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© Börres Weiffenbach Lupe
Szene aus dem prämierten Dokumentarfilm "La buena vida - Das gute Leben": Jagd und Fischfang sichern den Wayúus ihr "gutes Leben". [>> mehr]
Nachhaltigkeits-Preis für Regisseur Jens Schanze
ZDF/3sat-Koproduktion "La buena vida" prämiert
Eine weitere Auszeichnung für die ZDF/3sat-Koproduktion: Der Regisseur Jens Schanze hat für seine Langzeitbeobachtung "La buena vida - Das gute Leben" beim "Festival du Film Vert" am 5. März in Lausanne den erstmals ausgelobten Preis als bester Film zum Thema "nachhaltige Entwicklung" gewonnen. Der Preis ist mit 2.000 EUR dotiert. Der deutsch-schweizerische Film (Redaktion ZDF/3sat: Margrit Schreiber-Brunner, Udo Bremer) erzählt die Geschichte des kolumbianischen Dorfes Tamaquito, das in den Sog der Globalisierung gerät.
Die Siedlung der indigenen Wayúus wird vom größten Steinkohletagebau der Welt bedroht. In Deutschland und weltweit produzieren Kohlekraftwerke mit importierter Kohle aus Kolumbien den Strom, der das Leben schnell, hell und warm macht. Die gewaltige Mine "El Cerrejón" mit einer Fläche von 700 Quadratkilometern rückt Tag für Tag näher an Tamaquito und dessen einst unberührte Landschaft heran.

Jairo Fuentes, der junge Anführer der Dorfgemeinschaft, will die gewaltsame Vertreibung seiner Leute verhindern und stimmt Verhandlungen mit den Betreibern der Mine zu. Doch schon bald misstrauen die Wayúu dem Fortschrittsglauben der Konzernvertreter und deren Versprechungen auf ein "besseres Leben" in modernen Häusern mit Wasser- und Stromversorgung. Sie wollen ihre natürlichen Lebensgrundlagen bewahren - es beginnt ein Kampf David gegen Goliath.

© Börres Weiffenbach Lupe
Jairo Fuentes, der junge Anführer der Dorfgemeinschaft Tamaquito
"Die kinematographische Qualität dieses Dokumentarfilms, der mit Feingefühl und Originalität die sozialen und ökologischen Konsequenzen der groß angelegten Ausbeutung der natürlichen Ressourcen auf die Dorfgemeinschaft schildert, hat die Jury überzeugt", erklärte Pierre Zwahlen, Präsident der "Fédération vaudoise de coopération" (FEDEVACO), auf dem Festival du Film Vert. "Ohne Off-Kommentar verfolgt der Zuschauer den aussichtslosen Kampf der Ureinwohner."

Das "Festival du Films Verts" (1. - 31.03.2016) hat es sich zum Ziel gesetzt, einem breiten Publikum eine Auswahl an Filmen und Themen zu präsentieren, die sich mit Fragen der Umwelt, nachhaltiger Entwicklung und geographischen Nord-Süd-Beziehungen beschäftigen. Es findet in diesem Jahr zum elften Mal statt, diesmal in 28 Städten der französischen Schweiz und Frankreichs.

Mit einer klaren Haltung
Im Januar 2016 hatte "La buena vida - Das gute Leben" in München den Bayerischen Filmpreis 2015 in der Kategorie Dokumentarfilm erhalten. In der Jurybegründung hieß es unter anderem: "In fast fünf Jahren Arbeit gelingt dem Regisseur das beinahe Unmögliche: Mit einer geschickt gesetzten dramaturgischen Klammer bringt er den Zuschauer dazu, sich mit den existentiellen Nöten eines indigenen südamerikanischen Volkes auseinander zu setzen. (...) So entsteht ein Film, der in schön komponierten Bildern, ohne wertenden Kommentar, aber mit einer klaren Haltung dem Zuschauer vor Augen führt, welche Konsequenzen der Energiekonsum der westlichen Welt an anderer Stelle auslöst."

© Sebastian Engbrocks Lupe
Jens Schanze bei seiner Filmarbeit im kolumbianischen Urwald
Mit dem renommierten Filmemacher Jens Schanze verbindet 3sat eine über Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Sein erster langer Dokumentarfilm "Otzenrather Sprung" (2001), der als Koproduktion mit der Hochschule für Film und Fernsehen München (HFF) und 3sat entstand, wurde unter anderem mit dem Grimmepreis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Danach folgten, ebenfalls in Koproduktion mit 3sat und preisgekrönt, die Filme "Winterkinder" (2005) und "Otzenrath 3° kälter" (2007).

Jens Schanze, geboren 1971 in Bonn, ist Absolvent der HFF und Professor an der Technischen Hochschule Deggendorf. Er lebt und arbeitet in München.

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