© Gerd Breiter, Andreas Bolm
In der "Ab 18!"-Produktion "Mein letztes Video": Der YouTuber Anton aka "Reyst" dreht in Hollywood.
In der "Ab 18!"-Produktion "Mein letztes Video": Der YouTuber Anton aka "Reyst" dreht in Hollywood.
Neue Dokumentarfilme für "Ab 18!" in Produktion
Aus den Einreichungen zur Ausschreibung 2017 wurden sechs Projekte ausgewählt, die nun in Produktion sind und im Herbst 2018 im 3sat-Programm und in der 3sat-Mediathek ihre Premiere haben werden.
Mein letztes Video (Arbeitstitel)

© Gerd Breiter Lupe
Regie: Andreas Bolm, Gerd Breiter
Produktion: Weltfilm

Zum Inhalt von "Mein letztes Video": Nach sieben Jahren als erfolgreicher YouTuber will der 20-jährige Anton aka "Reyst" seinem Image als Teenie-Idol entwachsen und seine Social Media Karriere beenden. Der Film begleitet ihn auf einer seiner letzen Reisen für seinen YouTube Kanal. Anton hat mit 20 Jahren das Ende seiner ersten Karriere erreicht: Als YouTuber mit einer halben Million Followern gehört er seit über sechs Jahren zu den Großen der Szene und weiß als Digital Native, dass er seinen Zenit in der Schnelllebigkeit des Netzes langsam überschreitet. Unter dem Markennamen "Reyst" übernimmt er vor allem mit seinen Reiseberichten eine Art Vorbildfunktion. Dennoch will Anton bald sein letztes Video drehen und dann die Sparte wechseln – am liebsten in Richtung Spielfilm. Und so soll dann auch eine seiner letzten Reisen als "Reyst" nach Hollywood führen.


Anja (Arbeitstitel)
© Ivette Löcker, Inga Pylypchuk Lupe
Regie: Ivette Löcker
Produktion: Filmkantine

Anja ist eine junge Frau aus Mariupol in der Ost-Ukraine, die vorübergehend bei der Post arbeitet, mit ihrem etwas älteren Freund zusammenlebt und politische Aktionen für Frauenrechte durchführt. Ihr Jugendfreund Serjoscha, der noch bei seiner Mutter wohnt, studiert, unterstützt Anja bei den Protestaktionen und hat sich kürzlich geoutet. Beide sind künstlerisch begabt, gerade 19 Jahre alt und streben nach Unabhängigkeit, um ihre Ideale in einem von Machismo und Nationalismus geprägten Umfeld leben zu können. - Ein Generationsbild aus einer Grenzregion, wo sich viele junge Leute fragen: bleiben oder gehen?

Bella Palanka (Arbeitstitel)
© Julia Schlingmann, Film Five Lupe
Regie: Johanna Bentz
Produktion: Film Five

Der schöne Name "Bela Palanka" trügt: Das heruntergekommene, ehemalige Hotel im gleichnamigen serbischen Dorf ist Auffanglager für straffällig gewordene junge Erwachsene vorwiegend aus Deutschland und Österreich, die in ihre alte Heimat abgeschoben wurden. Hier bekommen sie einen Schlafplatz und Verpflegung, jedoch weder Wiedereingliederungshilfe noch soziale Betreuung. So auch Emrah, der wie die meisten seiner neuen Mitbewohner in Deutschland aufgewachsen und dort zur Schule gegangen ist. Dem plötzlichen Tod seiner Mutter folgten kleine Delikte wie mutwillige Sachbeschädigung, eine erste Vorstrafe schloss dann seine Einbürgerung aus. Eine zweite Vorstrafe folgte. Emrah hat in Deutschland seine Haftstrafe abgesessen und versucht nun einen Neustart in seinem Herkunftsland, dessen Sprache er kaum spricht. Vor allem aber versucht er, sich nicht von der lähmenden Trostlosigkeit und Lethargie, die sich um Bela Palanka gelegt hat, einfangen zu lassen und seinen Weg doch noch zu finden.

Der Patriot (Arbeitstitel)
© Sergei Amirdzhanov Lupe
Regie: Katja Fedulova
Produktion: Fedulova Films

Die Regisseurin Katja Fedulova zeichnet das Porträt eines Jungpolitikers der rechtsgerichteten "liberal-demokratischen" Partei im Präsidentschaftswahlkampf 2018.
Wassilij Maximowitsch Wlassow, 21, ist der jüngste Duma-Abgeordneter der russischen Geschichte, ein konservativ eingestellter Überflieger, der als persönlicher Assistent von Wladimir Schirinowski diesem nachzustreben versucht und gerne mal chauvinistische Sprüche klopft. Er ist in der Partei für die Jugendarbeit zuständig, wo er Erfahrungen für die große Politik sammelt. Er lebt zusammen mit der ebenfalls 21-jährigen Politikerin Ekaterina Gromyko, zeigt ihr aber in der Beziehung bereits deutlich, wie seine Vorstellung von der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau aussehen, was sie noch nicht ganz zu akzeptieren scheint.

Lolas Lieder (Arbeitstitel)
© Florian Mag Lupe
Regie: Jana Bürgelin
Produktion: Jana Bürgelin

Lola ist 26 Jahre alt, gerade fertig mit dem Studium und auf dem Sprung ins Leben der Berliner Clubszene. Ihre Liebe gilt guter Techno-Musik und exzessivem Tanzen. Als "DJane" will sie künftig in den wirklich angesagten Clubs und auf Festivals auflegen. Dieses Jahr könnte sie den Durchbruch schaffen, doch es gilt, sich als Frau in einer Männerwelt zu behaupten. Sie lebt ungesund und gegen ihren Bio-Rhytmhus; sie trinkt zu viele Energy Drinks und raucht zu viele Zigaretten, um sich die Wartezeit zum späten Einsatz zu vertreiben; sie hat ständig einen Bass-Ton im Ohr und behauptet dennoch, Auflegen sei für sie wie Yoga. Die so genannte Normalität, das bürgerliche Elternhaus in der Pfalz, hat sie hinter sich gelassen und findet sich dort nur ungern zu Besuchen ein. Im Herzen Berlins ist Lola froh, dem heimischen "Irrenhaus" entflohen zu sein und nach ihren eigenen Antworten im Leben suchen zu können.

Maras Welt (Arbeitstitel)
Regie: Sobo Swobodnik
Produktion: Corso Film

Mara (21) studiert Jura in Marburg, hat einen Freund, einen Hund und sie ist blind. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr hatte Mara kaum etwas von ihrer Erkrankung bemerkt, dann konnte sie innerhalb von wenigen Monaten nur noch weniger als 1% sehen. Mara ist wild entschlossen, trotz ihrer Behinderung in der "normalen" Berufs- und Alltagswelt gleichberechtigt mitzuwirken. Was es für sie bedeutet, tagtäglich mitzuhalten - an der Uni, aber auch im ganz banalen Alltagsleben, das man als 21-jährige Studentin in der ersten eigenen Wohnung und Beziehung so hat -, das wird der experimentelle Dokumentarfilm von Sobo Swobodnik erzählen.





Dokumentarfilmreihe
Ab 18!
Dokumentarfilme über junge Erwachsene
Dokumentarfilm-Sendeplatz
Dokumentarfilmzeit
Der Dokumentarfilm ist seit 25 Jahren fester Bestandteil des 3sat-Programms. Auf dem wöchentlichen Sendeplatz "Dokumentarfilmzeit", montags um 22.25 Uhr, stellt 3sat ein breites Spektrum dokumentarischen Arbeitens vor.