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Interview Heleen GerritsenInterview Heleen Gerritsen
Drei "Hauptprotagonisten" des Projekts "goEast": Ellen Harrington, Direktorin des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Festivalleiterin Heleen Gerritsen und Axel Imholz, Kulturdezernent der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.
goEast 2019: Generationskonflikte und Geschichtsaufarbeitung
Zum Programm des 19. Festivals des mittel- und osteuropäischen Films
"goEast", das Festival des mittel-und osteuropäischen Films, ging am Mittwoch, den 10. April, in die 19. Runde. Vieles hat sich geändert im Lauf der Jahre, vieles ist gleich geblieben: Das zeigte die Pressekonferenz in Wiesbaden, auf der die Niederländerin Heleen Gerritsen, Festivalleiterin im zweiten Jahr, das Programm vorstellte.

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Dokumentarfilm: "Putins Zeugen" von Vitaly Mansky
Geblieben ist leider die Notwendigkeit, das lebendige Kino Mittel- und Osteuropas bei uns bekannter zu machen. Denn im Kino, auf den Streaming-Plattformen und im Fernsehen kommt es noch immer nur ausnahmsweise vor. Unverändert und ungebrochen ist auch das Engagement, mit dem das Festivalteam sowie die Träger und Förderer, vor allem die Stadt Wiesbaden und das Frankfurter "DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum" die Entwicklung von "goEast" vorantreiben.
Was sich beim goEast-Festival deutlich verändert, das heißt vergrößert hat, ist das Angebot an Filmen (109 aus 39 Ländern), Sektionen, Sondervorstellungen sowie das Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast-Partys.

Neben dem goEast-Wettbewerb, in dem 16 Filme, die um die drei Hauptpreise des Festivals konkurrieren, gibt es wieder die Nachwuchs- und Innovationsinitiativen: das "East-West Talent Lab", das junge Filmkünstler aus Mittel- und Osteuropa mit Kolleg*innen aus Deutschland zusammenbringt, und der "Open Frame Award", ein Wettbewerb, in dem die künstlerische Freiheit von Virtual Reality und neue Formen des Storytelling gefeiert werden.

Paneuropäisches Picknick
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Im Wettbewerb: "Acid" von Alexander Gorchilin
Neu in diesem Jahr ist das "Paneuropäische Picknick", eine Veranstaltungsreihe, die an die Friedensdemonstration von Aktivist*innen und Performancekünstler*innen vor genau 30 Jahren an der österreichisch-ungarischen Grenze erinnert. Damals wurde in der Nähe des Plattensees (Balaton) von den Behörden für drei Stunden ein Grenztor geöffnet – der erste offizielle Riss im Eisernen Vorhang, durch den etwa 700 urlaubende DDR-Bürger*innen spontan ihre Ausreise in den Westen unternahmen.

Szenische Lesung mit Wodka-Verkostung
In Wiesbaden wird das Picknick unter anderem mit der szenischen Lesung eines russischen Roman-Klassikers ("Die Reise nach Petuschiki") mit dem Schauspieler Ivan Shvedoff ("Babylon Berlin"), inklusive "Wodka-Verkostung" gefeiert. Außerdem mit dem "RheinMain Kurzfilmpreis" zum Thema Grenzüberschreitungen, einer Masterclass des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa, einer Fotoausstellung , einem osteuropäischen Musikvideo-Programm und einem echten Picknick auf dem Wiesbadener Schlossplatz.

Festivaltermin
10. bis 16. April 2019
goEast-Spielfilm in 3sat
© ZDF, Filmteam, Piotr Sobocinski junTV-Premiere:
"Aurora Borealis - Nordlicht"
Mittwoch, 17. April, 22.25 Uhr
Familiendrama der großen ungarischen Regisseurin Márta Mészáros, das über sechs Jahrezehnte europäischer Geschichte umfasst
3sat-Medienpartnerschaft
goEast 2019: Ankaufsangebot für den nächsten goEast-Film in 3sat
Der tschechisch-slowakische Spielfilm "Momente" von Beata Parkanová
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