© goEast Filmfestival
Das Motiv des neuen goEast-Plakats (hier ein Ausschnitt) stammt von der slowakischen Künstlerin Mária Svarbová, aus deren Fotoserie "Swimming Pool", die während des Festivals in der SV Atrium Galerie zu sehen ist.
Das Motiv des neuen goEast-Plakats (hier ein Ausschnitt) stammt von der slowakischen Künstlerin Mária Svarbová, aus deren Fotoserie "Swimming Pool", die während des Festivals in der SV Atrium Galerie zu sehen ist.
Neue Frauen bei goEast
Vorschau auf das 18. Festival des mittel- und osteuropäischen Films
Das Festival des mittel- und osteuropäischen Films "goEast" in Wiesbaden ist sich auch für die 18. Ausgabe treu geblieben, indem es Tradition mit dauernder Innovation und Veränderung verbindet. Ganz neu sind die weiblichen Hauptführungskräfte: die Festivalleiterin Heleen Gerritsen und Ellen Harrington, die Direktorin des Deutschen Filminstituts. 3sat begleitet das Festival seit dessen Gründung als Medienpartner mit einer TV-Premiere, diesmal am 3. Mai mit dem Hauptgewinner von goEast 2017, "Requiem für Frau J.".
102 Filme aus 35 Ländern werden in diesem Jahr bei goEast zu sehen sein. Im Wiesbadener Festivalkino Caligari stellte Heleen Gerritsen zusammen mit Ellen Harrington das Programm der Presse vor, darunter acht Weltpremieren, eine internationale Premiere, eine europäische und 20 Deutschlandpremieren.

© goEast Filmfestival Lupe
Im Wettbewerb: "Die Eisschwimmerin" von Bohdan Sláma (Tschechische Republik)
Als Gaby Babić, seit September 2010 Leiterin von goEast, ihre Position zum Oktober 2017 aufgab, machten sich viele Freunde des Festivals Sorgen, wie es nun weitergehen würde. Bis die niederländische Filmproduzentin und Kuratorin Heleen Gerritsen ihre Nachfolgerin wurde, eine Frau, der sehr gut zuzutrauen ist, dass sie die tolle Auf- und Ausbauarbeit von Gaby Babić erfolgreich fortsetzen wird.
Dasselbe gilt für die Nachfolgerin von Claudia Dillmann, die als Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt den entscheidenden Anteil an der Gründung von goEast hatte und viele andere wichtige Projekte realisierte. Ellen Harrington war bis Ende letzten Jahres Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles und wird mit ihrer Aufgeschlossenheit und ihren weltweiten Verbindungen die Arbeit von goEast-Leiterin Gerritsen zweifellos wirksam unterstützen. Ellen Harrington: "goEast ist ein Herzensprojekt des Deutschen Filminstituts."

© goEast Filmfestival Lupe
Filmproduzentin, Kuratorin und jetzt goEast-Festivalleiterin: Heleen Gerritsen aus den Niederlanden
"Die Auswahlkommission hat viele starke Einreichungen von Frauen erhalten", sagte Heleen Gerritsen. goEast habe mühelos einen Frauenanteil von 50 Prozent erreicht. Besonders hervorzuheben sei die große Anzahl an Einreichungen, die die politische Lage in den Ländern Mittel- und Osteuropas reflektieren. Eine Vielzahl Filmschaffender setze sich direkt mit den unbequemen Kapiteln ihrer Geschichte auseinander. "Vom klassischen Arthouse bis zum animierten Dokumentarfilm ist alles dabei. Viele Filmschaffende haben sich auch für Mischformen von Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilm entschieden", so Heleen Gerritsen.

100 Jahre baltische Staaten
© goEast Filmfestival Lupe
"Oratorium für Prag" (1968) von Jan Nemec
Im Fokus des Symposiums steht wie immer die Filmgeschichte. Unter dem Titel "Hybride Identitäten. Das Kino der Baltischen Länder" wird an die Filmkulturen von Estland, Litauen und Lettland erinnert, die 2018 mit vier weiteren Ländern Mittel- und Osteuropas 100 Jahre Unabhängigkeit feiern. Im Rahmen des Spezialprogramms "Prag 1968" laufen unter anderem "Oratorium für Prag" von Jan Nemec, dem einzigartige Aufnahmen von der Zerschlagung des "Prager Frühlings" gelangen, und der außergewöhnliche Dokumentarfilm "Okkupation 1968". Das aktuelle Filmprojekt, das bei goEast als internationale Premiere läuft, wurde von dem slowakischen Produzenten Peter Kerekes mit fünf Regisseuren und Regisseurinnen aus Bulgarien, Deutschland, Polen, Russland und Ungarn realisiert. Dabei werden die Ereignisse des Sommers 1968 jeweils aus der Sicht der - als Soldaten teilweise unfreiwilligen - Besatzer erzählt.

Virtual Reality East
goEast bietet auch Nachwuchstalenten der Filmbranche eine Plattform. Neu ist die Ausrichtung des "Open Frame Awards", der 2018 beim "East-West Talent Lab" erstmals Virtual-Reality-Werke zeigt. Acht 360°- und VR-Werke aus Serbien, Polen, Weißrussland, Litauen, Rumänien, Deutschland, Russland und der Ukraine sind vom 19. bis 25. April im Museum Wiesbaden zu sehen. Die Vernissage mit allen Künstlerinnen und Künstlern ist am Donnerstag, 19. April.

Gespräche im goEast-Salon
Insgesamt werden rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa bei goEast zu Gast sein. Dem russischen Regisseur Boris Khlebnikov, der schon mehrfach bei goEast gewann und dessen Filme auch in 3sat gezeigt wurden, ist eine Werkschau gewidmet. Während des Festivals hat das Publikum die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen, im allabendlichen "goEast Salon" im Festivalzentrum. Daneben bietet goEast wie gewohnt ein vielfältiges Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären Partys.

Festivaltermin
18. bis 24. April 2018
goEast-Sieger in 3sat
© ZDF goEastTV-Premiere:
Requiem für Frau J.
Donnerstag, 3. Mai 2018, 23.45 Uhr
Die serbische Tragikomödie gewann bei goEast 2017 den Hauptpreis für den besten Film.
Preise - 3sat-Medienpartnerschaft
goEast 2018: Filme aus Estland, Ungarn und Serbien erfolgreich
Mit der Preisverleihung ging die 18. Ausgabe von "goEast" zu Ende. 3sat macht ein Ankaufsangebot für den ungarischen Spielfilm "Aurora Borealis" von Márta Mészáros.
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