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Video online ab 18.6.2018, 22.25 UhrVideo online ab 18.6.2018, 22.25 Uhr
Modell "Ford-A" in Buenos Aires
Die unglaubliche Reise der Familie Zid
Schlechte Geschäfte trieben den Wiener Fuhrunternehmer Ludwig Zid 1928 dazu, die Familie in seinen Ford zu packen und ein Abenteuer zu wagen: Bis nach Süd- und Nordamerika schaffte er es. Eine unglaublich abenteuerliche, packende Reise - oft zwischen Leben und Tod.
Der Film folgt den Spuren der Familie Zid, die vor über 80 Jahren eine abenteuerliche Weltreise unternahm und dabei alles riskierte, um ihr Ziel, die "Ford-Metropole" Detroit, nach mehr als drei Jahren, zu erreichen. Die heutige Reiseroute führt in eine veränderte Welt. Entlang der Originalstrecke müssen auch heute noch schwierigste Hürden überwunden werden, dabei offenbaren sich die Dimensionen des für damalige Verhältnisse halsbrecherischen Unternehmens.

© ORF/Geyrhalter Film Familie Zid auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1933 auf einem Glas-Dia
Familie Zid auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1933 auf einem Glas-Dia
Aufgezeichnet wurden die enormen Strapazen der Reise der Familie Zid in Aloisia Zids Tagebuch, das sich bis heute liest wie ein Abenteuerroman: "Wir sanken in einen sumpfigen Graben bis zur Karosserie ein", schrieb sie abends wieder einmal verzweifelt in ihr Buch. Oder: "Die Ochsen waren nicht imstande, den Wagen rauszuziehen. Erst als Pferde und Baumstämme zur Stelle waren, konnten wir befreit werden. Wir mussten sogar einen Fluss ableiten, damit das Wasser nicht den Wagen davontrage."

Die angespannte wirtschaftliche Lage in Europa brachte den Wiener Fuhrwerker Ludwig Zid einst dazu, mit Frau und Kind nach Südamerika auszuwandern. Währenddessen lief in der Motorcity Detroit, USA, die Autoproduktion von Henry Ford auf Hochtouren. Das neue A-Modell von Ford kam weltweit auf den Markt und brauchte auch in Südamerika noch eine zugkräftige Werbekampagne.

Flussüberquerung mit dem "Ford-A" © ORF/Geyrhalter Film Flussüberquerung mit dem "Ford-A"
Stempel im Logbuch der Familie Zid © ORF/Geyrhalter Film Stempel im Logbuch der Familie Zid

Abenteuerliche Werbekampagne
Der abenteuerlustige Wiener hatte viel Erfahrung mit Automobilen und bekam daher von Ford einen verlockenden Deal angeboten: Als Werbeträger für den "Ford-A" sollte er den amerikanischen Kontinent mit einem neuen Fahrzeugmodell durchqueren - von Südamerika bis nach Detroit, eine Strecke von nahezu 20.000 Kilometer. Auf der Tour sollte das neue "Weltauto" beworben werden.

© ORF/Geyrhalter Film Das "Heilige Tal der Inka" von Lima nach Cuzco - auf solchen Straßen war die Familie Zid unterwegs.
Das "Heilige Tal der Inka" von Lima nach Cuzco - auf solchen Straßen war die Familie Zid unterwegs.
Ein komfortabler, moderner Wegen, der Familien bisher ungeahnte Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten konnte. Mit der Kampagne wollte das Imperium des Autoherstellers an die Erfolge des legendären T-Modells "Tin Lizzy" anknüpfen, das Henry Ford zu Weltruhm verholfen hatte. Reich und berühmt wollte auch Ludwig Zid werden, dies würde ihm jedoch nur gelingen, wenn alle drei Mitglieder der Familie Zid und ihr Auto die riskante Familienexpedition unbeschadet überstehen. Mit seinen 40 PS und einer Reisegeschwindigkeit von geschätzten 20 km/h, war das Gefährt dem Paar und ihrem Kleinkind Transportmittel und Schlafstätte zugleich.

Sendedaten
Montag, 18. Juni 2018
um 22.25 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentarfilm von Gunnar Walther, Österreich/Frankreich 2014
Biografisches
- Kurt "Bubi" Zid kam 1953 im Alter von 26 Jahren bei einem Verkehrsunfall in seinem Auto ums Leben.

- Ein halbes Jahr später erlag Ludwig Zid 55-jährig, einer kurzen, schweren Krankheit.

- Aloisia Zid überlebte ihren Mann um 15 Jahre und starb im Alter von 72 Jahren in Wien.

- William Zid wurde 1931 während der Reise geboren und starb 2014 in Wien.

- Kurt Schultz, ein deutscher Mechaniker, der die Familie begleitete, kehrte nicht mit der Familie Zid nach Europa zurück. Seine Spur verliert sich in den USA.
Dokumentarfilmzeit
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