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Video online ab 3.12.2018, 22.50 UhrVideo online ab 3.12.2018, 22.50 Uhr
Heute sind bereits etwa 700.000 Hektar oder acht Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche Rumäniens in ausländischer Hand.
Landraub - Die globale Jagd nach Ackerland
Fruchtbarer Boden ist ein lukratives Geschäftsmodell. So kaufen reiche Agrar-Investoren auf der ganzen Welt günstiges Ackerland, wodurch arme Bauern oft gewaltsam enteignet werden und dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren.
Betroffen sind vor allem Länder in Afrika und Asien, aber auch in Europa gibt es immer mehr Interessenten für fruchtbare Ackerflächen. Während etwa in Rumänien vor allem Getreide angebaut wird, sind es in wärmeren Ländern meist Zuckerrohr und Ölpalmen zur Gewinnung von Palmöl.

Bilder wie diese von Kleinbauern in Äthiopien... © ORF/Langbein & Partner Bilder wie diese von Kleinbauern in Äthiopien...
...sind selten geworden, kaum einer bestellt noch sein eigenes Land. © ORF/Langbein & Partner ...sind selten geworden, kaum einer bestellt noch sein eigenes Land.

Agrar-Investoren beuten Land und Menschen aus
Seit dem Jahr 2000 haben Agrar-Investoren weltweit 200 Millionen Hektar Ackerland gekauft. Das entspricht in etwa der Fläche von Grönland, dem größten Land Europas. Meist handelt es sich um "Deals" mit den Regierungen einzelner Länder wie Äthiopien, Malaysia oder Kambodscha. Menschen, die das Land vorher bewirtschaftet haben, erhalten keine oder nur geringe Entschädigung. Oft arbeiten die Menschen dann für Hungerlöhne bei den reichen Großinvestoren. Ausbeutung, Sklaverei und Vertreibung führt zu noch mehr Wohlstand bei den Agrar-Investoren.

Palmölplantagen vor.. © ORF/Langbein & Partner Palmölplantagen vor..
... und nach der Abholzung! © ORF/Langbein & Partner ... und nach der Abholzung!

Ausverkauf von Ackerland
Nicht nur die Bevölkerung dieser Regionen leidet unter der Situation, auch die Umwelt ist stark betroffen. Für riesige Monokulturen wird jede Stunde Regenwald in der Größe von 300 Fußballfeldern gerodet. Vor allem die Palmöl-Industrie arbeitet mit zum Teil äußerst giftigen Düngemitteln. In Äthiopien, wo Trinkwasser kostbares Gut ist, wird Wasser zur Bewässerung von Obst und Gemüse verwendet. Davon profitieren allerdings nicht die Menschen vor Ort, sondern Super-Reiche in den Luxus-Hotels von Dubai.
Möglich wird dieser Ausverkauf von Ackerland unter anderem durch Programme der EU, die etwa Zuckerimporte und Biosprit-Erzeugung fördern. Auch Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich tragen dazu bei, dass wohlhabende Großbauern ihre Investitionen absichern können.

Landraub-Betroffene vor den Trümmern ihrer Häuser. © ORF/Langbein & Partner Landraub-Betroffene vor den Trümmern ihrer Häuser.
Bewässerung des Ackerlands in Sierra Leone, das Wasser fehlt der Bevölkerung. © ORF/Langbein & Partner Bewässerung des Ackerlands in Sierra Leone, das Wasser fehlt der Bevölkerung.

Sendedaten
Montag, 3. Dezember 2018
um 22.50 Uhr
Wiederholung:
4./5. Dezember 2018, 1.55 Uhr
Hörfilm, 16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentarfilm von Kurt Langbein und Christian Brüser, Österreich 2015
Info zum Film
© ORF/Langbein & PartnerLandraub - Der Film
Dokumentarfilmzeit
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