© Peter Göltenboth, Florian Giefer
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Im Stile Edward Hoppers: die Schauspielerin Amanda Markowitz in Hollywood zwischen Wunsch und Wirklichkeit
A Song of an unknown Actress
Der Film folgt dem Alltag von fünf Schauspielerinnen in Los Angeles am unteren Ende der Karriereleiter. Den dokumentarischen Situationen stellen die Filmemacher Peter Göltenboth und Florian Giefer traumhafte Sequenzen gegenüber, in denen sich die Wünsche und Nöte der Protagonistinnen widerspiegeln.
Jedes Jahr ziehen Tausende von jungen Frauen nach Los Angeles, um den Durchbruch als Schauspielerin zu schaffen. Ihre Karrieren verlaufen zumeist in der Grauzone zwischen kleinen Nebenrollen in großen Filmen und großen Rollen in kleinen Filmen, den überlebensnotwendigen Restaurantjobs und einer Endlosschleife von Castings: Sie sind der Ariadnefaden, der nicht abreißen darf.

Denn trotz aller Frustration und Verzweiflung über die konstante Ablehnung steckt in jedem Vorsprechen die eine große Chance. Und jede, die es in Hollywood zu etwas gebracht hat, musste durch diese Phase gehen. So schwebt das große Versprechen über dem grauen Alltag.

Hollywood zwischen Traum und Wirklichkeit (Nicole Coulon) © Peter Göltenboth, Florian Giefer Nicole Coulon
Wild at Heart: Schauspielerin Gina Slattery gerät im Death Valley auf Abwege. © Peter Göltenboth, Florian Giefer Gina Slattery
Jedes Casting stellt auch neue Herausforderungen an die Garderobe: Chloe Farnworth beim Shopping. © Peter Göltenboth, Florian Giefer Chloe Farnworth
Die Nähe der Kamera macht die Wirklichkeit vergessen: die Schauspielerin Amanda Markowitz und ihr Traum von Erfolg und Ruhm. © Peter Göltenboth, Florian Giefer Amanda Markowitz
Im Death Valley wie in Hollywood ist jede Schauspielerin ganz auf sich allein gestellt. (Charlie Taylor) © Peter Göltenboth, Florian Giefer Charlie Taylor

  • 2015 ergatterte Nicole Coulon eine kleine Sprechrolle an der Seite von Emma Stone in "La La Land". Doch trotz des großen Erfolgs des mehrfach oscarprämierten Filmes spielt sich ihr Alltag immer noch zwischen Aushilfsjobs und Castings ab.
  • Gina Slattery kam bereits vor mehr als zehn Jahren nach Los Angeles und muss sich nach Zeiten bitterster Armut und Obdachlosigkeit eingestehen, dass ihr Weg hier zu Ende ist.
  • Die britische Senkrechtstarterin Chloe Farnworth kam mit der Prämierung als "New Face of the Year" der Film- und Fernsehakademie BAFTA nach Los Angeles und baut seither zielstrebig und geduldig ihre Karriere auf.
  • Amanda Markowitz hat nach unzähligen kleinen Rollen in Filmen und TV-Serien begonnen, als Filmproduzentin ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
  • Auch in einer Schauspielerfamilie aufgewachsen zu sein, wie Charlie Taylor, führt in Hollywood nicht zwingend zum Durchbruch. Taylor hat die Achterbahnfahrt der Karriere ihres Vaters hautnah miterlebt, lässt sich jedoch von seinem Scheitern nicht entmutigen und geht selbstbewusst und konsequent ihren eigenen Weg.

Die Traumfabrik als Sehnsuchtsort
Im Wechselspiel von dokumentarischer Beobachtung des Alltagsgeschehens und ästhetischer Überhöhung der vorgefundenen Wirklichkeit verdichtet "A Song of an unknown Actress" individuell unterschiedliche Lebensläufe zu einer kollektiven Erfahrung der Traumfabrik als Sehnsuchtsort, an dem für jede(n) alles möglich scheint, und als einem ausbeuterischen, zumeist von Männern dominierten System, in dem nur ein einziger Augenblick über Erfolg und Scheitern entscheiden kann.

Getragen vom minimalistisch-folkigen Soundtrack der südafrikanischen Musikerin Cherilyn MacNeil, Kopf der Indie-Band "Dear Reader", entsteht so ein differenziertes Panorama Hollywoods, das die Verheißung auf Ruhm aufscheinen lässt und dabei die Schattenseiten der Schauspielerinnenexistenz nicht verschweigt.

Sendedaten
Montag, 25. Februar 2019, 22.25 Uhr

Erstausstrahlung
Credits
A Song of an unknown Actress
Dokumentarfilm von Peter Göltenboth und Florian Giefer
Deutschland/USA 2019
80 Minuten
Redaktion: Daniel Schössler
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Sendeplatz
Dokumentarfilmzeit
Montags um 22.25 Uhr