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Video online ab 12.11.2018, 23.30 UhrVideo online ab 12.11.2018, 23.30 Uhr
Für Kurdwin wird ihr Vater im Irak zu einer völlig neuen Persönlichkeit (Bild Mitte)
Paradies! Paradies! - Mein Vater, die Kurden und ich
Die Familie von Kurdwin Ayub floh 1991 vom Irak nach Österreich. 25 Jahre später begleitet die junge Filmemacherin ihren Vater Omar auf seiner Reise in die frühere Heimat. Kurdwin fühlt sich dort als Fremde, zugleich lernt sie ihren Vater während der Reise auf eine völlig neue Art kennen. Entstanden ist ein intimes und ernüchterndes Generationenporträt über Ver- und Entwurzelung, das ein individuelles Familienschicksal und Massenphänomen zugleich darstellt.
Als Regisseurin Kurdwin Ayub noch ein Baby war, floh ihre Familie 1991 aus dem Irak nach Österreich. 25 Jahre später begleitet sie ihren Vater Omar auf einer Reise in die frühere Heimat. Dieser sucht dort voller Enthusiasmus nach einer Eigentumswohnung, um früher oder später ins Kurdengebiet zurückzukehren. Hier ist sein Paradies auf Erden, wie er seine alte Heimat in Lobeshymnen glorifiziert.

Langsam erkennt auch Kurdwins Vater die Realität... © ORF/Mischief Films/Takacs Langsam erkennt auch Kurdwins Vater die Realität...
... kaum aufgebaut, zerstören die nächsten kriegerischen Konflikte das Land. © ORF/Mischief Films/Takacs ... kaum aufgebaut, zerstören die nächsten kriegerischen Konflikte das Land.

Kurdwin hingegen ist mit einer ihr unzugänglichen Lebenswelt konfrontiert: einer anderen Kultur, anderen Gepflogenheiten und einer Sprache, die sie nicht beherrscht, im Herkunftsland ihrer Eltern ist sie eine Fremde. Auch inmitten ihrer Familie, ihrer Großeltern, Tanten, Onkeln, die inzwischen ihr deutsches Exil verlassen haben und wieder im Irak leben, fühlt sie sich unbeheimatet.

© ORF/Mischief Films/Yasmina Haddad Regisseurin Kurdwin Ayub wurde 2016 auf der Duisburger Filmwoche mit dem "Carte Blanche"- Nachwuchspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Regisseurin Kurdwin Ayub wurde 2016 auf der Duisburger Filmwoche mit dem "Carte Blanche"- Nachwuchspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Mit Fortdauer der Reise muss sich aber auch Kurdwins Vater eingestehen, dass seine Vorstellungen von einer immerwährenden Heimat eine Illusion sind. Zunehmend werden seine verklärten Erinnerungen von einer erschreckenden Realität eingeholt. Er tastet sich durch gefährliche Baustellen, zerbombte Straßen und sogar durch die Kampfzone der Peschmerga und des IS. Der Wiederaufbau des zerstörten Landes ist noch nicht vollendet, da herrschen im "Paradies" bereits die nächsten kriegerischen Konflikte.

"Paradies! Paradies! - Mein Vater, die Kurden und ich" ist ein intimes, stellenweise skurriles und ernüchterndes Generationenporträt über Ver- und Entwurzelung als individuelles Familienschicksal und gleichzeitiges Massenphänomen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Sendedaten
Montag, 12. November 2018
um 23.30 Uhr
Hörfilm, 16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentarfilm von Kurdwin Ayub, Österreich 2017
Info
Website zum Film "Paradies! Paradies!"
Info
© ORF/Mischief Films/TakacsVideotagebuch der Regisseurin
Dokumentarfilm - Duisburger Filmwoche
Duisburger Filmwoche
In unserem Begleitprogramm anlässlich der 42. Duisburger Filmwoche, dem Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms, zeigen wir vier Filme, die in den vergangenen Jahren in Duisburg im Wettbewerb liefen, darunter als TV-Premiere "Homo Sapiens". 3sat ist seit 1996 Medienpartner der Duisburger Filmwoche und vergibt dort alljährlich den 3sat-Dokumentarfilmpreis.
Auszeichnung
Beim Filmfestival "Diagonale" im Jahr 2016 wurde der Film für die "Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm" ausgezeichnet.

" 'Paradies! Paradies' ist der bislang lustigste Film dieser Diagonale, bis einem die Tragik der Komik klar wird. Dann ist es ein ziemlich super Film, der noch mehr Fragen aufwirft und nebenbei ein kluges Statement zum Informationsgehalt von Bildern setzt."(Maria Motter, FM4)