Mit spielerischer Leichtigkeit, umwerfender Selbstironie und einem messerscharfen analytischen Verstand macht sich die Regisseurin daran, einer Maschinerie zu trotzen, die sie zu verschlingen droht. Und dadurch, dass sie uns ganz konkret zeigt, wie frau das macht und, dass man sich wehren kann, macht sie uns Mut, es ihr gleichzutun."

2012: "Thorberg" von Dieter Fahrer
© bern Films
Der Thorberg gilt als das "Alcatraz der Schweiz". Es ist ein vollständig abgeschirmtes Gefängnis auf einem Felsen, in dem 180 Männer aus über 40 Nationen inhaftiert sind. Dieter Fahrer porträtiert sieben Insassen der Strafanstalt. "In die zunehmend eindimensionalen Debatten um Sühne, Strafe und Vergeltung greift dieser Film ein", so die Jury. "Nüchtern, und umso provokanter, vermittelt er einen Gefängnisalltag, beim dem das erklärte Ziel der Resozialisierung längst nicht mehr im Vordergrund steht."


2011: "Carte Blanche" von Heidi Specogna
© PS Film
2002 kam es in Zentralafrika zu Vergewaltigungen, systematisch verübt von Soldaten unter Jean-Pierre Bemba. Nun gibt es Hoffnung auf ein Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs. Der Rechtsmediziner, der Chefankläger und die Expertin für Opferfragen bemühen sich um Gerechtigkeit. "Der Film verfolgt selbst eine Strategie, die jener des Gerichts gleicht: er setzt auf Augenzeugenschaft und Beweissicherung", befand die Jury. "Heidi Specogna setzt die Opfer in einer Weise ins Bild, die ihnen ihre Würde wieder zurückgibt. In diesen Bildern steckt die Hoffnung, das lange Warten auf Gerechtigkeit möge am Ende belohnt werden."


2010: "Die fünf Himmelsrichtungen" von Fridolin Schönwiese
In Tres Valles, einem mexikanischen Dorf in der Region Veracruz, bestreiten die Menschen seit Generationen ihre Existenz als Bauern und Handwerker. Der Anbau von Zuckerrohr, Ananas und Reis ermöglichte bis vor wenigen Jahren einen bescheidenen Wohlstand. Doch die fortschreitende Globalisierung führte zu einem Verfall der Rohstoffpreise. Der Film finde "in beeindruckender Weise zu einem Gleichgewicht zwischen stiller Beobachtung und aufschlussreicher Sichtbarmachung", fand die Jury. "Die Bilder verschmelzen die unterschiedlichen Lebensräume zu einem neuen Ort der immerwährenden Heimatlosigkeit."


2009-1996
2009 "Oceanul Mare" von Katharina Copony
2008 "In die Welt" von Constantin Wulf
2007 "ZUOZ - Hinter Internatsmauern in der Schweiz" von Daniella Marxer
2006 "Hamburger Lektionen" von Romuald Karmakar
2005 "Weiße Raben" von Tamara Trampe und Johann Feindt
2004 "Hans im Glück" von Peter Liechti
2003 "Das Problem ist meine Frau“ von Calle Overweg
2002 "Gambling, Gods und LSD“ von Peter Mettler
2001 "Aufnahme“ von Stefan Landorf
2000 "Das Himmler-Projekt“ von Romuald Karmakar
1999 "Dezember, 1 – 31“ von Jan Peters
1998 "Das Jahr nach Dayton“ von Nikolaus Geyrhalter
1997 "Verrückt bleiben, verliebt bleiben“ von Elfi Mikesch
1996 "Noel Field – Der erfundene Spion“ von Werner Schweizer