© Nadine Maas
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Die israelische Filmemacherin Tamara Erde begibt sich anhand der Fotografien ihres Großvaters auf eine sehr persönliche Spurensuche der Verwandlung Israels von den Gründerjahren bis heute.
Auf der Suche nach Zion
Großvater Ephraim Erde war ab den 1930er-Jahren der Starfotograf der israelischen Arbeiterpartei von David Ben-Gurion. Nun wagt seine Enkelin Tamara Erde einen Abgleich der Ideale von einst mit der Gegenwart. Die in Paris lebende Filmemacherin, Tänzerin und Videokünstlerin kehrt in ihr Heimatland Israel zurück und taucht sowohl in die disparate Geschichte ihrer Familie ein als auch in die konfliktreiche ihres Landes.
Ephraim Erde war 1933 aus dem polnisch-ukrainischen Grenzland emigriert und als offizieller Fotograf der damals regierenden Arbeiterpartei mit der Dokumentation israelischer Errungenschaften im "gelobten Land" beauftragt. Er fotografierte sowohl das Leben im Kibbuz als quasi-sozialistischen Landkommunen wie auch die Entwicklung der Arbeiterbewegung. Die nichtjüdische Bevölkerung Palästinas nahm er dabei eher selten in den Fokus.

© Ephraim Erde, Erde Collection, MUSA, Eretz Israel Museum, Tel Aviv Ephraim Erde
Ephraim Erde
70 Jahre nach Staatsgründung konfrontiert nun die Enkelin die Hoffnungen von einst mit den Realitäten von heute. Über die Gegenüberstellung der Bildmotive von damals und jetzt stellt sie die Frage, ob und wie der zionistische Traum überlebt hat, welche Irrwege er beschritten hat und wie sich die neue Generation darin möglicherweise sogar wiederfinden kann.

Gleichzeitig wagt Tamara Erde aber auch einen Blick auf die eigene, gespaltene, Familiengeschichte, die einem ähnlichen System der Sprachlosigkeit und der Nicht-Kommunikation ausgesetzt ist wie das geteilte Land. Tamara Erde wurde 1982 in Tel Aviv geboren und besuchte zunächst in Jerusalem die Bezalel-Akademie für Bildende Kunst. Danach absolvierte sie die renommierte französische Schule für audiovisuelle Kunst, Le Fresnoy, in Tourcoing. Zurzeit lebt sie unter anderem als Video- und Performancekünstlerin in Paris.

Ihr letzter langer Dokumentarfilm "This is my land" (2014), der sich mit den Schulsystemen in Israel und Palästina befasst, wurde auf zahlreichen internationalen Festivals wie Rotterdam und Hong Kong gezeigt und gewann zahlreiche Preise, darunter den Primed-Preis in Marseille und den ersten Preis beim Washington D.C. Filmfest.

Sendedaten
Montag, 14. Mai 2018, 22.25 Uhr

Erstausstrahlung
Credits
Auf der Suche nach Zion
(Looking for Zion)
Dokumentarfilm von Tamara Erde
Deutschland 2018
90 Minuten
Redaktion: Nicole Baum
Mediathek - Interview
Ein persönlicher Blick auf Israel
Auf ihrer Drehreise durch Israel konnten wir ein Interview mit Tamara Erde führen.
Themenschwerpunkt
70 Jahre Israel
6. bis 15. Mai 2018
Sendeplatz
Dokumentarfilmzeit
Montags um 22.25 Uhr