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© ORF/www.austrianfilm.at/Geyrhalter Film Video
Population Boom
Der preisgekrönte österreichische Regisseur Werner Boote ("Plastic Planet") bereist für seinen Dokumentarfilm unsere Erde, die mit sieben Milliarden Menschen bereits überbevölkert ist. Schwindende Ressourcen, giftige Müllberge, Hunger und Klimawandel sind die Folge. Jedoch, wer behauptet eigentlich, dass wir zu viele sind, auf dieser Welt? Werner Boote bereist fünf Kontinente und untersucht ein jahrzehntelang festgefahrenes Weltbild. Am Ende stellt er wichtige Fragen, die nachdenklich machen.
Die westliche Welt setzt auf Bevölkerungsreduktion - in den anderen Ländern. "Wollen wir nichts abgeben von der Energie, den Lebensmittelreserven, vom Raum, den wir zur Verfügung haben?", fragt der Regisseur in seinem Film. In Bangladesch müssen sich 1.000 Menschen einen Quadratkilometer teilen. In der Hauptstadt Dhaka sind es unglaubliche 46.000. Wem es hier zu voll ist, kann sein Land nur verlassen, wenn er oder sie richtig viel Geld besitzt - um dann zum Beispiel in Europa als Wirtschaftsflüchtling zu gelten.

© ORF/www.austrianfilm.at/Geyrhalter Film Lupe
Ob beim Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, bei einem Hochzeitspaar in China oder einer indischem Familie im Slum - überall wird klar: Es gibt nicht zu viele Menschen auf der Erde. Es ist nur alles ungerecht verteilt unter den Menschen, auch der Platz. Denn Geld kauft Platz.

Autorin und Aktivistin Betsy Hartmann zu den Ungerechtigkeiten: "Das Pentagon verbraucht so viel Erdöl am Tag wie das gesamte Land Schweden. Die Ressourcenverteilung ist völlig aus dem Lot." Auch der österreichische Sozialwissenschaftler Wolfgang Lutz hält die Mär von der Überbevölkerung für reine Politik: "Man spricht über die Zahl der Menschen, aber nicht über ihre Fähigkeiten."
Spätestens jetzt wird klar: Werner Bootes Kinodokumentarfilm von 2013 ist aktueller denn je, denn die Fragen: "Wem gehört unser Land? Wer darf hier leben? Wer darf an unserem Reichtum teilhaben?" werden angesichts aktueller Flüchtlingskrisen mit Hunderttausenden Schutzsuchenden aus Kriegsgebieten und armen Ländern täglich gestellt.

Bootes filmische Weltreise auf der Suche nach den Ursachen von Katastrophenszenarien ist berührend, humorvoll und bringt verblüffende Erkenntnisse. Ausgezeichnet wurde die Produktion im Rahmen der Berlinale 2014 als "grünster Film". Cutterin Emily Artmann erhielt 2014 für den Schnitt der beeindruckenden Bilder von Dominik Spritzendorfer eine Nominierung zum Österreichischen Filmpreis.

Sendedaten
Sonntag, 24. Jänner 2016
um 21.45 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Dokumentarfilm von Werner Boote, Österreich 2013
3sat TV- und Kulturmagazin
Ist das Floß voll?
Schwindende Ressourcen, giftige Müllberge, Hunger und Klimawandel: Sind diese Horrorszenarien Folgen der vielbeschworenen Überbevölkerung? Sind wir wirklich zu viele?
Info
© ORF/www.austrianfilm.at/Geyrhalter FilmPopulation Boom
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